Der Spitzensportler Simon Niepmann hat seine Karriere auf dem Höhepunkt beendet. Die Liebe zum Rudern und Rhein ist ihm geblieben.

Der Spitzensportler Simon Niepmann hat seine Karriere auf dem Höhepunkt beendet. Die Liebe zum Rudern und Rhein ist ihm geblieben.

Harmonie auf dem Wasser

Am Rhein aufgewachsen, war Simon Niepmann (33) schon von klein auf fasziniert vom kollektiven Kräftemessen auf dem Wasser. Nach dem Olympiagold 2016 ist es ruhig geworden um den Spitzenruderer.

 

Fussball, Handball, Basketball sind Mannschaftssportarten – wie das Rudern im Vierer. Der grosse Unterschied: Während bei den Ballspielen jeweils ein Spitzenspieler den Unterschied ausmachen kann, zählt beim Rudern ausschliesslich das Kollektiv. «Die Harmonie muss perfekt sein, jeder Schlag muss stimmen», sagt Simon Niepmann. Diese komplette Ausgeglichenheit herrschte in Rio im Sommer 2016, als der Grenzacher gemeinsam mit seinen drei Teamkameraden Olympia-Gold für die Schweiz gewann – der unbestrittene Höhepunkt seiner Karriere. 
Aufgewachsen ist er einen Steinwurf vom Rhein entfernt. Gerade mal elf Jahre alt, begleitete er seinen älteren Bruder zum ört­lichen Ruderclub. Er war noch zu klein, um selber Hand anzulegen, durfte aber schon einmal lenken. Doch bald konnte er sich auch ins Kollektiv einfügen und die ersten Erfolge liessen nicht lange auf sich warten. 2003 feierte er seinen ersten Schweizer Meistertitel. Die Karriere entwickelte sich im Anschluss Schlag um Schlag bis zum viel umjubelten olympischen Gold.

Faszination und Respekt

Niepmann ist glücklich, dass er die Karriere als Spitzensportler auf dem Höhepunkt beenden durfte. «Die Jahre vor Olympia war das Rudern ganz klar mein Hauptlebens­inhalt. Das hat natürlich auch an den Kräften gezehrt», erzählt er. Seinen Wohnsitz hat er von der Nordwest- in die Innerschweiz verlegt. Nachdem er rund ein Jahr lang das Ruder komplett aus der Hand gelegt hat, ist er heute einmal pro Woche auf dem Zuger- oder Zürichsee anzutreffen – allerdings alleine. «Während man beim Leistungssport hochkonzentriert ist, geniesse ich beim freizeitlichen Rudern die Ruhe und die Verbundenheit mit der Natur», sagt er. 
Nicht nur die Faszination des nassen Elements ist riesig, sondern auch der Respekt: «Ich war schon immer lieber über dem Wasser statt darin», berichtet er. Der Re­gion Basel ist Niepmann nach wie vor sehr verbunden: Hier leben seine Familie und viele Freunde aus dem Rudersport. Hier hat er sein Studium absolviert und hier ist der Rhein, an den es ihn immer wieder zurückzieht.

 

Text: Simon Eglin, Foto: Christian Jaeggi