Aussenansicht der St. Katharinenkirche in Laufen BL

Aussenansicht der St. Katharinenkirche in Laufen BL

Instandsetzung der St. Katharinenkirche

Die barocke St. Katharinenkirche in Laufen muss dringend saniert werden. Im November letzten Jahres wurde die Kirche geschlossen und im April dieses Jahres begann die erste Sanierungsetappe. Insgesamt wird die Instandsetzung 1,2 Millionen Franken kosten.

Die Hälfte des Betrages konnte dank grosszügigen Spenden bereits aufgebracht werden. Für die zweite Etappe müssen noch einmal 600000 Franken gesammelt werden.

Das BirsMagazin sprach mit der Kommunikationsbeauftragten der Christkatholischen Kirchgemeinde, Christina Hatebur, über das Projekt.

 

Im Dreissigjährigen Krieg wurde die ehemalige Laufener Hauptkirche St. Mar­­tin zerstört. Sie stand auf dem Hügel, wo sich heute der Friedhof befindet. Unten im Stedtli gab es die gotische St. Katharinen­kapelle, die an die Stadtmauer angebaut war. Über dieser Kapelle wurde die neue, barocke Kirche gebaut. Sie wurde 1699 von Fürstbischof Wilhelm Jakob Rink von Baldenstein geweiht. 

Christkatholische Kirchgemeinde

Seit 1907 ist St. Katharina die Pfarrkirche der Christkatholischen Kirchgemeinde Laufen. Die christkatholische Konfession entstand im 19. Jahrhundert: Nach dem Vatikanischen Konzil von 1870 kam es zur Spaltung der katholischen Kirche, weil die Christ­katholiken (auch Altkatholiken) unter anderem das neue Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes nicht akzeptieren wollten. Damit entstand die dritte Schweizer Landeskirche.
Die St. Katharinenkirche, eines der Wahrzeichen von Laufen, ist nicht nur für die Christkatholiken wichtig, denn sie hat auch eine ökumenische Funktion: Jeden Monat am Markttag treffen sich dort Mitglieder der drei Laufener Kirchgemeinden im Kirchenkaffee. Zudem ist die Kirche auch weit­herum als Konzertraum bekannt.

Gefährliche Decke

 

Morscher Holzbalken, auf dem die Kirchendecke und der Dachstuhl aufliegen muss.

Morscher Holzbalken, auf dem die Kirchendecke und der Dachstuhl aufliegen muss.

 

Sichtbare Risse in der Decke

Sichtbare Risse in der Decke

 

2015 wurden an der Kirchendecke Risse sicht­bar. Experten untersuchten die Tragkonstruktion des Dachstuhls und stellten gravierende Schäden fest. Sie wiesen darauf hin, dass die Gefahr bestehe, dass Putz und Stuckteile herabfallen könnten. Darauf­hin beschloss die Baukommission, die Kirche ab dem 1. November 2016 bis zur Sanierung des Schadens zu schliessen.
Es wurde schnell klar, dass diese Sanierung sehr aufwändig werden würde und die Kirchgemeinde sie nicht alleine würde finanzieren können. Die Gesamtkosten wurden auf 1,2 Millionen Franken veranschlagt.

Die Sanierung hat begonnen

 

Neue Ziegellattung, bereit zum Wiedereindecken mit den bestehenden Biberschwanzziegeln

Neue Ziegellattung, bereit zum Wiedereindecken mit den bestehenden Biberschwanzziegeln

 

Die Sanierung läuft in zwei Phasen ab: Zunächst werden das Dach und der Dachstuhl erneuert und die Fassade gereinigt. Dafür sind etwa 600000 Franken nötig. Diese Summe konnte dank grosszügiger finan­zieller Unterstützung durch Private, Institutionen, Stiftungen, Gemeinden, Kirchgemeinden und Firmen bereits aufgebracht werden. Im April wurde mit den Arbeiten begonnen, im Spätsommer sollen sie be­endet sein. 

Weitere Spenden dringend nötig

Ende August 2017 wird die Kirche für Gottes­dienste und Konzerte wieder geöffnet, mit Einschränkungen allerdings. In einer zweiten Etappe der Instandsetzung werden folgende Arbeiten ausgeführt werden: Der Kirchenraum wird renoviert, die Heizung ersetzt und die Elektroinstallation erneuert. Diese Etappe wird noch einmal rund 600000 Franken kosten. Bis heute konnte erst ein Teil dieses Betrages aufgebracht werden. Die Kirchgemeinde sowie Mitglieder des sich in der Gründung befindenden Vereins «Freunde der St. Katharinenkirche» sind zusammen mit der Projektleitung mit grosser Motivation und Herzblut am Sammeln. Die Christkatholische Kirche der Schweiz hat ein Bistumsopfer in Aussicht gestellt, und es sind viele weitere Aktivi­­täten geplant. So verkaufen beispielsweise die drei Laufener Stedtli-Bäckereien «Ka­tha­­ri­nen­brote», von deren Verkaufspreis jeweils ein Franken an das Spendenkonto geht. Der Lions-Club Laufental-Thierstein plant am 10. Juni 2017 eine Benefizveranstaltung zugunsten der Instandsetzung, und natürlich sind auch Spenden von anderen Institu­tio­nen, Firmen und Privaten sehr willkommen.
 

Text: Jürg Seiberth, Fotos: zVg