Beim Werkhof Röschenz kann gratis getankt werden. Foto: Martin Staub

Beim Werkhof Röschenz kann gratis getankt werden. Foto: Martin Staub

Mehr Saft für Elektromobilität

Die Zeichen auf der Strasse stehen auf Strom. Aber ist die Region bereit für den Boom? Der Verein e-mola.ch fördert öffentliche Ladestationen und exportiert seine Idee vom Laufental und dem Schwarzbubenland aus in Richtung Birsstadt.

 

Elektromobile begeben sich je länger je mehr auf die Überholspur. Das Kleid der ­zukunftsträchtigen Testlabor-Innovation haben sie längst abgelegt und sich in die Momentaufnahme der heutigen Strassen eingefügt, wo E-Mobile und Hybridfahrzeuge zur Normalität geworden sind. «Will man erfahren, wie sich die Elektromobilität entwickelt, muss man nur einen Blick auf die Pläne der Hersteller werfen», sagt Da­niel Laager, einer der regionalen Elektromobil-Pioniere der ersten Stunde und Vorstandsmitglied beim neuen Verein e-mola.ch. 
Und tatsächlich: Volvo produziert ab 2019 nur noch Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, Hybrid-Pionier Toyota steigerte 2017 den weltweiten Verkauf von Fahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb erstmals auf rund 1,5 Millionen Fahrzeuge und der neue i3 von BMW schafft als Kompaktwagen mühelos eine Reichweite von 200 Kilometern und widerlegt das Märchen von der schlechten Reichweite.

Ladestationen gesucht

Die immer grösseren Reichweiten stellen aber die Region auch vor Herausforderungen. Wird zurzeit noch grossmehr­heitlich im heimischen Stromnetz Energie «getankt», wird das Bedürfnis nach auswärtigen Ladestationen immer grösser. «Wir werten ein breites Netz von Ladestationen als klaren Standortvorteil. Deshalb sollte bei jedem Neu- oder Umbau von Parkplätzen, Liegenschaften, Garagen etc. auch die Installation einer Ladestation geprüft werden», sagt e-mola.ch-Vorstandsmitglied Franz Meyer, der sich auf poli­tischer Ebene für das Thema stark macht und zudem Präsident der landrätlichen Um­welt- und Energiekommission ist. Die Förderung eines dichten Netzes von Ladestationen ist denn auch der wichtigste Grund für die Gründung des Vereins e-mola.ch 
im Dezember 2017. Beteiligt sind mehrere Organisationen aus dem Laufental und dem Schwarzbubenland sowie die beiden Energiedienstleister EBM und EBL.

 

Zapfsäule mit 22 kW-Elektroanschluss: Holger Wahl, Präsident des Vereins e-mola.ch, tankt seinen Mercedes. Foto: Martin Staub

Zapfsäule mit 22 kW-Elektroanschluss: Holger Wahl, Präsident des Vereins e-mola.ch, tankt seinen Mercedes. Foto: Martin Staub

 

Stromlücken füllen

«Studien über die steigende Effizienz von Elek­tromobilen sowie über geeignete Stand­­orte von Ladestationen in der Region gibt es genug. Es ist an der Zeit zu handeln», sagt Daniel Laager. Ein Blick auf die vor­handenen Ladepunkte im Laufental und Schwarzbubenland beweist, dass es noch viele Lücken zu füllen gilt. Dementsprechend steht bei e-mola.ch nicht nur die Gewinnung neuer Standorte im Fokus, sondern auch die Information für Bauherren, Planer, Architekten, Unternehmer – vor allem aber auch für die Gemeinden. «Das Bewusstsein über die Elektromobilität ist lang­sam angekommen, nicht aber jenes für die nötige Energie», sagt Franz Meyer. 
Mit den Birsstadt-Gemeinden, die neu in einem Verein organisiert sind, ist e-mola.ch mit einem gewichtigen Ansprechpartner in Kontakt. «Die Birsstadt ist Pionierin in der interkommunalen Kooperation und hat zudem die grösste Dichte an Energiestädten  im Kanton. Daher ist sie auch prädestiniert, um vorwärts zu machen in Sachen Ladestationen», schickt Franz Meyer eindeutige Signale an die Birsstadt-Gemeinden. 
Gefragt ist dabei nicht in erster Linie Geld, denn Investoren für die Finanzierung von Projekten wären gemäss e-mola.ch genug vorhanden. Was zurzeit noch fehlt, sind hingegen die Rahmenbedingungen durch die Gemeinden – und genau da setzt e-mola.ch an.


Text: Simon F. Eglin, Fotos: Martin Staub