Umbau Kloster Dornach

300 Jahre Klosterbau auf einen Blick

Ein grosses Loch klafft vor der ehemaligen Eingangstüre des Klosters. Auf engstem Raum arbeiten die Bauarbeiter inmitten der Entstehungsgeschichte des Klosters. 

 

«Hier war schon früher die Baugrube, als das Kloster gebaut wurde», erklärt Architekt Thomas Keller vom Büro Glaser Saxer Keller und zeigt auf die Baugrube vor dem ehemaligen Garteneingang ins Kloster. Daher erwarte er auch keine grossen archäologischen Überraschungen. Tonscherben würden allerdings trotzdem in Sicherheit gebracht und dem Archäologen, der regelmässig vorbeikommt, gezeigt. Anhand des Maueraufbaus wird ersichtlich, welche Wände rund 300 Jahre alt sind und welche im Laufe der Jahre hinzugekommen sind. Während sich der Bagger langsam durch die Erdschichten gräbt, wird lagenweise betoniert, um die bestehenden Gebäude zu stabilisieren. Zentimeter um Zentimeter gräbt sich der Bagger weiter ins Erdreich und legt die Wände zum Gewölbekeller frei. Von der neuen Rezeption, die zwischen der Scheune und der heutigen Gaststube gebaut wird, führt dann eine Treppe hinunter in den Keller zu den neuen Sanitärräumen und zum Gewölbekeller. Von der Rezeption gelangt der Gast direkt ins Kloster, wo heute das Restaurant ist. Ein Lift bringt die Hotelgäste in die oberen Stockwerke oder hinunter in den Gewölbekeller. «Und die Zeiten, als Gäste versehentlich in die Küche hineinstolperten, gehören ab sofort der Vergangenheit an», erläutert Keller die Umbaupläne weiter.

Gewölbekeller wird zum Bijou

Wir nehmen den alten Abgang zum Gewölbekeller hinter dem Haupttor zum Klos­ter und die Augen des Architekten beginnen zu leuchten. «Hier in diesem schönen Gewölbekeller unter dem Meditationsraum bzw. dem hinteren Chor, haben die Mönche des Bettelordens einst Kartoffeln und Gemüse gelagert», sagt er lachend. Die Wände wurden damals geschlemmt und daran werde auch nichts geändert. Allerdings werden unter dem Boden Lüftungsrohre und Heizungsrohre eingezogen. Im zweiten Raum stammt der schöne Boden aus Steinen, die vermutlich aus der Birs ­geholt wurden. «Über diesen unebenen Boden sind schon die Mönche im Kerzenschein gestolpert und er darf nicht ver­än­dert werden», weiss Keller und hat schon eine geniale Lösung parat: «Wir werden ihn mit einem begehbaren Glasboden überdecken.» Der schöne Boden bleibe weiterhin sichtbar und die Unebenheiten des Bodens und das Gefälle können so ausgeglichen werden, schwärmt der Architekt. Auch die ganzen elektrischen Kabel, welche an der Decke mehr schlecht als recht befestigt sind, werden unsichtbar verlegt. Für Thomas Keller ist der Umbau des Klosters ein fas­zinierendes Projekt, bei dem auch ganz viel Herzblut von ihm, aber auch der ganzen Kloster-Baukommission, drinsteckt.

 

Text und Fotos: Jay Altenbach-Hoffmann