Hintere Egg auf den Wasserfallen – ganz in der Nähe ist der Kitz-Pfad. Foto: Guido Schärli

Hintere Egg auf den Wasserfallen – ganz in der Nähe ist der Kitz-Pfad. Foto: Guido Schärli

Kinder, hinaus aus dem Haus und hinein in die Natur!

Für viele gilt der Herbst als Wanderjahreszeit. Doch nicht alle Kinder mögen das profane Gehen von A nach B und Familienzwist ist vorprogrammiert. Das muss nicht sein. Es gibt verschiedene spannende Möglichkeiten, mit Kindern den Herbst draussen zu erleben und die Natur in ihrer Farbenpracht voll zu geniessen.

 

Das Wandern ist zwar des Müllers Lust, wie uns ein altes Volkslied erklärt – aber ob Müllers Kinder mit ebenso viel Enthusiasmus dabei waren, ist nicht überliefert. Viele Eltern kennen das Problem: Draussen herrscht schönstes Wetter, man möchte im Familienkreis durch die Lande ziehen, aber die Jungmannschaft stellt sich quer. Argument: wandern ist doof. 
Das stimmt nicht. Abgesehen davon, dass man auch beim «normalen» Wandern viele Abenteuer erleben kann, gibt es im Baselbiet zahlreiche Möglichkeiten, Spaziergänge etwas aufzupeppen. Eine ganze Palette von Themenwegen lädt dazu ein, die nähere Umgebung einmal aus einer anderen Perspektive oder mit anderen Schwerpunkten kennenzulernen. 

 

Riesen-Gluggerbahn auf dem Skulpturenweg Reinach

Riesen-Gluggerbahn auf dem Skulpturenweg Reinach

 

Fünf Beispiele:

Bubendorf: Informationspfad Schloss Wildenstein

Auf dem Informationspfad rund um die einzige erhaltene Höhenburg des Kantons kann man erfahren, wie Wildenstein sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und wie die Landwirtschaft damals aussah, als im mittelalterlichen Eichenwitwald, der heute unter Naturschutz steht, noch Schweine nach mastigen Eicheln gruben. An der Hörstation unterhalb des Schlos­ses ist die Sage der Prinzessin Kunigunde zu hören, die einst auf Wildenstein lebte und durch einen tragischen Unfall zu Tode kam. Heute spukt sie durch die Gegend – vielleicht trefft ihr sie?

Läufelfingen: Mittelalterweg 

Mit zehn Tafeln ins Mittelalter eintauchen: Auf der Wanderung von Läufelfingen zur Ruine Homburg erfährt man viel Wissenswertes über das Leben der Ritter. Wie sah «Wohnen auf der Burg» aus? Was assen die Ritter und überhaupt: Wie gefährlich war das Leben damals?

Arlesheim: Audio-Tour Ermitage

Die Ermitage ist nicht nur der grösste englische Landschaftsgarten der Schweiz, sondern sie gilt auch als bedeutender Kraftort – und hat eine facettenreiche Geschichte. In dem lauschigen Tal hinter Arlesheim kann man nicht nur die idyllischen Weiher und die verwunschenen Höhlen erleben, sondern per Audio-Rundgang (via kostenlosem App «GPS-Tracks») auch Spannendes über die Geschichte des Ortes erfahren. 

Laufen: Planetenweg

In Laufen scheint immer die Sonne – wenigstens auf dem Planetenweg von Laufen nach Liesberg. Im Massstab eins zu einer Milliarde führt er einmal quer durch unser Sonnensystem bis zum Pluto. Ein Milli­meter auf dem Planetenweg entspricht 1000 Kilometern in echt, das heisst theoretisch, dass man alle vier Zentimeter einmal bereits die Erde umrundet hat. Dieser Massstab hilft, die schier unvorstellbaren Dimensionen unserer Galaxie zu verdeut­lichen, und macht uns gleichzeitig zu den schnellsten Wanderern der Welt. Oder waren Sie schon einmal beinahe in Lichtgeschwindigkeit unterwegs?

Titterten: Erlebnisweg

So weit springen wie ein Fuchs, Kunst­werke aus Naturmaterialien herstellen oder erfahren, wie viele alte Obstsorten es in unseren Baumgärten gibt – das alles ist 
auf dem Erlebnisweg Titterten möglich. Er führt von einem lauschigen Tälchen bis auf einen Berg, genauer die Hohwacht, wo ­früher mit Höhenfeuern Nachrichten übermittelt wurden und heute ein Holzturm ungewohnte Einblicke in die Bäume ermöglicht.

Geocaching

Eine weitere Aktivität im Freien, die sich ­zunehmender Beliebtheit erfreut, ist das Geocaching. Bei diesem Freizeitspass für Gross und Klein geht es darum, mit Hilfe von GPS-Koordinaten so genannte Caches (Verstecke) zu finden, deren genaue Lage man im Internet nachlesen kann, also eine Art digitaler Schnitzeljagd. So ist das Wandern eben nicht einfach wandern, sondern Spass und Spannung in freier Natur. Geocaching erlebt zwar keinen Hype wie derzeit das virtuelle Handygame Pokémon Go, man läuft aber auch viel weniger Gefahr, über einen Stein zu stolpern oder vor ein Auto zu hühnern, denn beim Geocaching gilt es, die Augen nicht auf den Handybildschirm, sondern auf die reale Welt zu richten. Und in der realen Welt den Cache zu finden – mit einem ganz realen Erfolgserlebnis für die ganze Familie.

 

Mehr als ein Dutzend weitere Themen­wege, vom Sagenweg über das «Walderläbnis» bis zum Karstlehrpfad finden Sie unter: www.baselland-tourismus.ch/erleben/wandern/themenwege

 

Text: Barbara Saladin, Fotos: zVg

 


 

Interview mit Jaël Meier

9 Jahre alt, Schülerin aus Lampenberg

 

 

Wie und wann hast du Geocaching kennengelernt?

Das erste Mal habe ich es vor zwei Jahren mit Mami und Papi gemacht, wir haben es über Kollegen kennengelernt. Mittlerweile war ich schon an verschiedenen Orten im Baselbiet und auch in Basel oder im Kanton Solothurn. Diesen Sommer waren wir auf den Azoren in den Ferien und haben auch dort Geocaching gemacht. 

Was ist das Tolle daran?

Es ist wie eine Schatzsuche. Wenn man ein Cache findet, kann man Sachen aus dem Behälter nehmen und mit kleinen Dingen tauschen, die man selber für die nächsten dort reintut. Toll finde ich auch, dass ich so an Orte hinkomme, die ich noch nicht kenne. Es ist sehr spannend.

Was war das allerbeste Cache, das du bis jetzt gesehen hast?

Das coolste Geocache von allen war eine ganz grosse Kiste, die unter einer Holzbeige versteckt war. Es hatte dort Playmobil zum Anschauen drin und auch mega viele Sachen zum Tauschen. Wir haben immer Dinge zum Tauschen bei uns, Gumpibälle oder Kreisel oder andere Kleinigkeiten, die wir für die nächsten Finder in den Cache tun. Wenn wir einmal etwas Grosses finden, legen wir mehrere Dinge zum Tauschen hinein, damit es wieder aufgeht.