Für die Forellen von Marlyse und Philippe Jobin-Krall kommen die Gäste aus der ganzen Schweiz ins Restaurant Clairbief am Doubs.

Für die Forellen von Marlyse und Philippe Jobin-Krall kommen die Gäste aus der ganzen Schweiz ins Restaurant Clairbief am Doubs. Foto: Kathrin Horn

In der Ruhe liegt die Kraft

Wer nach Clairbief zu Fluss und Forelle reist, hat Zeit, und wer sie nicht hat, nimmt sie sich oder lässt es bleiben.

 

Von Soubey führt ein vier Kilometer langer Weg, der sich flussaufwärts dem Ufer entlangschlängelt, zum Restaurant Clairbief. Kurz vor dem Ziel führt eine schmale Hängebrücke über den Doubs zum Restaurant. Der rund einstündige, romantische Spaziergang verursacht Appetit und regt nach dem Essen die Verdauung an. Bewegungsmüde nehmen den schmalen Weg auf der rechten Uferseite mit dem Auto in Angriff, wobei Fahrer von tiefliegenden Sportwagen ihr Schmuckstück definitiv in Soubey lassen und die Beiz per pedes erobern. Was hier zählt, sind die Gastfreundschaft und die Forellen. Seit 2010 führen Marlyse und ihr Mann Philippe Jobin-Krall das beliebte Traditionshaus. Die Stammgäste schwören auf die Qualität der Forellen und die «Beurre noisette» von Patron Philippe, der die Butter beim Erhitzen leicht aufschlägt, bis sie ihre goldbraune Farbe erlangt. Hinzu gibt er einige Tropfen des Forellensuds, den er mit Wasser, Weisswein, Gemüse, Lorbeer und Nelken ansetzt. Nicht selten wählt der Gast gleich das Forellenmenu, das sich aus einem «Carpaccio de truite au basilic», einer «Bisque de truite et sa rouille» und einer «Truite au bleu» zusammensetzt. Wer keine Lust auf Fisch hat, ist mit einem Cordon bleu gut bedient. Zum Aperitif passen die geräucherte Wurst und der Rohessspeck. Dazu wird täglich frisch gebackenes Brot serviert. Die Weinkarte ist klein und bietet Provenienzen aus den Kantonen Neuenburg, Wallis und der Waadt an. Für den balsamischen Beistand ist die regionale Schnaps-Spezialität Damassine besorgt. Noch bis anfangs November wirten die 
Jobins. Danach werden sie sich mehr mit der Leichtigkeit des Seins statt mit Gästen, Forellen und Co. auseinandersetzen. Also, nichts wie hin, bevor es zu spät ist.

 

Text: Martin Jenni, Foto: Kathrin Horn