Die Klinik Arlesheim in den 20er-Jahren

Die Klinik Arlesheim in den 20er-Jahren

Bereit sein für die Zukunft 

Die über 95-jährige Geschichte der Klinik Arlesheim ist eine medizinische Erfolgs­geschichte und zugleich auch eine Geschichte des Bauens. Ita Wegman begann 1921 mit einer grossen Vision in einer kleinen Villa: Sie wollte eine neue Medizin schaffen, die allen erkrankten Menschen zugutekommen sollte. Seitdem wurde am Haus mehrfach an- und das Gebäude auch umgebaut. Seit einigen Jahren wird ein Klinik-Neubau vorbereitet, der den Anforderungen der Zukunft genügt. Über den ent­sprechenden Quartierplan wird an der Arlesheimer Gemeindeversammlung vom 29. März 2017 abgestimmt. 

Warum plant die Klinik Arlesheim einen Neubau?

Andreas Jäschke: Ein Teil unserer Klinik stammt noch aus den 50er- und 60er-Jahren, der andere wurde Anfang der 90er ­fertiggestellt. Um auch in Zukunft für die Bevölkerung ein qualitativ hochwertiges Angebot bereithalten zu können, brauchen wir einen Neubau. Wir haben mittlerweile alle Möglichkeiten ausgereizt, die bestehen­de Bausubstanz der Klinik zu optimieren: Wir haben Abteilungen erweitert und Räume mit neuen Farben versehen. Wir haben wo immer möglich Badezimmer eingebaut und Wände gezogen, um einen zusätzlichen Raum zu gewinnen. All das reicht auf Dauer nicht aus. Die Zeit für ein neues Spital ist mehr als reif, zumal die Ansprüche der Pa­tientinnen und Patienten an die Infrastruktur eines Spitals deutlich gewachsen sind. Die Unter­bringung in einem 1- oder 2-Bett-Zimmer ist heute fast selbstverständlich, ein persönliches Bad wird vorausgesetzt.

 

Das Areal Haus Wegman heute

 

Philipp Schneider: Die Änderungen im Gesundheitswesen sind extrem herausfordernd. Es kann heute niemand verlässlich sagen, wie die Spitallandschaft in zehn oder 20 Jahren aussehen wird. Deshalb brauchen wir auch nicht einfach einen Ersatz des Bestehenden. Wir benötigen einen Neubau, der uns genügend Spielraum lässt, um auf veränderte Anforderungen und Rah­menbedingungen auch kurzfristig reagieren zu können, ein Spital mit hoher Flexi­bilität und Variabilität. Es soll ein Spitalbau sein, der den Patientinnen und Patienten beste Voraussetzungen für ihre Genesung garantiert und den Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen sowie schlanke und sinnvolle Abläufe ermöglicht. Der Neubau ist für die Klinik von existentieller Bedeutung.

 

Dr. math. Andreas Jäschke, Geschäftsführer Klinik Arlesheim

Dr. math. Andreas Jäschke, Geschäftsführer Klinik Arlesheim

 

Mit welchem Zeithorizont rechnen Sie?

Philipp Schneider: Der nächste Meilenstein ist die Abstimmung am 29. März. Wir haben einen Quartierplan eingereicht, der nun auf seinem Weg durch die Instanzen der Gemeindeversammlung vorgelegt wird.
Parallel bereiten wir im Bauausschuss den Wettbewerb vor, der im Sommer nach der definitiven behördlichen Genehmigung aus­gelöst werden soll. Wir rechnen etwa mit einem Jahr, bis das Siegerprojekt feststeht. Wenn alles nach Plan verläuft, werden frühestens Anfang 2019 die ersten Bauarbeiten beginnen. Wir hoffen, dass wir 2021 zum 100-Jahr-Jubiläum unserer Klinik einen ersten grossen Bauabschnitt einweihen können.

 

Philipp Schneider, Präsident des Verwaltungsrates der Klinik Arlesheim AG

Philipp Schneider, Präsident des Verwaltungsrates der Klinik Arlesheim AG
 

Andreas Jäschke: Hinzu kommt, dass wir in mehreren Etappen bauen müssen. Während der Bauzeit soll die Klinik Arlesheim der Bevölkerung ja weiterhin zur Verfügung stehen, das heisst, wir bauen neben der Klinik einen ersten Teil, der dann den Klinikbetrieb übernehmen kann. Anschliessend kann der alte Bau einem neuen weichen.
Da das aber noch einige Zeit dauern wird, haben wir die räumlichen Strukturen der Klinik angepasst und den vorhandenen Raum optimiert. Wir haben ein grosses ­Rochadeprojekt durchgeführt mit einer Gesamtinvestitionssumme von gut CHF 850000. Das Projekt findet Ende März seinen Abschluss, dann befinden sich das gesamte onkologische Angebot mit Station, Tagesklinik und Ambulanz im Haus Wegman und die Psychiatrie/Psychosomatik mit den ambulanten und stationären Angeboten im Haus Lukas. Unsere beiden Apotheken haben wir bereits zusammengelegt und als «Apotheke der Klinik Arlesheim» neu im Pfeffingerhof eröffnet. 

Wird der neue Klinikbau grösser?

Philipp Schneider: Für unseren Neubau steht nicht die Grösse, sondern die Qualität im Fokus. Es geht vor allem um einen möglichst flexiblen Bau, der auch den Anforderungen der Zukunft genügt. Es geht nicht um Bettenausbau und maximale Erweiterung, sondern um bestmögliche Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung. Dass die Schweizerinnen und Schweizer Komplementärmedizin wünschen und wollen, haben sie vor einigen Jahren an der Urne bewiesen. Das können wir ihnen bieten – und zwar als Listenspital, das für alle zugänglich ist. 

Andreas Jäschke: Sehr wichtig ist, dass der neue Quartierplan die Qualität des gesamten Areals steigert und sichert. Denn er definiert den Grünraum und erhält für die Zukunft den wunderbaren Klinikpark. Auch die Grünzone rund um das Klinikareal wurde schon festgelegt und kommt mit dem Quartierplan zur Abstimmung.

Welches Areal soll überbaut werden?

Philipp Schneider: Seit der Fusion der beiden Kliniken vor drei Jahren sprechen wir gern von unserem Campus Klinik Arlesheim, denn es gehören das Haus Lukas an der Brachmattstrasse ebenso dazu, wie die verschiedenen Gebäude am Pfeffingerweg und ein Grossteil des Pfeffingerhofes.
Der Quartierplan aber betrifft nur das Areal um die ehemalige Ita Wegman Klinik. Dort wird unsere neue Klinik entstehen.

Andreas Jäschke: Das Haus Lukas wird nun neu für unsere Psychiatrie/Psychosomatik genutzt. So ist dieses Haus auch wieder rund um die Uhr belebt, was die Nachbarschaft sehr begrüsst. Was aus dem Haus und dem Gelände künftig einmal wird, wird aktuell nicht besprochen. Wir konzentrieren unsere Pläne jetzt auf das Gelände am Pfeffingerweg.