Blumengarten in Pfeffingen. Foto: zVg

Schöner Garten

Die Vorfreude auf eine bunte Gartensaison steigt. Das BirsMagazin war in einem Pfeffinger Blumengarten zu Besuch und hat sich mit den Besitzern über ihre Leidenschaft unterhalten.

 

«Ausser fürs Malen und Gärtnern bin ich für nichts gut», sagte einst der Künstler Claude Monet. Zurzeit können seine Werke in der Fondation Beyeler in Riehen besichtigt werden. Monets Malkünste mit ihrer eindrücklichen Farbigkeit sind ein Ausdruck seiner emotionalen Bindung zu seinen Motiven: Pflanzen, Gärten, Natur und Landschaften. Gärten sind weit mehr als nur ein Stück bepflanztes Land. Sie sind Arbeits- und Erholungsraum, sie benötigen Zuwendung, dafür schenken sie Früchte und Blütenpracht, und sie regen die Sinne an, vom Scheitel bis zur Sohle. Ein chinesisches Sprichwort sagt: «Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten.»

Das Naturtheater

Nach dem Winterschlaf sind im Garten bereits wieder die ersten Blüten zu bestaunen. Und schon bald verwandeln bunte Blumen das Pflanzenreich in ein Farbenparadies. Mit viel Enthusiasmus sind jetzt wieder viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner an ihrer Arbeit. «Ich habe einen Hang zur Perfektion. Der Garten ist für mich wie ein Bild mit klaren Farbvorstellungen», erklärt uns die Gartenliebhaberin und Malerin Irène Ronco aus Pfeffingen. In ihrem Garten, den sie mit ihrem Ehemann pflegt, spriessen auf etwa 730 m2 eine Vielzahl von Pflanzenarten, meistens Blumen. «Wir achten auf eine gestaffelte Blütenfolge, damit wir uns von Anfang Frühling bis Ende Herbst an einem bunten Garten erfreuen dürfen.» Seit bald 35 Jahren widmet sich das Ehepaar ihrem Garten. «Am Anfang haben wir Lehrgeld bezahlt», meint Roland Ronco, «Cotoneaster, Efeu und Immergrün sind aus unserem Garten verschwunden.» Vor dem Haus verwandeln ab April Azaleen, Rhododendren und Glyzinien die Hauseingangsseite in ein weiss-orange-rosa-tiefrot-blaues Blütenmeer. Vom Sitzplatz auf der Südseite sieht man in ein Naturtheater. Die Bühne ist das ebene Rasenstück. Am Bord dahinter und auf den Seiten wirken die Pflanzen wie die Zuschauer in den Rängen. Dabei ist es natürlich genau umgekehrt, die Hauptdarstellerin ist die blühende Flora. 

 

Privater Blumengarten in Pfeffingen. Foto zVg

 

Neue Sorten

«Im Frühjahr blühen die wunderschönen Christrosen», sagt Irène Ronco. Sie informiert sich in Fachliteratur und im Internet, was es Neues und Spezielles gibt. «Wenn ich neue, interessante Arten entdecke, kommt das Verlangen, sie auch in meinem Garten zu haben.» Hat es ihr eine Pflanze angetan, wird sie bestellt. Im Laufe der Jahre hat sich Irène Ronco ein grosses Wissen und ein Fingerspitzengefühl für Blumenpflanzen zugelegt. Dabei hat sie eine grosse Leidenschaft für Rosen entwickelt. Besonders die englischen Rosen des bekannten Züchters David Austin haben es ihr angetan. Diese entsprechen eher den alten Rosensorten: Duften stark, sind gefüllt und sehr widerstandsfähig. An ihren Rosenbäumen und Obelisken mit Kletterrosen erfreuen sich die Pfeffinger Gartenliebhaber fast ein halbes Jahr. 

Reisen zu den Gärten

Dann kommt die Zeit der Staudenpflanzen. Da lässt sich Irène Ronco gerne in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin im Markgräflerland inspirieren. «Sie hat eine riesige Auswahl in unzähligen Farbtönen», meint die Gartenspezialistin. Erst spät entdeckt hat sie die Schönheit und Vielfalt der Hortensien. Heute möchte sie das andauernd blühende Strauchgewächs in ihrem Garten nicht mehr missen. Was macht denn ihr Garten, wenn sie in den Ferien sind, wollen wir wissen? «Wir können uns auf unsere Tochter, meine Schwester und Freunde ­verlassen. Sie schauen nach dem Rechten wäh­­rend unserer Abwesenheit.» Dass die Ferienreisen des Ehepaars Ronco oft zu Gartenparadiesen im Ausland führen, versteht sich fast von selbst. Natürlich kennen sie fast alle legendären englischen Gärten. Doch auch in Frankreich und Deutschland haben sie wundervolle Entdeckungen gemacht. Auch in der Schweiz gibt es viele sehenswerte Gärten und Parks. Etwa 300 solche Gärten beschreibt der «Gartenreiseführer Schweiz» von Sarah Fasolin. Eine gan­ze Seite ist dem Garten der Familie Ronco in Pfeffingen gewidmet.

 

Text: Werner Thüring, Fotos: zVg