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Aus Liebe zum Spiel

Fussball ... was schreibt er alles für schöne Geschichten. Wochenende für Wochenende wird der Volkssport Nummer 1 hierzulande von Tausenden aktiv gespielt. Doch neben den vielen aktiven, verbissenen Athleten, gibt es viele, die den Ballsport zum Plausch mit Kollegen spielen. Für genau diese Leute gibt es in Basel schon seit 14 Jahren die Alternativfussballliga «unseriliga».

 

Es war im Jahr 2003, als vier junge Basler in Richtung Fussballprovinz Zürich spienzelten und feststellen mussten, dass es dort, im Fussballniemandsland, schon seit vielen Jahren eine Alternativfussballliga gab. Wir Basler – aus der Hauptstadt des Fussballs – hinkten da noch ein wenig hinterher. Deshalb entstand aus einer Bieridee unter Freunden im Ausgang die Idee zu «unseriliga». 

 

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«unseriliga» ist explizit kein Grümpelturnier, von denen gibt es den Sommer hindurch schon genügend. Nein, die Idee ist es, eine Meisterschaft mit sechs Spieltagen zu veranstalten, wo sich verpflichtungsunwillige Fussballer in der Hopfen- und Malzliga und Fussballerinnen in der Cüpliliga messen. Wo­bei das mit dem «Messen» so eine Sache ist. Klar gibt es Gewinner und Verlierer, doch Tränen der Unterlegenen fliessen in dieser Liga nicht. Der Fussball wird hier schon fast zum Alibi. Wichtiger ist das Zusammensein, die Gemeinschaft, der Spass am Fussballspielen. Fussballer und Fussballerinnen, die genug haben vom mehrmaligen wöchentlichen Training, und die gerne für einen Gingg unter Freunden zu haben sind, finden hier ihren Platz. «unseriliga»-Spieltage sind ein richtiges Happening, auf und neben dem Platz. Das merkt man schon an den auserwählten Spielstätten in der Stadt. Als Heimstätte dient eigentlich der Landhof, doch mit diesem altehrwürdigen Platz ist es halt so eine Sache, wie die Eingeweihten wissen. Deshalb weicht man auch immer wieder gerne auf andere charmante Fussballplätze der Region aus, wie zum Beispiel aufs Hörnli. 

 

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Fussball und Party!

Über die Jahre hat sich die Alternativfussballliga stadtweit einen Namen gemacht. Die meisten Teams blieben der Liga deswegen Saison für Saison treu. Trotzdem haben sich aber einzelne Teams mit der Zeit zurückgezogen, sie fusionierten, neue kamen hinzu. Deshalb startet «unseriliga» dieses Jahr mit neuem OK und neuem Elan in die 14. Saison. Die Idee bleibt die gleiche, doch eine leichte Verjüngung wird angestrebt, weil unter den Jungen der Name «unseriliga» mittlerweile nicht mehr so präsent ist. Das OK ist überzeugt, dass es neben den vielen lizenzierten Sportlern in der Region immer noch sehr viele Plauschfussballer gibt, und dass die einzige Fussball-Alternativliga Basels über viele weitere Jahre bestehen wird.
Fussball und Feste gehören zusammen. Aus diesem Grund organisiert «unseriliga» immer zu Beginn der Saison im April und zum Abschluss der Saison im September eine Party im Gare du Nord am Badischen Bahnhof. Dort herrscht unter den Gästen stets gute Stimmung und beste Laune. Die Parties sind mittlerweile fast schon legendär und jedes Mal rege besucht. Man darf es ja fast nicht sagen, aber es soll Partybesucher geben, die noch nie etwas von «unseriliga» gehört haben. Dieses Jahr wird die Saison traditionell am 29. April mit der Party eingeläutet. Neue, sympathische Gesichter sind immer gerne gesehen.

 

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In all den Jahren haben sich auch immer wieder regionale Fussballgrössen in die ­Alternativmeisterschaft verirrt. Einer der ersten war die legendäre Nummer 2 des FC Basel, Massimo Ceccaroni. Er war es auch, der anfangs ein Frauenteam aus der Cüpliliga nebenbei noch coachte, um sie auf ein beachtliches Level zu bringen. Ein weiterer Gast bei «unseriliga» war auch der mittlerweile in England tätige Timm Klose, vor der WM 2014 in Brasilien. Man will sich nicht ausdenken, was los gewesen wäre, hätte er sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt in der Basler Alternativliga verletzt. Doch das spricht natürlich auch für die Fairness und Lockerheit in «unseriliga». Gestreckte Beine sind hier einfach uncool.
Wann die diesjährigen Spieldaten sind, steht noch nicht fest. Doch es wird alles rechtzeitig auf der Homepage/Facebook-Seite kommuniziert: www.unseriliga.ch.

 

Text: Tiziano Bloch, Fotos: zVg