Der Weg ist ungefährlich.

Der Weg ist ungefährlich.

Naturwunder Tschamberhöhle

Die Tschamberhöhle ist eine von insgesamt nur drei im Muschelkalk verlaufenden Schauhöhlen in ganz Deutschland. Das macht auch ihre geologische Besonderheit aus. In dieser Schauhöhle spaziert man direkt in das Innere eines Karstgebirges.

Die Tschamberhöhle befindet sich im südlichsten Teil von Baden-Württemberg, beim Ortsteil Riedmatt des Stadtteils Karsau, der zu Rheinfelden gehört, direkt über dem Rhein. Die Höhle wird von einem Bach, einem Zufluss des Rheins, von Norden nach Süden durchflossen. Aus diesem Grund bezeichnet man die Höhle auch als «aktive Bachhöhle». Die Tschamberhöhle hat eine Gesamtlänge von 1550 Metern.

 

Der tosende Wasserfall am Schluss des Weges

Der tosende Wasserfall am Schluss des Weges

 

Schon in der Jungsteinzeit diente diese Höh­le den damals nomadisierenden Jägern und Sammlern als Zufluchtsstätte. Für Mit­teleuropa kann man diese Zeit etwa zwischen 5500 und 1800 v. Chr. angeben. Zu allen Kriegszeiten bot sie zudem den Einheimischen Schutz und diente als Versteck. Wer in die Höhle einsteigt, tritt eine interessante Reise durch mehrere Millionen Jahre Erdgeschichte an.

Per Zufall wiedergefunden

Beim Bau der Hochrheinbahn von Basel nach Singen wurde 1856 der ursprüngliche Eingang zugeschüttet. Von 1876 bis 1879 wurde dann nach der Höhle gesucht, vorerst erfolglos. Einige Jahre darauf konnte die Höhle wiederentdeckt werden. Seit 1890 ist sie als Schauhöhle auf einer Länge von 600 Metern erschlossen und begehbar. 1966 wurde dann auch eine elektrische Beleuchtung installiert.

Für den Besuch der Tschamberhöhle sollte man sich etwa eine Stunde Zeit nehmen. Tropfstein- und Sinterbildungen (so nennt man die mineralischen Ablagerungen) erwarten die Besucher im Eingangsbereich. Auf dem Weg durch die Höhle sind die häufigen Veränderungen und die unterschiedlichen Formen, welche die Tschamberhöhle angenommen hat, ganz deutlich zu erkennen. Hohe klammförmige Gänge mit Zacken wechseln sich mit grösseren Hallen und dann wieder schmalen Wegen ab.

 

Tschamberhöhle

 

Problemloser Steg

Der Weg durch die Tschamberhöhle ist vorab mit Kindern ab Schulalter spannend; am Ende wartet dann als Überraschung der grosse Wasserfall. Über den abwechslungs­reichen Weg durch die Höhle führt ein Besuchersteg; mit dem Kinderwagen ist die Höhle nicht begehbar. 

Geschützt wird man von den beim Eintritt abgegebenen blauen Arbeitsmänteln und von einem Helm.

Abseits des Besuchersteges, der keinesfalls verlassen werden darf, gibt es weitere Höhlengänge, die meist sehr eng sind und teilweise vollständig unter der Wasserober­fläche liegen. Dies ist die Welt der Höhlenforscher und der Höhlentaucher, die immer wieder neue Gänge entdecken.

Die Tschamberhöhle wird übrigens vom Schwarzwaldverein, von der Ortsgruppe Karsau betreut, was den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer bedeutet.

 

Tschamberhöhle

 

Wie man hinkommt

Zu finden ist die Tschamberhöhle in Riedmatt, direkt an der Bundesstrasse 34 (B 34) nach Rheinfelden Richtung Bad Säckingen; die Anreise ist mit dem Auto, dem Velo oder zu Fuss möglich. Die Strecke Basel-Riedmatt beträgt ca. 22 Kilometer. Autoparkplätze hat es beim Hotel-Restaurant Storchen ganz in der Nähe des Höhlen­eingangs. Mit dem Velo empfiehlt sich die Reise direkt von Basel oder von Rheinfelden/Schweiz aus (Anreise mit dem Zug). Zu Fuss ist eine sehr schöne Wanderung vom Bahnhof Rheinfelden/Schweiz möglich, immer dem Rhein entlang; die Strecke ist rund 6 Kilometer lang. Als Alternative: Mit der RB ab Badischer Bahnhof bis Station Beuggen; von da in 20 Minuten zur Tscham­berhöhle.

Nicht weit von der Höhle entfernt liegt übrigens in Hasel, zwischen Schopfheim und Wehr gelegen, die bekannte Erdmannshöh­le, die Deutschlands ältesten und höchs­ten Tropfstein birgt. Wer also noch nicht genug vom Höhlenerleben haben sollte, kann hier einen Besuch anschliessen. Oder wer richtig Lust auf die «Welt ohne Sonne» bekommen hat, besucht die attraktiven Beatushöhlen am Thunersee oder noch später die weltgrösste Höhle Son Doong in Vietnam ...
 

Text: Fredy Heller, Fotos: Fredy Heller und zVg / Schwarzwaldverein Karsau