Foto: © iStock.com, Aladino Gonzalez

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 Safari im Leimental

Feldstecher und Tropenhelm dürfen Sie für unseren Ausflug nach Bättwil getrost zuhause lassen. Nehmen Sie stattdessen einen Rucksack mit, falls Sie in einem Hofladen einkaufen möchten, und eine Handvoll trockenes Brot, um sich mit den Zwergziegen anzufreunden.

 

Unser Ausflug beginnt im Zentrum Therwils. Wir folgen der Bahnhofstrasse Richtung Biel-Benken und passieren als Erstes die Metzgerei Mathis, dann queren wir den Löwenplatz-Kreisel und halten uns immer Richtung Biel-Benken. Mit der Bäckerei Grellinger bietet sich uns die letzte Chance für eine genussvolle Stärkung. Bei der Bushaltestelle Lindenstrasse wechseln wir auf die linke Seite und nehmen den Lindenfeldweg. Wir lassen den brausenden Verkehr rechts liegen und sehen vor uns bereits die offenen Felder. Unser Weg führt sanft aufwärts und wir haben den freien Blick in die Landschaft. 

 

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Weite Felder, Vögel und Hecken 

Links von uns befindet sich Witterswil mit dem Witterswiler Berg, weiter hinten unser Ziel Bättwil, markiert durch den Bättwiler Berg und den Landskronberg. Nicht zu übersehen ist der mächtige Schliefhof, der hier dem Bach seinen Namen gibt, aber vielleicht ist es auch umgekehrt. Der Bachlauf ist teilweise ein Schutzgebiet und die Hecken zwischen den Feldern bieten Unterschlupf für Vögel.

 

Foto: © iStock.com, Sportactive


Die Panoramatafel ist der richtige Moment, um den Blick nach rechts zu werfen: Wir sehen vor uns Biel-Benken und hinter uns Oberwil und das Bruderholz – die Weite wird begrenzt von den sanften Hügelzügen. Wir ziehen weiter und erblicken bereits die Glashäuser der Gärtnerei Allemann in Witterswil und den Verkehr auf der Verbindungsstrasse von Bättwil nach Biel-Benken. Wir biegen links ab und folgen dem Bachlauf des Binnbachs. Wir werfen noch einen Blick auf den bunten Frühlingsflor neben den Glashäusern, queren die Strasse und haben schon den Galloway- und Straussenhof erreicht.

Galloway- und Straussenhof

Im Aussengehege hat uns bereits Idefix, der schneeweisse Lama-Wallach, entdeckt. Während wir die zutraulichen Zwergziegen streicheln, beobachtet er uns andauernd und hält etwas Distanz. Uns ist das recht, wir wollen schliesslich nicht angespuckt werden. Idefix teilt sich das Gehege mit den Zwergziegen und zwei weiteren Lamastuten – die grössere ist seine Mutter.
Weiter hinten entdecken wir einige Straus­se, welche die Hälse recken, was natürlich sofort unser Interesse weckt. Strausse sind die grössten lebenden Vögel der Erde und werden bis zu 110 kg schwer. Wenn sie sich aufrichten, sind sie fast so gross wie ein Mensch. Hähne werden noch etwas schwe­rer und erreichen locker über zwei Meter. Mit ihren behaarten Köpfen und grossen Augen wirken sie wie aus einer anderen Welt. Diese Laufvögel sind ja eigentlich in Afrika beheimatet, aber sie scheinen sich auch im Leimental wohl zu fühlen.

 

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Attraktion der Euro 2008

Zufälligerweise kommt gerade Herr Fisch angefahren. Freundlich streckt uns der Besitzer des Hofes die Hand entgegen und zeigt uns den Stall, wo es fein nach Heu duftet. Da es bei unserem Besuch Winter ist, sind die Galloway-Rinder im Stall anzutreffen, aber sobald die Vegetation ab ca. April wieder ihre Aktivitäten entfaltet, dürfen sie wieder hinaus auf die Weiden. Die Galloways sehen knuffig aus mit ihrem gewellten Haar und man möchte sie gleich umarmen.
Herr Fisch erzählt uns, dass sie während der Euro 2008 ein Eventzelt auf dem Hof gehabt hätten und die Lamas als spuckende Attraktion gedacht gewesen seien. Mitt­lerweile sind sie ihm ans Herz gewachsen und durften bleiben. Er schwärmt auch vom schmackhaften Fleisch, das die Galloways durch die extensive Haltung und Fütterung mit Raufasern (Gras und Heu) geben. Auch das fettarme Straussenfleisch, welches eher an Rind und nicht an Geflügel erinnert, wird ab Hof verkauft.

 

Foto: © iStock.com, Els van der Gun


Die Galloways sind hungrig und es ist Zeit, sich zu verabschieden. Wir folgen dem Weg weiter und biegen links ab, am Reitsportzentrum vorbei, dann queren wir die Haupt­strasse und sind nach wenigen Schritten an der Tramhaltestelle Bättwil Dorf, wo uns das Tram nach einem erlebnisreichen Spaziergang wieder nach Hause bringt.

 

Text: Benedikt Bischofberger