Stefan Jegge, Brigitte Strahm und Marcel Erni. Foto: Lukas Hausendorf

Stefan Jegge, Brigitte Strahm und Marcel Erni. Foto: Lukas Hausendorf

Sie brachten Münchenstein den Blues bei

Vor zehn Jahren brachte Philipp Fankhauser den Blues aufs Walzwerk. Zehn Jahre später kommt er wieder. Die Münchensteiner Bluesnight ist mittlerweile ein etabliertes Festival. 

 

Jung und naiv waren sie nicht. Die drei Bluesfreunde Erni, Jegge und Strahm stürzten sich als gestandene Berufsleute ins Abenteuer Musik und veranstalteten 2008 die erste Münchensteiner Bluesnight im De­pot der Fahrbar. «Chum, mir mache doch!», sagte Marcel Erni zu seinen Freunden Brigitte Strahm und Stefan Jegge. Erni war kurz zuvor von Philipp Fankhauser auf einer Motorradtour in den USA vom Country- zum Blues-Enthusiasten umgepolt worden. Fankhauser wurde denn auch zum Geburts­helfer des Unterfangens und bescherte den drei Anfängern einen gelungenen Einstand im Konzertgeschäft. Und jetzt ­organisie-
­ren­ die drei bereits die zehnte Ausgabe der Münchensteiner Bluesnight. 

 

Philipp Fankhauser. Foto: Daniel Balmat

Philipp Fankhauser. Foto: Daniel Balmat


Zum runden Geburtstag kehrt Fankhauser nun zurück nach Münchenstein. Der Grand­seigneur des Schweizer Blues blickt auf eine jahrzehntelange, erfolgreiche Karriere zurück. Einst ausgewandert, um sein Glück in den USA zu finden, führte ihn der Blues wieder in die Schweiz zurück, wo er als Songwriter und Sänger seinen Platz gefunden hat. Aktuell ist Fankhauser mit seinem Unplugged-Programm unterwegs, bei dem seine Qualitäten als Sänger besonders zur Geltung kommen. Sein Konzert am 19. Oktober ist bereits ausverkauft. «Innert zwei Stunden waren alle Karten weg», erzählt Brigitte Strahm, «das haben wir noch nie erlebt.» Überhaupt ist der Ansturm auf die Konzertabende im Depot der Fahrbar auf dem Walzwerk grösser als gewohnt. Bereits musste die Bestuhlung geändert werden, damit die Kapazität auf 150 Zuschauer erhöht werden konnte. Auch der zweite Konzertabend am 20. Oktober ist bereits ausverkauft. Die Doppel-Affiche des Gewinners der Swiss Blues Challenge Pascal Geiser und der finnischen Blues-Queen Ina Forsman wirft ein Schlaglicht auf junge ­Talente, die für die Erneuerungskraft des Blues stehen. Geiser und Forsman sind aber auch grossartige Entertainer. Die beiden sind noch nie an der Münchensteiner Blues­night aufgetreten. Im Gegensatz zu Mike Andersen, dem smarten Dänen, der schon 2014 und 2015 zu Gast war und das Publikum begeisterte. Wie der Geburtshelfer der Bluesnight, Philipp Fankhauser, darf Andersen für das Best-of anlässlich des Zehnjähri­gen nicht fehlen. Er setzt am 21. Oktober den Schlusspunkt der Münchensteiner Blues­night. Andersen ist das kleine Festival in Münchenstein sehr ans Herz gewachsen. So sehr, dass er für seinen Auftritt hier meh­re­re Konzerte in Norwegen abgesagt hat.
Dabei wedeln die Organisatoren der Münchensteiner Bluesnight nicht mit dem gros­sen Scheckbuch, um interessante Musiker aufs Walzwerk zu bringen. «Die Erfahrungen mit den Künstlern sind das Grösste für uns», sagt Stefan Jegge. Er, seine Frau Brigitte und Marcel Erni opfern sich auf, damit es den Bands an nichts fehlt. Und diese kommen deshalb gerne nach Münchenstein, hier werden sie von Fans umsorgt, hier ist die Romantik, die im Musikgeschäft vielerorts verloren gegangen, ist noch gegenwärtig.
 

Text: Lukas Hausendorf