Foto: iStock.com, © wojciech_gajda

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Allergien nehmen zu. Wieso?

Immer mehr Menschen leiden an Allergien. Das Spektrum ist breit: Heuschnupfen, Allergien auf Nahrungsmittel, Allergien auf Produkte, die auf die Haut aufgetragen werden, zum Beispiel Salben. Auch ältere Menschen, die nie Allergien hatten, reagieren plötzlich allergisch, zum Beispiel auf die Pollen des Olivenbaumes.

 

Was sind die Gründe? Wissenschaftliche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Allergien und der zunehmenden Umweltverschmutzung. Im­mer mehr Feinstaub und Abgase schädigen unsere Lunge und treffen auf unsere Haut und auf die Schleimhäute von Mund und Nase.

Unser sauberes Leben

Eine andere Ursache ist unsere saubere Lebensweise. Wir staunen, wenn uns unsere Grosseltern erzählen, wie selten sie sich waschen oder duschen konnten. Wir können uns das heute kaum vorstellen, wenn sie erzählen, wie viele Menschen und Tiere im gleichen Haus zusammenlebten. Wir sind der Auffassung, dass täglich geduscht werden muss, dass die Wohnung geputzt und die kleinen Kinder am besten den ganzen Tag im Haus bleiben sollten, damit sie ja nichts Dreckiges in den Mund nehmen können. 
Aber es ist nachgewiesenermassen gerade diese Art des Kontaktes mit möglichen ­Allergieauslösern, die uns vor Allergien schützt! Kinder, die im 1. Lebensjahr viel Zeit auf einem Bauernhof verbringen, leiden später deutlich weniger an Allergien. Auch Kinder, die mit einem Hund auf­wachsen, der allen möglichen «Dreck» nach Hause bringt, haben deutlich weniger Aller­gien. Dasselbe konnte bei Allergien gegen Nahrungsmittel gezeigt werden. Wenn Kin­der ab dem 3. Monat wochenweise neue Nahrungsmittel bekommen, leiden sie später weniger an Allergien gegen Nahrungsmittel.

 

Foto: iStock.com, © melissaperryphotography

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Bambam

Aus Indien, wo Kinder kaum an Allergien gegen Erdnüsse leiden, stammt eine spannende Studie: Die untersuchten Kinder werden schon kurz nach der Geburt mit Bambam gefüttert. Bambam ist vergleichbar mit unseren Erdnuss-Flips. Dieses Nahrungsmittel wirkt auf die Schleimhaut des Darmes und verleiht dem Körper eine Toleranz gegen Erdnüsse. Unsere Kinder kommen zuerst mit den Schleimhäuten der Nase oder der Lunge mit Erdnüssen in Kontakt, nämlich dann, wenn ihre Eltern Erdnüsse oder Erdnussprodukte essen. Die Studie legt nahe: Wenn der Kontakt mit Erdnüssen zuerst über die Schleimhaut des Darmes erfolgt, scheint der Körper eine Toleranz gegenüber Erdnüssen zu entwickeln; wenn der Kontakt über Nasen- und Lungenschleimhäute erfolgt, scheint der Körper eine Intoleranz (Allergie) gegen Erdnüsse zu entwickeln. 

Desensibilisierung

Wer an einer Allergie leidet, muss den Auslöser meist strickt meiden. Bei Allergien ge­gen Pollen, die bei Allergikern Heuschnupfen, Asthma oder auch Neurodermitis aus-
lösen, gibt es die Möglichkeit der sogenann­ten Desensibilisierung. Mit der Desensi­bilisierungs-Therapie kann der Körper über Jahre an den Allergieauslöser gewöhnt werden und die Allergie bessert sich.


Text: Daniela Stauffer, Fotos: Simone Fischer-Trefzer (Porträt), iStock.com