Anaïs und Sabrina, die Initiantinnen des «Urban Bees Project Basel»

Anaïs und Sabrina, die Initiantinnen des «Urban Bees Project Basel»

Die Biene – klein, aber oho!

Albert Einstein hat gesagt: «Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.» Heute ist das Thema Bienensterben so aktuell wie noch nie. 

 

In gewissen Teilen Chinas werden Blüten be­reits einzeln von Menschenhand bestäubt. Immer wieder berichten die Medien über dieses Horrorszenario: Wie lange wird es noch Bienen geben, wie lange wird es noch Menschen geben? – So, nun habe ich eure Aufmerksamkeit zu diesem doch eher erns­ten Thema und genau diese Aufmerksamkeit suchen auch Anaïs und Sabrina, zwei Biologie-Studentinnen in Basel, mit ihrem «Urban Bees Project Basel»: Sie möchten den Menschen zu diesem einmaligen Insekt, zur Biene, interaktiv Wissen vermitteln und Verständnis dafür wecken. Man soll erkennen, wie wichtig die Biene ist und Berührungsängste vor diesen stechenden gelb-schwarz gestreiften Tierchen ablegen. Die beiden Studentinnen relativieren allerdings auch: Es gäbe in der Schweiz relativ viele domestizierte Bienenvölker, diese hätten aber oft mit Überzüchtung und daraus resultierenden Krankheiten zu kämpfen. Es seien mehr die Wildbienenarten, um die es nicht gut stehe. 
Angefangen hat das Projekt im Frühling vor einem Jahr. Seit längerer Zeit befasste sich Sabrina schon mit Bienen. Sie hat ihre Maturarbeit zu diesen summenden Tieren ver­fasst und in ihrem Heimatkanton Wallis immer wieder Feldaufnahmen von Wildbie­nen gemacht. Als sie dann die Ausschreibung für diesen Imkerkurs im Fricktal sah, konnte sie auch ihre Kommilitonin Anaïs für die Bienen begeistern, so dass sich beide bald darauf für den Kurs einschrieben. Während des Kurses wurde ihnen klar, dass sie sich auch weiterhin mit Bienen beschäftigen wollen. Sie hatten die Idee, in der Stadt Basel einen Platz zu schaffen, wo Leute gemeinsam imkern können. Die Stadt bietet für die ­Bienen nämlich optimale Lebensbedingungen. Das Blütenangebot ist viel länger als auf dem Land und die Pflanzen werden weniger mit Pestiziden bespritzt. Allerdings fanden die beiden bald heraus, dass es in Basel bereits 25 Bienenvölker pro Quadratkilometer gibt. Die Zahl ist hoch und eine Erhöhung der Völkerzahl wäre eher kontraproduktiv, da die Bienen anfangen würden, sich in der Nahrungs­suche zu konkurrenzieren. Es musste also eine andere Idee her und diese andere Idee nennt sich «Urban Bees Project Basel».

 

Biene an Blumenblüte

Biene an Blumenblüte

Interessierte gesucht

Nisthilfeworkshops für Wildbienen, Samenmischkurs und Lehrpfade zur Biene im Botanischen Garten, all das und vieles mehr bietet das «Urban Bees Project Basel». Beim Projekt geht es darum, dass Wissen live vermittelt wird. Weg von den Lehrbüchern und vor Ort erleben, wie die Bienen zusammenleben, sich organisieren und arbeiten. Das Projekt soll alle Gesellschafts- und Altersschichten ansprechen. Das Ganze ist zweischienig aufgegleist, den Leuten wird sowohl die domestizierte Honigbiene wie auch die Wildbiene nähergebracht. Beide Gattungen sollen ins Projekt integriert wer­den. In Vorträgen sollen die beiden Gat­tungen gemeinsam behandelt werden, bei den geplanten Exkursionen allerdings jede Art separat. Die Vorträge finden ab März jeweils am letzten Mittwoch des Monats um 19.00 Uhr im Botanischen Institut an der Schönbeinstrasse 6 statt, und auf Bienenexkursion kann man immer in der ersten Woche des Monats gehen. Die Exkursio­nen finden an unterschiedlichen Wochentagen statt. Wer Interesse hat und sich am Projekt beteiligen möchte, kann sich per E-Mail bei den zwei jungen Damen melden. Es geht ganz einfach: Man schreibt ein E-Mail mit Namen und Vornamen an urbanbeesproject.basel@gmail.com. Man wird in den Verteiler auf­ge­nommen und erhält alle Daten für Exkursio­nen und Vorträge.
Mit ihrem Projekt haben die zwei Studentinnen Synergien geschaffen. Damit die Pro­duktivität des Projektes gewährleistet wird, nutzen sie das Wissen und die Infrastruktur von verschiedenen, bereits vorhandenen Institutionen, Vereinen und Unternehmungen und arbeiten mit ihnen zusammen. Um nur einige zu nennen: Urban Agriculture Basel, Desert Tree, die Unigärten, Wildbee.ch und das Unispital Basel.

Logo Urban Bees Project Basel

Text: Tiziano Bloch, Fotos: Rebekah Hoeks (Titelbild, ganz oben), Sabrina Gurten (Bienenbilder)