Yves Haussener und Florian Breer

Florian Breer und Yves Haussener

Haussener/Breer: ein Duo für die Zukunft

Vom 11.–16. Mai 2016 fand im Luzerner Lido die U21-Beachvolleyball-Weltmeisterschaft statt. Zwei Wochen davor traf ich die beiden Schweizer Vertreter aus Basel zu einem kurzen Interview. Das Duo, Yves Haussener und Florian Breer, erzählte mir von ihrer noch jungen, aber dennoch schon sehr spannenden Karriere.

 

Als ich die beiden zum Interview traf, war schon ziemlich bald die Rede von dieser U21-WM im eigenen Land. Direkt ansprechen wollten sie es verständlicherweise noch nicht, aber die Konzentration und die Vorfreude auf dieses Grossereignis war bei den beiden bereits zu spüren. Allerdings war von Anspannung keine Spur. Sie gehörten als 17-Jährige nicht zu den Ältesten in dieser Alterskategorie und konnten somit am Turnier nur gewinnen. Und das taten sie auch. Sie spielten sich souverän bis in den Viertelfinal, wo sie sich den späteren Finalisten aus Mexico sehr knapp geschlagen geben mussten. Am Schluss schaute ein grandioser 5. Platz heraus an der U21-WM.

 

Coop-Beachtour in Zürich 2016

Coop-Beachtour in Zürich 2016

 

Das zweite Saison-Highlight

Anders sieht die Ausgangslage vor dem zweiten Saison-Highlight Ende Juli aus. In Zypern messen sie sich an der U19-Beachvolleyball-Weltmeisterschaft mit Gleichalt­rigen. Als amtierende Weltmeister in ihrem Jahrgang gehören sie somit zum Favoritenkreis. Deshalb hoffe ich, dass sie ihre hervorragenden Leistungen ein weiteres Mal abrufen und mit einem zweiten Junioren-Weltmeister-Titel in die Schweiz zurückkehren können.
Angefangen hat die Erfolgsgeschichte des Duos schon vor einigen Jahren. Yves ist in einer Volleyballer-Familie aufgewachsen und hat bereits mit vier Jahren mit dem Volleyball angefangen. Mit acht Jahren stiess dann Florian zu ihm ins Team. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut. Während den Sommerpausen spielten sie jeweils mit zwei anderen Teamkameraden Beachvolleyball. Damals zwar noch nicht im selben Team, doch als die anderen zwei im Jahre 2012 ­altershalber in eine höhere Spielerklasse wechseln mussten, war für sie beide klar, dass sie von nun an ein Beach­volley-Team stellen werden. Mit Erwin ­Sebestyen, dem Onkel von Yves, fanden 
sie zudem den optimalen Trainer. Auf ihn angesprochen, kommen die zwei jungen Beachvolleyballer ins Schwärmen. Er sei ein super Trainer, stets extrem engagiert und sicherlich der Grundstein für ihren Erfolg. Er habe ihnen seine eigene, sehr erfolgreiche Spielweise eingeprägt, mit der sie nun von Sieg zu Sieg eilen.
Der Erfolg ist allerdings das Ergebnis harter Arbeit. Neben sieben bis acht Mal Training pro Woche besuchen Florian und Yves pa­rallel noch die Sportklasse am Gymnasium Bäumlihof. Während die meisten Teams in der Woche der U21-WM in Luzern wahrscheinlich schon früher anreisten und den Fokus nur noch auf das Turnier richten konnten, schrieb Yves in der selben Woche noch seine Maturaprüfungen. Sie freuen sich auf die Zeit nach der Matura, wenn sie sich voll auf ihr Beachvolleyball konzentrieren können. Neben der Schule und den Trainings bleibt nämlich nicht mehr sehr viel Zeit für Erholung. Für mich als neutralen Betrachter ist es einfach bewundernswert, wie diese Jungs das alles meistern.

 

Siegerehrung bei der Coop-Beachtour in Zürich 2016

Siegerehrung bei der Coop-Beachtour in Zürich 2016

 

Ein harmonisches Team

Dass ein Team so freundschaftlich miteinander funktioniert, ist nicht selbstverständ­lich in der Beachvolleyball-Szene. Obwohl an Turnieren immer eine gute Stimmung herrscht, sind Beachvolleyball-Duos oft Zweckbeziehungen, wie auch die Beziehung zwischen Trainer und Spielern. Bei diesen beiden Jungs und ihrem Trainer aber ist dies nicht der Fall. Sie verstehen sich auf wie auch neben dem Platz blendend und unternehmen viel zusammen. In so jungen Jahren schon die Welt bereisen zu dürfen und verschiedene Orte zu sehen, ist natürlich prägend und macht den beiden auch grossen Spass. Sie erzählten mir von ihrer Reise nach Weissrussland, die sie etwas schockiert hat, da dort extrem strenge Gesetze herrschen (auch in Bezug auf Meinungsfreiheit) und es eine völlig andere Kultur sei. Auf der anderen Seite war die Reise nach Mexico an das World-Tour-­Turnier, in der höchsten internationalen Spielklasse im Beachvolleyball, umso schöner. Sie konnten dank ihres Sieges an der U17-WM erstmals an einem World-Tour-Turnier mitspielen und schon etwas Profi-Luft schnuppern. Die World-Tour ist nämlich das grosse Ziel des Duos. Sie wollen einmal zu den Besten der Welt gehören und vielleicht auch einmal an olympischen Spielen teilnehmen. Doch bis dahin vergehen sicher noch ein paar Jahre.
National haben es die zwei aber schon in die höchste Spielklasse geschafft. Diesen Sommer spielen sie erstmals die ganze A1-Tour, in der höchsten Schweizer Liga. Zudem findet vom 31. August bis zum 2. September 2016 in Bern auf dem Bundesplatz die Schweizer Meisterschaft statt, wo die beiden sicherlich auf viel Unterstützung aus der Region hoffen dürfen.

 

Text und Fotos: Tiziano Bloch