Kino

«Der Publikumspreis geht an ...»

Ja, an wen? Das erfahren Sie am 15. Januar 2017, wenn die besten der für die Arlesheimer Kurzfilmtage eingereichten Beiträge auf grosser Leinwand gezeigt werden und die Jury die Namen der Preisträger bekannt gibt. 

 

Arlesheim reiht sich mit diesem Event in die Reihe verschiedenster Filmfest-Orte. Da wird in Cannes die «Goldene Palme» ver­liehen, in Amerika der «Oscar» und in So­lothurn der «Prix de Soleure». Andernorts richtet sich der Fokus auf kürzere Filme. So werden in Winterthur bereits seit 20 Jahren Kurzfilmtage veranstaltet. Die Kurzfilmnacht Schweiz findet in Bern, Zürich und Basel statt, in Uster, St. Gallen, Luzern, und anderen Orten. Nun erfolgt also zum dritten Mal der Ruf an die Kurzfilmtage in Arlesheim. 

Eine junge Idee

Man könnte auch von einer jugendlichen Idee sprechen. Immerhin ist der Initiator David Borter das jüngste Mitglied der Kommission, die sich um die Ausstellungen in der Arlesheimer Trotte bemüht. Wer um sein berufliches Engagement für das Medium Film weiss, erkennt den Zusammenhang. Doch inspiriert ist die Idee vor allem auch aus dem Wunsch, ein jüngeres Publikum für die Arlesheimer Ausstellungen zu gewinnen. Denn diese werden – egal, ob es sich um Bilder, Skulpturen, Fotos oder Kunst­handwerk handelt – überdurchschnitt­lich von einem älteren Publikum besucht. Arles­heim ist eine engagierte Gemeinde in Sachen Kultur, und hier wohnen viele Menschen, die in diesem Bereich aktiv sind. Da sei stellvertretend und passend zum Thema nur das Cinema Paradiso genannt, das schon seit 25 Jahren viele grosse und kleine Filmliebhaber anzieht. 
Ist der Film also das Medium, das auch ­junge Menschen anzieht? Immerhin ist er im Reigen der darstellenden Künste das jüngste Medium.

Machen auch Sie mit!

Filme sehen, ob zuhause, im Kino oder gar im Freien, ist das Eine. Anders wird die Beziehung zu diesem Medium, wenn man es selbst produziert. Hatten Sie das schon einmal vor? Oder haben Sie es bereits ausprobiert? Mit den technischen Möglichkeiten unseres Jahrhunderts ist das ja fast un­problematisch. Und es ist keine Frage des Alters. Herausforderungen bestehen im ­sicheren Umgang mit der Technik, mit dem Licht, mit den Einstellungen. Wer im Fotografieren Übung hat, kennt sich damit schon bestens aus. Die nächste Hürde ist dann das Einfangen von Bewegung, das Zusammenspiel der Bilder mit Sprache und Musik. Aber all das kann man ausprobieren, erlernen und üben. Die zentrale Frage ist: Welche Story soll der Film erzählen? Haben Sie schon eine Idee? 

 

Wochenblatt Abstimmungsurne

 

8 Minuten Neuland

Mit dem Thema «Neuland» haben Sie viele Möglichkeiten für eine gute Geschichte. Die Teilnahmebedingung einer maximalen Filmlänge von 8 Minuten könnte das Vorhaben erschweren, muss es aber nicht. Immerhin sind wir doch dank SMS und E-Mail mittlerweile geübt im Übermitteln von Kurzbotschaften.
Laut Duden ist Neuland zunächst einmal der Begriff für die Besiedelung oder wirtschaftliche Nutzung von neu gewonnenem Land. Es wird aber auch als neues, bisher unbekanntes, unerforschtes Land verstanden oder auch als ein Gebiet, auf dem noch keine Erfahrungen oder Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Das lässt viel ­Interpretationsspielraum – gerade in einer Zeit, in der enorme Flüchtlingsströme neues Land betreten; in einer Zeit, in der vor allem in technischen Bereichen immer wieder Neuland betreten wird; in einer Zeit, in der die Menschheit immer neue Probleme und Fragen hervorbringt, die neue Lösungen erfordern. 
Auch die Arlesheimer Kurzfilmtage betreten in dieser dritten Durchführung Neuland: Sie gehen über die Gemeinde- und Kantons­grenze hinaus nach Dornach. Der «blaue Teppich» des Medienpartners «Wochenblatt», das auch den Publikumspreis stiftet, wird dieses Mal vor dem Neuen Theater am Bahnhof ausgerollt. Das Theater bietet ideale Bedingungen, um der Preisverleihung am Sonntagmittag einen würdigen Rahmen zu geben. Die Präsentation der einzelnen Beiträge erfolgt aber nach wie vor in der Trotte Arlesheim. Notieren Sie sich schon jetzt das Datum der Kurzfilm­tage in Ihrer Agenda: Freitag, 13. bis Sonntag, 15. Januar 2017.
Und vielleicht betreten Sie mit Ihrer Teilnah­me an den Kurzfilmtagen Ihr persönliches Neuland? Das Team «Arlesheimer Kurzfilm­tage» freut sich auf Ihren Beitrag!
 

 

Text: Verena Jäschke, Fotos: Valentina De Pasquale, Nora Hunziker