Kurze Fotopause beim Frühlingseinsatz an der Lützel: Für den Lützelverein, der sich ganz allgemein für die Natur einsetzt, bedeuten der Bach und seine Umgebung  eine Herzensangelegenheit. Foto: Martin Staub

Kurze Fotopause beim Frühlingseinsatz an der Lützel: Für den Lützelverein, der sich ganz allgemein für die Natur einsetzt, bedeuten der Bach und seine Umgebung  eine Herzensangelegenheit. Foto: Martin Staub

Schützenswertes Fliessgewässer der Grenze entlang

«La Lucelle – die Lützel» mäandert auf 25 Kilometern durch zwei Länder, zwei Sprachgebiete und drei Kantone, bis sie bei der ehemaligen Getreidemühle Biomill in Laufen in die Birs mündet. Von der Quelle bis zur Mündung einer von nur noch wenigen weitgehend natürlichen Bachläufen schweizweit.

 

Zwei kleine Bachläufe vereinen sich auf dem Gemeindegebiet von Bourrignon (JU) oberhalb des «Etang de Lucelle», worauf der Bach «La Lucelle», grösstenteils die Gren­ze zwischen Frankreich und der Schweiz bildend, talwärts fliesst. Zwischen Kleinlützel (SO) und Lucelle (Frankreich) verläuft die Strasse dem Flusslauf entlang meist auf französischem Terrain. Mit dem zweima­ligen Überqueren des Bachs fährt man aber für wenige hundert Meter auch auf Schweizer Boden.


Motorradfahrer, Velofreaks und Wochenendausflügler kennen das rund 15 Kilometer lange Tal entlang der «Lucelle» bestens, in welchem abseits der Strasse die Natur fast alleine Regie führt und kaum von Zivilisation unterbrochen wird. Auch talabwärts ab Hof Klösterli, von wo die «Lützel» wieder ganz auf Schweizer Boden fliesst, gibt es so manch schönes Plätzchen, das von Naturliebhabern, Fischern und Wan­derern häufig aufgesucht wird. In einem durch den Kanton Solothurn in Auftrag gegebenen Naturinventar aus den 1990er-Jahren wurde deshalb auch das Tal der Lützel als «einzigartig und schützenswert» eingestuft. «Von den damals vorgeschlagenen Massnahmen, unter anderem das Ausscheiden von Naturschutzzonen entlang des Bachlaufes, wurden leider mit Ausnahme der Gründung des Lützelvereins noch kaum welche umgesetzt», weiss Thomas Fabbro, der seither diesen aktiven Naturschutzverein präsidiert. Von den rund 90 Mitgliedern treffen sich mehrmals jährlich zwischen zehn und zwanzig Aktive zu Arbeitseinsätzen, in denen die Pflege der Naturräume entlang der Lützel eine grosse Bedeutung einnimmt. «Über 200 Pflanzenarten und eine vielfältige Fauna verdienen unsere Achtung und Pflege», erklärt der Biologe. Beispielsweise der seltene Violette Silberfalter, welcher auf die Mädesüss-Stauden als Futterpflanze angewiesen ist, kommt hier vor. Als weniger erfreuliches Kapitel nennt Thomas Fabbro den Dohlenkrebs, der bis vor wenigen Jahren in der Lützel häufig anzutreffen war, heute aber so gut wie ausgestorben zu sein scheint.


Mehr Infos: www.naturregion.ch

 

Text und Foto: Martin Staub