Eingang Hof. Foto ZvG

Eingang Hof. Foto ZvG

Das Laufener Kulturbijou

Das Kulturforum Laufen (KFL) ging aus dem Kulturforum Brauerei-Chäller hervor, das während mehr als dreissig Jahren die Kultur im «Stedtli» prägte. Seit September 2002 führt das KFL seine Veranstaltungen im Kulturzentrum «Alts Schlachthuus» durch. Das Programm im Konzert- und Theatersaal und im Ausstellungsraum belebt und ­bereichert das Kulturleben im Laufental und im angrenzenden Thierstein.

 

Das alte Schlachthaus von Laufen wurde 1897 vom Architekten Julius Ganser aus ­Basel erbaut. Nach der Einstellung des Schlachtbetriebes zerfiel das Äussere zu­sehends. Im August 2002 wurde das Kulturzentrum «Alts Schlachthuus» eröffnet, nachdem eine gemeinnützige Stiftung die Trägerschaft übernommen und das Gebäude vollständig umgebaut hatte. Die imposante Dreiflügelanlage bietet Platz für das Kulturforum und für die Musikschule Laufen. Die funktionalen Räume stehen auch externen Veranstaltern zur Verfügung. Das ganze Haus mit Forum, Ausstellungsraum und Bistro überzeugt durch eine sorg­fältige, zurückhaltende, sehr geschmackvolle Ausstattung.

 

Ein Blick in die Galerie

Ein Blick in die Galerie

 

Qualität querbeet

Luzern hat sein KKL – Laufen hat sein KFL! Mit einer Vielfalt an Veranstaltungen, die sich sehen lassen kann: Film – Ausstellung – Lesung – Disco – Kabarett – Magie-Illu­sion – Konzert – Jazz – Liederabend – Talk – Film für Kinder. Diese breite Palette macht die Attraktivität des Kulturforums aus; alle Spezialisten finden da ihr bevorzugtes Betätigungsfeld. Das Kleinkunstprogramm hat sich der breiten schweizerischen Szene verschrieben und das Ausstellungsprogramm bevorzugt Kunstschaffende vom Jura bis ins Fricktal. Das Publikum aus dem Laufental und dem Schwarzbubenland besucht das Haus gerne; oft hätte es aber Platz für mehr Zulauf. Der grosse Saal hat 200 Plätze! Gerade für Gäste aus der Region Basel liegt das attraktive Haus eigentlich vor der Türe – dem dreimaligen SBB-Halt pro Stunde sei Dank!

 

Christoph Simon

Christoph Simon

 

Ein eingespieltes Team

Die für die jeweiligen Sparten zuständigen Gruppen gestalten ihren Programmteil selbst­ständig. Die Koordination der rund 60 Veranstaltungen pro Saison liegt beim langjährigen Vereinspräsidenten Martin Blatter, dem eigentlichen Kopf und Herz des KFL. Trotz der unentgeltlich geleisteten Arbeit decken viele Veranstaltungen ihre Kosten jedoch nicht über die Eintrittspreise allein. So ist das Kulturforum auf eine breite Trägerschaft angewiesen. Die finanzielle Absicherung übernehmen der Kanton Baselland mit einer jährlichen Unterstützung von 50000 Franken und die Stadt Laufen mit 16000 Franken. Stiftungen und die Beiträge der Vereinsmitglieder helfen weiter mit, die Finanzen auszugleichen. Der ideelle Support ist aber ebenso wichtig. So betont Blatter das gute Einvernehmen mit Esther Roth, der Kulturbeauftragten des Kantons Baselland.

Rosinen

Im Veranstaltungsprogramm hat es regelmässige Highlights, so die beliebten Disco-Abende und die gut besuchten Jazzkonzerte am Sonntagmorgen mit Kaffee und Zopf. Martin Blatter macht auf einen besonderen Leckerbissen aufmerksam: eine neue Reihe kommentierter Klassikkonzerte mit einer originellen thematischen Ausrichtung. So widmet sich am 1. April um 20.15 Uhr 
ein Trio der Musik von Mozart und Charlie Chaplin. Die beiden verbindet mehr, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Beide waren Genies, beide haben Kunstformen zu vereinen versucht, und beide sprechen alle menschlichen Empfindungen an. Chaplins Filmmusik wird in Verbindung gebracht mit Mozarts grossem Streichtrio, das er als «Divertimento», also als Zerstreuung, be­titelt hat. Die Werke beider werden mit­einander verwoben durch Aufmischung, Kombination und durch launige Kommentare. Ein wunderbares Versprechen, das einen KFL-Besuch geradezu aufdrängt!

 

Text: Fredy Heller, Fotos: zVg