Stiftungsrat Kurt Henzi

Der Baumeister des Klosters informiert

Unzählige Bauprojekte in Dornach und im Kloster Dornach hat Stiftungsrat Kurt Henzi schon betreut und begleitet. Er freut sich, dass das Kloster jetzt so umfassend und fachgerecht für kommende Generationen instand gestellt wird.

 

Auf Baustellen fühlt sich der ehemalige ­Gemeindepräsident und Stiftungsrat Kurt Henzi wohl. In den letzten Jahrzehnten hat er nebst dem Umbau einer Turnhalle, dem Neubau und der Renovation von Schulhäusern, dem Neubau eines Kindergartens und der Jugendmusikschule sowie dem Bau des neuen Bahnhofs und der Renovation und dem Neubau der Alterssiedlung riesige Erfahrungen sammeln können. Beinahe täglich ist der Baukommissionspräsident auf der Baustelle, um Fragen zu klären oder Entscheide zu fällen. 

BirsMagazin: Was unterscheidet die Sanie­rung des Klosters von anderen Projekten?

Kurt Henzi: Das Kloster als historisches Gebäude ist anspruchsvoller als alle meine bisherigen Bauprojekte. Während vieler Jahre, sogar schon zuzeiten der Mönche, wurde im Kloster an- und umgebaut, ohne je einen Sachverständigen zu konsultieren. Nun wird der Umbau eng von der Gebäude­versicherung und dem kantonalen Denkmalpfleger begleitet. Alleine die Auflagen wegen des Brandschutzes kosten die Stiftung rund 800000 Franken. Aber dafür ist die Sicherheit des Klosters und der Gäste in Zukunft gewährleistet. Der Denkmalpfleger hat viel Erfahrung mit historischen ­Gebäuden und teilweise werden die Renovationskosten subventioniert. 

Was ist in den letzten Wochen gemacht worden?

An einem Frontag wurde der Innenhof von allen Pflanzen, Steinplatten und rund 80 m3 Erde befreit. Dank dem Lions Club, dem ­Rotary Club und verschiedenen Unternehmern der Region konnte die ganze Arbeit an einem Samstag im März erledigt werden. Nach dem Einsatz wurde allerdings klar, dass grosse Mengen Dachwasser bei Regen in den Innenhof flossen und versickerten. Deshalb waren die Wände feucht und arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Nun haben wir eine Leitung unter dem Refektorium durchgeführt, um dieses Meteorwasser kontrolliert abzuleiten. Die Wände erhielten einen neuen, fachgerechten Abrieb. Der Stiftungsrat hat zudem ­beschlossen, dass der Boden mit zwei unterschiedlich farbigen Natursteinen ausgelegt wird, dessen Muster ein zerfliessendes Kreuz darstellt. 

Was geschieht mit der Gaststube?

Über die neue Rezeption gelangt der Gast rechts vom ehemaligen Eingang in den vorderen Teil des ehemaligen Restaurants, wo nun auch ein Lift installiert wird. Hier soll eine einfache Gaststube eingerichtet werden, wo man auch mal einen Jass klopfen und ein Bier trinken kann. Im hinteren Teil ist nun ein Durchgang in die ehemalige Sakristei entstanden, welche zu einem schö­­nen Speisesaal umfunktioniert wird. 

Wohin kommt nun die Sakristei?

In der ehemaligen Rezeption wird die Sa­kristei eingerichtet. Die frühere Öffnung zum Kreuzgang wird lichtdurchlässig verschlossen und der neue Zugang erfolgt ­direkt gegenüber der ehemaligen Sakristei. Für Besprechungen stellt der Stiftungsrat zudem ein Sitzungszimmer zur Verfügung, welches nur für kirchliche Zwecke zur Verfügung steht. 

Wie kommen die Bauarbeiten beim Gewöl­­bekeller voran?

Dort wurden die Lüftungs- sowie Heizungsrohre verlegt und der historische Steinboden wiederhergestellt. Wir sind alle gespannt auf den Glasboden, der die Höhenunterschiede ausgleicht und den Steinboden dauerhaft sichtbar machen wird. Daneben erhält der Gewölbekeller unter dem ehemaligen Eingang sanitäre Einrichtungen. 

Was passiert mit der Bibliothek?

Auch in der Bibliothek werden alte Bau­sünden entfernt. Die Säulen dienten nie als Tragekonstruktion. Der ganze zweite Stock «hängt» eigentlich am Dachstock. Das haben unsere Statiker herausgefunden. Daher können diese Säulen entfernt werden und ein Beleuchtungstechniker wird für uns ein modernes Beleuchtungskonzept erstellen, welches den ursprünglichen Charme dieses wunderbaren Raumes wieder zu Geltung kommen lässt. 

Wie sieht es terminlich aus?

Wir sind im Zeitplan drin und ich freue mich auf die Eröffnung!

 

Text und Foto: Jay Altenbach-Hoffmann