Restaurantleiter Georg Luisoni entdeckt seine neuste Passion als Barman.

Restaurantleiter Georg Luisoni entdeckt seine neuste Passion als Barman. Foto: Christian Jaeggi

Menschen im Kloster

Seit einem Jahr steht der 25-jährige Georg Luisoni für das Kloster an vorderster Front. Als Leiter Restaurant fühlt er sich aber nicht nur für die Gastronomie zuständig, sondern hat das ganze Kloster im Blick. Er schätzt die Möglichkeit, sich überall einbringen zu können. 

BirsMagazin: Weshalb haben Sie sich ausgerechnet eine Arbeit im Kloster gesucht? 

Georg Luisoni: Diese Stelle hat eher mich gefunden. Nach meiner Lehrzeit im Land­gasthof Hard in Zunzgen und einem Ab­stecher in die Gastronomie im Bethesda Spital wollte ich eine andere Facette der Arbeitswelt kennenlernen und durfte ein Jahr lang in der Tagessonderschule in Dornach Erfahrungen in der Sozialpädagogik sammeln. Anschliessend zog es mich jedoch wieder in die Gastronomie zurück. Nachdem ich auf das Inserat vom Kloster Dornach reagiert hatte, durfte ich mich auf der schönen Terrasse unter strahlend blauem Himmel bei Herrn Rapp vorstellen. In diesem Moment erschien mir das ein perfekter Ort zum Arbeiten zu sein.

Und? Sind Sie zufrieden mit dem Entscheid?

Oh ja. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich kann meine Ideen einbringen und wir diskutieren viel, wie Abläufe vereinfacht werden oder wo wir etwas verbessern könnten. Das Team ist toll. Aber es ist eine grosse Herausforderung, welcher wir uns mit Freude stellen, um die anspruchsvolle Klientel zufriedenzustellen. 

Wie kommt es, dass Sie am ersten Jazz­happening eine Drink-Karte kreiert haben und hinter der Bar standen? 

Nun, im Programm stand «mit Barbe­-trieb». Das hat uns überrascht und herausgefordert. Wir wollten natürlich etwas Spezielles für den Jazzbetrieb anbieten und haben deshalb für die Anlässe eine kleine Bar gebaut, die in den Lift passt und so im ganzen Haus betrieben werden kann. Ausserdem haben wir im Herbst unsere alten Schnäpse in der Brennerei Zeltner zum ­exklusiven Kloster-Gin «Home Brew» gebrannt. Er hat einen fruchtigeren Geschmack als sonstige Gin-Sorten. Daher lag es nahe, ihn mit Fruchtsäften aus der Klosterküche zu mischen. Den Gästen hat es geschmeckt und der erste Abend war ein voller Erfolg. Jetzt wollen wir das Angebot noch optimieren. Es hat noch Luft nach oben, aber was wir planen, kann ich noch nicht verraten! Kommen Sie das nächste Mal zu «Jazz & Soul Afterwork» und lassen Sie sich überraschen!

 Was machen Sie, wenn Sie nicht im Kloster arbeiten? 

Ich habe mich entschlossen, die Berufsmatura nachzuholen. Das heisst, dass ich zurzeit immer am Lernen bin. Wohin dieser Weg mich führt, weiss ich aber auch nicht so genau, ausser, dass ich mir wünsche, auch in weiterer Zukunft mit Menschen zusammenzuarbeiten.

 

Interview: Jay Altenbach-Hoffmann, Foto: Christian Jaeggi