Fotos: zVg (OK Badminton Swiss Open)

Viel mehr als nur Federball

Das Yonex Swiss Open 2017 präsentiert Interessierten eine Parade von Stars der Badminton-Szene. Es findet in diesem Jahr vom 14. bis 19. März zum 27. Mal statt; Austragungsort ist die St. Jakobshalle. Das BirsMagazin traf Christian Wackernagel, OK-Präsident des Turniers und Betreiber einer Badminton-Halle in Oberwil.

 

Federball betreiben viele Leute in der Freizeit. Schon bald hat man das Gefühl, man beherrsche die Ballwechsel und damit die ganze Sportart. «Stimmt», sagt Christian Wackernagel, «das Spiel ist leicht zu er­lernen, weil man sich den Federball punkt­genau zuspielt und darauf achtet, so viele Male wie möglich hin und her zu spielen.» Wackernagel hat auch kein Problem mit dem etwas despektierlich tönenden Ausdruck «Federball» und führt weiter aus: «Es ist ein idealer Freizeitsport für alle Generationen, das macht ihn ja so populär.»

Ein Spitzensport

Mit Badminton hat Federball aber wenig zu tun. Beim Badminton geht es darum, dafür zu sorgen, dass der Gegner auf der anderen Seite des Netzes den Federball nicht erreicht. Badminton ist ein Spitzensport. Die Athletinnen und Athleten, die ihn wettkampfmässig betreiben, kommen nur mit viel Training, starker Physis, viel Ausdauer, Geschwindigkeit und mentaler Stärke an die Spitze. Mehrere Studien belegen, dass die Sportart Badminton punkto Gesamtanforderungen an den Athleten an zweiter Stelle nach dem Boxen kommt.
Am Yonex Swiss Open 2017 ist die Hälfte der Weltelite am Start. In Ländern wie Malaysia, Indonesien und China ist Badminton ausserordentlich populär. Die Weltmeister und Olympiasieger, die aus diesen Ländern kommen, sind in ihrer Heimat Volkshelden. In Europa ist Badminton vor allem in Dänemark beliebt. Die Profis in den Top Ten des Spieler-Rankings (Männer und Frauen) kön­nen sehr gut von ihrem Sport leben. Dazu Christian Wackernagel: «Die Preisgelder an den Turnieren sind nicht exorbitant hoch (in Basel zum Beispiel 120000 Franken, aufgeteilt auf fünf Disziplinen), aber die Stars der Szene haben reichlich Werbeverträge, mit denen sie ausreichende Einkünfte erzielen.»

Basel als Sprungbrett

Das Basler Turnier nimmt im Jahreskalender der Badminton-Cracks einen wichtigen Platz ein. Es wird im Männer- und Frauen-Einzel, Männer- und Frauen-Doppel und im Mixed gespielt. Das Turnier gilt als Sprungbrett für kommende Spitzenspieler und ist daher sehr beliebt. Christian Wackernagel erzählt von ehemaligen Siegerinnen und Siegern des Swiss Open, welche im Verlauf ihrer weiteren Karriere Olympia- und WM-Medaillen errungen haben.
Gespielt wird am Yonex Swiss Open auf vier Plätzen gleichzeitig, alle sind von jedem Sitz in der St. Jakobshalle gut zu überblicken. Das OK rechnet mit etwa 17000 Zuschauern, verteilt über die sechs Turniertage. Erfahrungsgemäss finden sich am Wochenende, wenn die Finals ausgetragen werden, die meisten Fans ein. Am Samstag, 18. März, erhalten alle Gratiseintritt, die für den am gleichen Tag stattfindenden Match FCB – Grasshoppers ein gültiges Ticket oder eine Jahreskarte besitzen. «Das ist eine gute Sache, die allen etwas bringt», sagt Christian Wackernagel, «denn gegen den FCB haben wir einen schweren Stand und so wird sich manch einer entscheiden, mit dem gleichen Ticket von der Joggelihalle ins Stadion – oder umgekehrt – zu wechseln.»
Unerlässlich für so einen grossen Anlass sind auch die vielen Helferinnen und Helfer im Vorder- und Hintergrund. Das sind rund 200 Menschen, die in den verschiedensten Funktionen (Linienrichter, Schiedsrichter, Ärz­te, Physiotherapeuten, Speaker, Mitarbei­tende Turnierbüro, Chauffeure sowie Mit­hilfe bei Bauarbeiten, Reinigung und Catering) alljährlich einen tollen Job machen.
Und was ist eigentlich mit den Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmern? Können wir da auf Leistungen hoffen, die unser Fanherz erfreuen? «Das wird schwierig», meint Christian Wackernagel, «bei den Frau­en ist Sabrina Jaquet aus der Romandie in den Top 40, bei den Männern haben wir keinen in den Top 100. Das sollte aber niemanden davon abhalten, gleichwohl in die Joggelihalle zu kommen.» – Recht hat er.
www.swissopen.com
 

Text: Heinz Studer, Fotos: zVg (OK Badminton Swiss Open)