Mann mit Bart

Eine haarige Sache

Haare sind im Trend. Am richtigen Ort sollen sie üppig spriessen und am falschen verschwinden. Männer tragen sie neu in voller Pracht auch im Gesicht. Und die Glatze wird zum Glück inzwischen auch mit Stolz getragen. Frauen gelten als schön, wenn die Haare voll, glänzend und lang sind. – Was aber, wenn die Haare am falschen Ort wachsen und am richtigen Ort fehlen?

Männer

Der neue Mann trägt Bart. Der Bartwuchs wird durch das Hormon Testosteron gesteuert und wächst ab der Pubertät ein Leben lang. Auch der Bart muss gepflegt werden. Täglich sollte er gekämmt und sollten Staub, Hautschuppen oder Essensreste entfernt werden. Bei der Haarwäsche, sollten auch diese Haare des Bartes gewaschen werden, damit der von der Haut gebildete Talg und die Schuppen auf der Haut und in den Haaren entfernt werden. Das Haarwachstum ist nicht ganz symmetrisch, wie auch auf dem Kopf. Deshalb sollte der Bart in Form geschnitten oder mit dem Bartschneider getrimmt werden.

Auch der Haarwuchs auf der Kopfhaut wird sehr stark vom Hormon Testosteron beeinflusst. Oft leiden Männer darunter, dass ihr männliches Hormon die Wachstumsdauer der Kopfbehaarung so stark verkürzt, dass die Haare kaum mehr wachsen, und eine Glatze entsteht. In diesem Fall wird von vererbtem, hormonal bedingtem Haarausfall gesprochen. Oft haben mehrere Familienmitglieder eine Glatze. Viele Männer tragen aber ihre Glatze inzwischen mit Stolz. Was kann man tun, wenn die Glatze stört? Die Haarwachstumsphase kann entweder mit einer Tinktur oder mit Tabletten verlängert werden. Mit diesen Massnahmen kann der Haarausfall gestoppt werden und ein Teil der Haare auf der Kopfhaut wachsen sogar nach.

Stören Haare kosmetisch, zum Beispiel am Rücken, können sie wie im Gesicht rasiert werden. Oder es kann epiliert werden, mit rotierenden Maschinen oder mit Wachs. Eine etwas länger andauernde Art der Epilation kann mit dem Laser oder mit sogenannten Blitzlampen erreicht werden.

Frauen

Frauen gelten seit der Antike als schön, wenn ihre Kopfbehaarung füllig ist, wenn die Haare lang und glänzend getragen werden. Leider sind aber auch Frauen von Haarausfall betroffen. Schon junge Mädchen können, wie Männer, an vererbtem, hormonal bedingtem Haarausfall leiden. Häufiger ist die Ursache allerdings ein Mangel, zum Beispiel Eisenmangel oder Mangel eines Vitamins. Wenn die Ursache des Haarausfalls bekannt ist, kann auch eine Therapie begonnen werden, damit die Haare wieder nachwachsen oder der Haarausfall zumindest nicht weiter voranschreitet.

Häufiger leiden Frauen jedoch an unerwünschten Haaren. Zum Beispiel möchten sie im Sommer die Haare an den Beinen entfernen. Dies kann einfach mittels Ra­sieren geschehen. Damit der haarlose Zustand etwas länger anhält, kann mittels rotierenden Maschinen oder Wachs epiliert werden. Eine noch länger anhaltende Art der Epilation kann auch bei Frauen mittels Laser oder sogenannten Blitzlampen erreicht werden. Entgegen der Aussage von vielen Kosmetikinstituten und Werbeslogans von Laserfirmen stimmt es aber leider nicht, dass diese Lasertherapie die Haare endgültig entfernt. – Die Stammzellen der Haarwurzel können sich regenerieren, sodass nach Jahren eine erneute Laserbehandlung, allerdings in abgekürzter Form, nötig wird.

Heutzutage ist alles erlaubt – tragen Sie also Ihre Haare wie Sie möchten. Sei es im Gesicht, auf dem Kopf oder am Körper. Aber pflegen Sie sich und Ihre Haarpracht.

Text: Dr. med. Daniela Stauffer, Foto: Simone Fischer-Trefzer (Porträt), Foto oben: iStock.com