Beim Hands-on-Projekt hat Kurt Henzi, weisser Bauhelm, auch tatkräftig mitangepackt. Foto: Jay Altenbach-Hoffmann

Beim Hands-on-Projekt hat Kurt Henzi, weisser Bauhelm, auch tatkräftig mitangepackt. Foto: Jay Altenbach-Hoffmann

Ein Rückblick zum Abschied

Nach der Wahl von Kurt Henzi zum Gemeindepräsidenten im Jahr 2000 bat ihn der damalige Stiftungsratspräsident Altbundesrat Otto Stich um Unterstützung im Stiftungsrat. Während 18 Jahren engagierte sich Kurt Henzi in unzähligen Stunden und mit viel Herzblut für das Kloster Dornach.

 

BirsMagazin: Herr Henzi, was sind Ihre Erin­nerungen an die Anfangszeiten im Kloster?

Kurt Henzi: Das damalige Kloster kann mit dem heutigen nicht mehr verglichen werden. Die Anfangszeiten waren sehr mühsam, weil wir absolut kein Geld hatten. ­Anfänglich gab es das Café Klösterli und Elfriede Hefti buk zusammen mit freiwilligen Helferinnen mittwochs und sonntags unzählige Wähen, die nachmittags zu Kaffee und Tee verkauft wurden. In einer alten Klosterzeitung fand ich einen Hinweis, dass Hefti im Februar 2002 das stolze Ergebnis von 12000 Franken an die Stiftung überweisen konnte. In diesem Jahr fing auch eine neue Klosterleiterin an und diese wünschte für die Klosterleitung den Ausbau der Wohnung. Dafür mussten wir wiederum Geld sammeln. Dank unserer vielfältigen Kontakte kam ein schöner Batzen zusammen. 

 

Kurt Henzi, der in den letzten 18 Jahren alle Umbauten im Kloster geleitet hat. Foto: zVg

Kurt Henzi, der in den letzten 18 Jahren alle Umbauten im Kloster geleitet hat. Foto: zVg

 

Die Personalsuche lag auch beim Stiftungs­rat?

Ja, das war immer eine ganz wichtige Aufgabe von uns und es war ein grosses Glück, als sich der Gastroprofi Bruno Ritter im September 2002 um die frei gewordene Stelle als Klosterleiter bewarb. Ein ausgewiesener Gastronom mit viel Erfahrung war genau das, was das Kloster brauchte. Nachdem er seinen eigenen Betrieb aufgegeben hatte, kam er ins Kloster und brachte einen Teil seines Inventars von seinem damaligen Betrieb in Birsfelden mit. Wir konnten viel Mobiliar für das Haus und den Garten «erben». Auch unter Freddy Buess entwickelte sich der Betrieb stets weiter. 

Sie waren in diesen vielen Jahren im Stiftungsrat immer die Ansprechperson für den Unterhalt der Klosteranlage?

Ich habe viel gebaut. In der Chlosterpost von Juni 2004 habe ich eine Liste gefunden mit den Projekten, die in meinen ersten drei Jahren vorangetrieben wurden. Da sind einerseits die Installation des Sonnensegels und der Bau einer Gartenwirtschaft so-
wie der Einsatz von Zivilschützern zur Säuberung der ganzen Anlage. Andererseits bauten wir eine Rezeption, eine neue WC-An­lage, sanierten die Klosterküche und ersetzten alle Fensterläden. Das Atelier und zwei Wohnungen wurden in Gästezimmer umgebaut. Damit schufen wir eine gute Grundlage für den Ausbau der Gastronomie und der Hotellerie als tragende Grundpfeiler für die Erhaltung des Klosters.

Aber die finanziellen Probleme standen während vieler Jahre im Zentrum?

Ja, das war leider so. Zweimal musste ich unsere Mäzenin Dorothea Boder um Hilfe bitten und sie gab uns jedes Mal einen grosszügigen Zustupf von je 100000 Franken, damit wir wichtige Anschaffungen tätigen bzw. Rechnungen bezahlen konnten. Dank der Weihnachtsspende und vielen wei­teren Spenderinnen und Spendern konn­ten wir immer wieder dringend nötige Bauvorhaben ausführen oder Anschaffungen tätigen. Nach dem Tod von Dori Boder wurde die Stiftung als Alleinerbin des kinderlosen Ehepaars eingesetzt, was den aktuellen, grossen umfassenden Umbau erst möglich machte. 

Zudem profitierte das Kloster von Ihrem grossen Netzwerk? 

Als langjähriger ehemaliger Gemeindepräsident sowie Kantonsrat und Rotarier habe ich ein gut funktionierendes Umfeld. So ge­lang es, das Zivilstandsamt Dorneck-Thierstein im Kloster anzusiedeln oder genügend Helfer zusammenzubringen, um mittels eines Froneinsatzes den Innenhof des Klosters an einem Arbeitstag freizuräumen. 

Wie sehen Sie die Zukunft des Klosters?

Auch wenn mein Abgang von unschönen Begleiterscheinungen geprägt war, grundsätzlich positiv. In den letzten 18 Jahren hat der Stiftungsrat unter der Leitung von Karl Huwiler und Lorenz Altenbach grosse Entwicklungsarbeit geleistet. Mit den drei Pfei­lern, Gastronomie/Hotellerie, Kultur und Kirche ist die Stiftung gut aufgestellt und ich wünsche mir, dass das Kloster als Kulturgut Dornachs erhalten bleibt.

 

Text und Foto: Jay Altenbach-Hoffmann