Kostas Maros an einem der 25 Orte aus der Sammlung «HIDDEN»: «Filter 4», die alte Anlage der IWB zur Wasseraufbereitung auf dem Bruderholz, ist heute ein Kunstraum.

Kostas Maros an einem der 25 Orte aus der Sammlung «HIDDEN»: «Filter 4», die alte Anlage der IWB zur Wasseraufbereitung auf dem Bruderholz, ist heute ein Kunstraum. Foto: Christian Jaeggi

Von Gefühlen und Zuständen in Bildern

Verborgene Orte üben per se eine Faszination aus – aber warum eigentlich? Dieser Frage gingen der Fotograf Kostas Maros und die Kuratorin Catherine Iselin nach. Entstanden ist eine Sammlung von 25 Orten in der Schweiz, die den meisten Menschen nicht zugänglich sind.

 

Die 21 in der Gastaustellung «HIDDEN» gezeigten Fotografien im Forum Würth in Arlesheim sind in einheitlich grossem Format gehalten. Menschen sucht man darauf vergebens; es sind einzig die Räume, die Geschichten erzählen. Der Betrachter ist gefordert, sich auf die Bilder einzulassen und deren Magie zu entdecken, ohne sich von Sprache oder Multimedia ablenken zu lassen. Da ist zum Beispiel die Türe im Inneren des Jungfraujochs, hinter der ein Bergwart-Ehepaar mit ihrem Hund lebt. Oder der «Pink Room» im Regionalgefängnis Burgdorf, eine private Sammlung von Raumfahrtobjekten, das Mikrochip-Forschungslabor im CERN oder ein Schrank mit nach Farben geordneten Tanzschuhen im Re­quisitenraum des Opernhauses Zürich, der Ausblick aus dem Sterbezimmer von Di­gnitas, das geheime Sitzungszimmer im Bundeshaus.
Gefunden haben Iselin und Maros die Orte durch Recherche und Hinweise aus dem Bekanntenkreis. Bei der Auswahl wurden sowohl geographisch als auch soziokul­turell möglichst unterschiedliche Bereiche abgedeckt. Die Vorbereitungsarbeiten nah­men eineinhalb Jahre in Anspruch, für die Aufnahmen vergingen nochmals sechs Monate. Entstanden ist eine pointierte Sichtbarmachung von Gefühlen und Zuständen in Bildern, die nie in Voyeurismus abgleiten, sondern stets die Magie des Verborgenen respektieren.

Text: Sabina Haas, Foto: Christian Jaeggi