Wohnen seit einem Jahr unter einem Dach: Sylvia Frey Werlen mit einer jungen Frau, welche eine Lehre zur Schreinerin absolviert.  Foto: Jay Altenbach-Hoffmann

Wohnen seit einem Jahr unter einem Dach: Sylvia Frey Werlen mit einer jungen Frau, welche eine Lehre zur Schreinerin absolviert.  Foto: Jay Altenbach-Hoffmann

Generationensolidarität im Wohnbereich

Der Verein für Studentisches Wohnen (WoVe) bringt mit seinem Projekt «Wohnen für Hilfe» Senioren mit Junioren zusammen. Junge Menschen und Studenten profitieren von günstigem Wohnraum und helfen dafür stundenweise den Senioren zum Beispiel im Haushalt oder Garten.

 

Im Jahr 2015 kontaktierte der Seniorenrat Aesch-Pfeffingen die WoVe, den Verein für Studentisches Wohnen, mit der Anfrage, gemeinsam das Projekt «Wohnen für Hilfe» auch in unserer Region durchzuführen. Dem Seniorenrat war aufgefallen, dass viele Leute im Alter alleine in ihren Häusern leben und dass ihnen diese Vereinsamung auf Dauer nicht gut tut. Wie Studien be­legen, ist die Einsamkeit im Alter eines der grössten Probleme unserer Gesellschaft. 
Die WoVe ihrerseits hatte bereits langjäh­rige Erfahrung mit den Studentinnen und Studenten und kannte ihre Vorlieben, so ent­stand allmählich das Projekt «Wohnen für Hilfe». Mittlerweile läuft das Projekt schon einige Jahre in Basel erfolgreicher als in der Region. Dies hat den Seniorenrat Aesch-Pfeffingen bewogen, dieses wegweisende Projekt erneut in Erinnerung zu rufen.

Konzert für Wohnraum

«Es konnten schon die unterschiedlichsten Wohngemeinschaften vermittelt werden», sagt Chaim Howald, der für die Vermittlung zuständig ist. Als Grundregel gelte eine Stunde Mitarbeit gegen einen Quadratmeter Wohnfläche. Die Arbeiten reichen von handwerklichen Einsätzen über Begleitung zu Anlässen bis zu alltäglichen Arbeiten rund ums Haus oder zur Hilfe in Informatikbelangen. Was aber explizit nicht dazu gehört, sind pflegerische Einsätze. «Manchmal sind die Wünsche der Senioren auch etwas speziell», verrät der Vermittler. So wollte eine Seniorin nur Musikstudenten, die sich dann verpflichten mussten, regelmässig Privatkonzerte durchzuführen. «Aber wenn beide Parteien davon profitieren und zufrieden sind, weshalb nicht?» Hauptsache für den Vermittler ist, dass sich beide Parteien wohl fühlen und eine echte Gemeinschaft entsteht, in der beide Parteien voneinander profitieren können.

 

Text: Tiziano Bloch, Foto: Jay Altenbach-Hoffmann