Blick in die Ebene Richtung Hochwald

Blick in die Ebene Richtung Hochwald

Mit dem Velo via Schwarzbubenland nach Laufen

Wer es auf dem Velo sportlich mag, kommt hier auf seine Rechnung. Es warten immerhin ein paar Steigungen! Dafür geniesst man wohlverdiente Abfahrten mit wunderschönen Aussichten in die hügelige Landschaft. Als Ziel lockt das ­beschauliche Städtchen Laufen, wo sich ein kleiner Rundgang samt Einkehr anbietet.

Start und Kilometer Null ist Oberdornach. Von da gehts konstant ansteigend hinauf nach Gempen, 100 Meter nach dem Ortsschild nach rechts und weiter in stetigem Auf und Ab über breite Ebenen bis nach Feh­ren, und von da hinunter nach Breitenbach und weiter zum Tagesziel Laufen. Eine Velo­karte brauchts nicht unbedingt, die Dorfnamen markieren den Weg. Die Tour eignet sich für Familien mit velogeübten Jugendlichen. Die Route führt vorab auf breiten Strassen mit nur mässigem Autoverkehr.

Nur knapp die Hälfte ...

... der berühmten Tour-de-France-Spitzkeh­ren auf die Alpe d’Huez, nämlich neun von 21, weist die Gempenstrasse auf, wenn man auch die erste langgezogene Rechtskurve und die Abzweigung in Richtung Hochwald dazuzählt. Doch dieser 6 Kilometer lange Aufstieg zu Beginn ist fordernd; oben angekommen, hat man aber die Gewissheit, den anstrengendsten Teil der Tour schon hinter sich zu haben!

Herrliche Aussichten

Immer wieder wunderschöne Ausblicke in die üppige grüne Natur sind die Vorzüge dieser Velotour. Die ersten geniesst man schon auf der langgezogenen Abfahrt von Gempen über Hochwald nach Seewen. Und der spektakulärste kommt zum Schluss, die Schussfahrt von Fehren nach Breitenbach. Plätze zum Picknicken und Ausruhen hats entlang der Strecke genügend; besonders schön nach 21 Kilometern ist der Dorfplatz von Nunningen als Rastplatz. Und in jedem Dorf gibts auch mindestens eine Beiz!
Besonders reizvoll ist diese Tour für Hobby-Velosportler als Feierabend-Ausfahrt, wenn die untergehende Sonne die Jurahügel in der Ferne mit warmem Gegenlicht überzieht.

Das Tagesziel Laufen

Die Stadt liegt am Fusse der Jurahöhen. 1141 wird das Dorf als Loufen erstmals erwähnt und hat seit 1295 das Stadt- und Marktrecht. Im Jahre 1989 entschieden sich nach einem mehrjährigen Abstimmungsmarathon 51,7 Prozent der Bewohner des Bezirks Laufen (mit einer Stimmbeteiligung von mehr als 93 Prozent!) für den Übertritt vom Kanton Bern in den Kanton Baselland. Überraschenderweise votierte die Stadt Laufen jedoch dagegen. 1994 wurde der Beitritt vollzogen. 
Das bäuerliche Städtchen hat sich zu einer modernen Kleinstadt entwickelt, von seinen rund 5300 Einwohnerinnen und Einwohnern stets liebevoll «Stedtli» genannt. Stolz ist man auf den weitgehenden Erhalt der mittelalterlichen Altstadt. Im August 2007 überflutete ein Hochwasser die Altstadt von Laufen schwer. Laufen plant auch für die Zukunft: Im Quartier NAU entsteht ein durchgrüntes Quartier für 400 Menschen mit direktem Zugang zur Birs. 

 

«Blaui Bärge,

tiefi Chräche,


in der Mitti wyti Fäld;


a de Hübel geechi Matte –


das isch öisi chlyni Wält ...»

 

So beginnt ein Loblied des Dichters Albin Fringeli (*1899 in Laufen; †1993 in Nunningen) auf eine Gegend, die für ihn Heimat und Mitte der Welt war, voll verträumter Schönheit: das Laufental und das Schwarzbubenland. Es ist eine von Wäl­dern eingefasste reiche Kulturlandschaft, mit dem üppigen Gelb der Rapsfelder im Frühjahr, dem warmen Gold des Getreides im Sommer und dem sanften Weiss des Winters.

 

Laufen, Obertor (auch Bernertor)

Laufen, Obertor (auch Bernertor)

 

Laufen, Untertor (auch Baslertor)

Laufen, Untertor (auch Baslertor)

 

Laufen kommt vom Laufen

Aber nicht im Sinne von zu Fuss gehen! Das Wort Laufen für Stromschnellen wurde zum Namen oder Namensbestandteil etlicher Orte, wie z.B. das oberbayerische Laufen, Lauffen am Neckar, Laufen-Uhwiesen mit Schloss Laufen am Rheinfall oder das aargauische Laufenburg mit der badischen Schwesternstadt Laufenburg. So hat auch unser Baselbieter Laufen seine gezähmte Stromschnelle.

 

Text und Fotos: Fredy Heller