Ein Kamille-Wickel auf dem Bauch hilft sanft bei Verdauungsbeschwerden.  Foto: Wiwo-Wickel

Ein Kamille-Wickel auf dem Bauch hilft sanft bei Verdauungsbeschwerden.  Foto: Wiwo-Wickel

Sanft heilende Wickel für Jung und Alt

Wir kennen sie fast alle aus unserer Kindheit: Kühle Wadenwickel, mit denen unsere besorgten Mütter an unseren Betten sassen und das Fieber senkten. Richtig angewendet sind Wickel unter­schied­lichs­ter Art eine sehr sanfte, angenehme und wirkungsvolle Behandlungsmethode.

 

In der ganzheitlichen Therapie waren Heilwickel schon immer ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Der Wickel wirkt nicht nur über die verwendeten Substanzen und Materialien, sondern auch über die emotionale Zuwendung. Es wird eine menschliche Beziehung hergestellt, die für den Heilungs­prozess des Patienten sehr positiv ist und ihm ein Gefühl von Wohlempfinden und Geborgenheit vermittelt.
Wickel werden meist mit Nutzpflanzen wie Zwiebeln, Quark, Kartoffeln, Zitronen oder unterschiedlichen Gewürzen verwendet. Auch Heilpflanzen in Form von Tee, Ölen, Salben, ölhaltigen Samen oder Pulvern sind für die Wickeltechnik prädestiniert. Die ver­wendeten Pflanzen sollten möglichst natür­lich gewachsen sein. Ich empfehle, Produkte in Bio- oder Demeterqualität zu verwenden. Auch Wachswickel erfreuen sich steigender Beliebtheit, da sie sehr einfach in der Anwendung sind. Sie basieren auf einer Bienenwachsgrundlage, der teilweise bereits Pflanzenauszüge in Form von ätherischen Ölen oder Olivenölauszügen beigemengt sind.
Neben dem allgemein bekannten Wadenwickel zur schonenden Fiebersenkung wirkt ein Bauchwickel mit Kamille bei Bauchschmerzen besonders entspannend und krampflösend. Rose und Lavendel helfen bei Schlafstörungen. Bei Kopfschmerzen, Unruhe, Schüttelfrost und Fieberanstieg habe ich sehr gute Erfahrungen mit Arnika-Pulswickeln gemacht.
Kalte Wickel wirken entzündungshemmend und abschwellend. Sie werden überwiegend bei Verstauchungen und Prellungen angewendet. Warme Wickel hingegen fördern die Durchblutung, erweitern die Gefässe und lösen Krämpfe. Diese verschreibe ich vor allem bei chronischen Schmerzen, Verspannungen, Bauch- oder Nierenproble­men sowie bei Bronchitis.
Im Herbst, wenn die Tage kühler werden und ich unter leichten Halsschmerzen leide, hilft ein warmer Halswickel mit Kartoffeln auf natürliche Weise. Ich koche zwei Kartoffeln, lasse sie etwas abkühlen, schnei­de sie klein und schlage sie in ein Baumwolltuch ein. Dann zerdrücke ich sie mit der Hand, lege den Wickel vorne auf den Hals und fixiere ihn mit einem Halstuch. Lässt man diesen über Nacht am Hals, wirkt er besonders gut.
Wickel entfalten ihre heilende Wirkung bei Jung und Alt und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Erfahren Sie, wann sich welcher Wickel am besten eignet und wie die einzelnen Wickel hergestellt werden. In unserem Workshop mit Apothekerin Edith Ehrsam und Wickelfachfrau Brigitte Witzemann bekommen Sie einen Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten und erhalten Rezepturen zur eigenen Anwendung zuhause. Damit auch Sie die wohltuende Wirkung der Wickel ganz einfach nutzen können.
 

Text: Dominik Saner