Franziska von Arp: Foto: David Schoenhaus

Franziska von Arp: Foto: David Schoenhaus

Franziska von Arb – der Versuch eines Porträts

«Alles wirkliche Leben ist Begegnung», sagte der Religionsphilosoph Martin Buber. Das kommt mir im Gespräch mit Franziska von Arb in den Sinn. Sie liebt Menschen und Begegnungen. «Fast alle meine Lieder und Texte handeln vom Dorf, seinen Bewohnern und Bewohnerinnen», fasst sie ihre Bühnenproduktionen zusammen.

 

Franziska von Arb bewohnt mit ihrem Partner, dem Musiker David Schönhaus, ein mit viel Liebe renoviertes Haus am Waldrand im Oberdorf in Grellingen. Nach einer «Tour de Suisse» sei sie zurück in die Heimat gekommen, ganz in die Nähe von Himmelried, wo sie als Kind und Jugendliche «obwohl zugezogen, gut aufgehoben war». Auf das Gymnasium Laufental-Thierstein an­gesprochen, wo ihr Vater Eugen als Rektor wirkte, kommt das Lieblingsfach Deutsch zur Sprache. Sie habe schon immer gern geschrieben. Und Schauspielerin wollte sie von klein auf werden. Nach der Matura besuchte sie die Schauspielschule von Renato Cibolini in Basel. Am Morgen war sie mit der Ausbildung beschäftigt, am Nachmittag putzte sie in einem Wohnheim für pflegebedürftige Aids-Kranke und am Abend wurde bis zu fünfmal in der Woche gespielt.

 

Foto: Lena Schoenhaus

Foto: Lena Schoenhaus

 

Eigentlich wollte die Schauspielerin aus dem Schwarzbubenland den klassischen Weg einschlagen: Kleine Bühne – grosse Bühne – Film. Vieles habe sie erprobt: Sprech- und Musiktheater, Kabarett, Variété, Märchen. Die kleine Bühne, wo sie alles selber an die Hand nehmen könne, passe ihr aber am besten, denn «je grösser die Bühne, um so verbeamteter bist du». In ihrer Ausbildung spielte auch die Laufener Gesangslehrerin Annelise Käppeli Kohler eine grosse Rolle: Bei ihr habe sie ein solides gesangliches Handwerk erworben, das noch heute zur Anwendung komme, gerade, wenn es um ihre Stimme nicht so gut bestellt sei. «Es ist schon vorgekommen, dass ich fast nicht mehr reden konnte, singen aber schon.» Franziska von Arb hat neben der Bühne noch ein zweites Standbein, sie hat auch Psychologie studiert und arbei­tet als Psychotherapeutin in Liestal, spezialisiert auf Traumabehandlungen.

 

Fotoserie: Thomas Brunnschweiler

Fotoserie: Thomas Brunnschweiler

 

Im Schwarzbubendialekt

Auf das «MiNi-Kultur-Festival» in Grellingen vom 13.–17. Juni 2018 freut sie sich. Zusammen mit dem Festival-Initianten David Schönhaus tritt sie dort als Duo «Stimme Kontra Bass» neben anderen KünstlerInnen auf. Ihr Mini-Musical «Biichti» erzählt im Schwarzbubendialekt von einer Opferstock-Diebin, die vom Pfarrer auf frischer Tat ertappt und zur Pfarrköchin gemacht wird. Als Beichtmutter wider Willen gerät sie immer tiefer in die Geschichten ihrer Schäfchen hinein – bis sie schliesslich nicht mehr widerstehen kann und anfängt, sich einzumischen. Wir dürfen gespannt sein!

 

Text: Linard Candreia, Fotos: zVg