Im Hotel Krafft lässt sich auf der Terrasse direkt am Rhein nicht nur wunderbar den Tag verbummeln, sondern auch stilvoll nächtigen und vorzüglich essen.

Im Hotel Krafft lässt sich auf der Terrasse direkt am Rhein nicht nur wunderbar den Tag verbummeln, sondern auch stilvoll nächtigen und vorzüglich essen. Fotos: Christian Jaeggi

Basel zeigt seine Schätze

Endlich Sommer! Basel bietet jede Menge lauschige Ecken und kühle Orte, über die Touristen oft mehr wissen als die Einwohner selbst. Der Drache Basil führt Familien an die schönsten Plätze, zu einem Schatz und ans Wasser.

 

Drei Augenpaare suchen im Tinguely-Brunnen angestrengt nach einer tierischen Form. «Enten!», ruft ein Knirps und zeigt auf das Wasser. Ein Entenpaar schwimmt zwar gemütlich zwischen den wasserspeienden Formen, gesucht ist aber eine Tinguely-Form, die aussieht wie ein Tier. «Pfau, Steinbock, Chamäleon?» Alles falsch.
Der Tinguely-Brunnen ist Posten 1 der «Schatzsuche mit Basil». Die Schnitzeljagd von Basel Tourismus führt Kinder zwischen vier und zwölf Jahren an die schönsten Basler Orte. An jedem Posten müssen eine oder zwei Fragen beantwortet werden; das Lösungswort führt am Ende zum Schatz.
Wer beim Tinguely-Brunnen Hilfe braucht, findet die Lösung einen Stock tiefer – da, wo auch Foxtrailer einen Posten suchen. Je­de Tinguely-Figur wird hier mit Namen vorgestellt. Die Lösung sei an dieser Stelle nicht verraten – aber sie erstaunt und wir wären beim besten Willen nicht daraufgekommen. Das Schöne ist: Diese Tour wird noch ganz viele weitere Aha-Erlebnisse bieten.
Via Freie Strasse führt die Spur weiter zum Münsterplatz und auf die Pfalz. Der Blick fällt auf das Kleinbasel, den Strand, die Brücken und natürlich auf den Rhein. Fast unbemerkt versteckt sich hier hinter alten Mauern ein kleines Bijou: die Allgemeine Lesegesellschaft. Die Bausubstanz der heutigen Bibliothek geht zurück auf das 16. Jahrhundert. Einst nutzten die Domherren das Gebäude für Schulungszwecke. Nur Mitglieder haben Zugang zu den gedie­genen Lesesälen, zu 75 000 Büchern, Zeitschriften und Zeitungen. Bei öffentlichen Anlässen stehen die geschichtsträchtigen Türen aber auch Nichtmitgliedern offen.

 

Für die Lesepause bietet die «Lesegesellschaft»  eine Rhein- oder Münster-Sicht.

Für die Lesepause bietet die «Lesegesellschaft» eine Rhein- oder Münster-Sicht.

 

Unterhosen im Basler Rathaus

Weiter gehts, die Treppe hinunter, auf die Leu-Fähre, über das Wasser, zum anderen Rheinufer. Hier stoppen wir bei einem von rund 30 Basiliskenbrunnen und beim Basler Stadtmodell. Die Terrasse des Hotels Krafft Basel ist leider schon bis auf den letzten Platz besetzt. Schade, denn es ist ein historischer Ort mit guter Küche: Über 300 Touristen empfehlen auf der Plattform «Tripadvisor» das Restaurant als kulinarisches Highlight und wer hier nächtigt, geniesst Stadtgeschichte. Die Zimmer des 1872 erbauten Hotels sind entweder auf die Gassen der Altstadt oder auf den Rhein ge­richtet. Schon Herrmann Hesse hat diese einmalige Atmosphäre genossen. Seit 2005 gehört das Krafft Basel zu den Swiss His­toric Hotels.

 

Im «Krafft» wird eine gediegene Tafelkultur zelebriert.

Im «Krafft» wird eine gediegene Tafelkultur zelebriert.


Wir biegen rechts ab, gelangen in die Rheingasse, weiter zur Helvetia am Brückenkopf und dann über die Mittlere Brücke. Beim Lällekönig zählen wir die Zacken der Krone und im Innenhof des Basler Rathauses benehmen wir uns ungesittet. Es gehört zur Aufgabe – wir sollen Lucius Munatius Plancus unter den Rock schauen: Seine Unterhosen bringen uns dem Lösungswort einen Buchstaben näher. Beim Andreasplatz lernen wir, dass hier einmal eine Kirche stand; die Umrisse sind am Boden noch zu erkennen. Und dann, beim Gemsberg, ist es geschafft – die Schatz­kiste liegt zum Greifen nah.
Mit Gummibärchen und einer Urkunde in der Tasche sowie einem schönen Familien­erlebnis reicher drehen wir der Stadt wieder den Rücken zu. Danke Basel, «am mym liebe Rhy»!

Die «Schatzsuche mit Basil» richtet sich an Familien mit Kindern zwischen 4 und 12 Jah­ren. Neueren Datums ist die Schatzsuche «Inschpäggter Basil», wo 4- bis 12-Jährige zu Detektiven werden. Basispreis für ein Kind und eine erwachsene Person: 25 Franken, für jedes weitere Kind 15 Franken.


www.basel.com

 

Text: Sarah Ganzmann, Fotos: Christian Jaeggi