Lehrabschluss-Rangfeier am 7. Juli 2017 im Kultur- und Sportzentrum (Kuspo) in Münchenstein. Die Wirtschaftskammer Baselland ehrt die Rangkandidatinnen und -kandidaten.

Lehrabschluss-Rangfeier am 7. Juli 2017 im Kultur- und Sportzentrum (Kuspo) in Münchenstein. Die Wirtschaftskammer Baselland ehrt die Rangkandidatinnen und -kandidaten.

«Vielfältige Berufe für eine vielfältige Wirtschaft»

An der Berufsschau vom 25. bis 29. Oktober 2017 in Liestal lernen die Schülerinnen und Schüler das riesige Spektrum an Berufen und möglichen Karrierewegen kennen. Für Christoph Buser, Direktor der für die Organisation des Events verantwortlichen Wirtschaftskammer Baselland, steht fest: «Das duale Berufsbildungssystem ist eine der Stützen der Schweizer Wirtschaft.»

 

BirsMagazin: Herr Buser, die Wirtschaftskammer ist dafür bekannt, dass sie sich stark im Bereich duale Bildung engagiert. Welches ist Ihre nächste Kampagne?

Christoph Buser: Es ist richtig, dass sich die Wirtschaftskammer während des ganzen Jahres für die Förderung der dualen Bildung starkmacht, etwa mit Infoveranstaltungen an Schulen oder der Unterstützung der Lehrbetriebskampagne der Baselbieter Gewerbe- und Industrievereine, aber auch der Lehrabschluss-Rangfeier, die für mich jedes Jahr ein Highlight darstellt. Unsere nächste grosse Kampagne – wie Sie sagen – ist sicher die Berufsschau. Diese grösste aller Schweizer Berufswahlmessen findet alle zwei Jahre statt. Pratteln und Liestal wechseln sich ab. Dieses Jahr organisiert die Wirtschaftskammer die Berufsschau vom 25. bis 29. Oktober auf dem Frenkenbündtenareal in Liestal.

Was wird dort geboten? 

In allererster Linie können die Schülerinnen und Schüler die Lehrberufe, welche im Baselbiet ausgebildet werden, eins zu eins kennenlernen. Die Berufsschau zeigt vielfältige Berufe für eine vielfältige Wirtschaft. Dort wird gehämmert, gemeisselt, gebohrt. «Papierstände» sind verpönt. Rund 140 Aus­steller haben sich angemeldet. Das sind rund 15 Prozent mehr als an der Berufsschau vor zwei Jahren in Pratteln. Darum wurde auch die Ausstellungsfläche verglichen mit jener der letzten Berufsschau vergrössert. Das Gelände wird rund 8000 Quadratmeter auf dem Frenkenbündten­areal in Liestal umfassen. Vor zwei Jahren in Pratteln präsentierten sich die Aussteller noch auf rund 7000 Quadratmetern und vor vier Jahren in Liestal waren es 6500 Quadratmeter.

 

Hoch hinaus: Jugendliche, die einen Beruf von der praktischen Seite her erfahren, erhalten die besten Eindrücke – hier an der Berufsschau 2015.

Hoch hinaus: Jugendliche, die einen Beruf von der praktischen Seite her erfahren, erhalten die besten Eindrücke – hier an der Berufsschau 2015.

 

Ist die Berufsschau für alle Schülerinnen und Schüler von Interesse?

Absolut. Eine Berufslehre im Rahmen des dualen Bildungssystems ist durchaus auch für Schülerinnen und Schüler aus den progymnasialen Abteilungen ein Sprungbrett für eine grosse berufliche Karriere. Viele sehr erfolgreiche Leute starteten ihre Kar­rieren nicht mit einem Uni-Diplom, sondern mit einer Berufslehre. Ich denke an den UBS-Chef Sergio Ermotti, dessen Vorgänger Oswald Grübel, aber auch an erfolgreiche Frauen im Beruf wie Monika Walser, Chefin der Firma de Sede, dem interna­tional bekannten Produzenten von Ledermöbeln.

Was macht das duale Bildungssystem so attraktiv?

Es ist diese Mischung aus Praxis und Theorie. Der ehemalige US-Präsident Barack ­Obama sagte einmal anerkennend in Bezug auf unser duales Berufsbildungssystem, dass die Jugendlichen hier für Jobs ausgebildet werden, die es auch tatsächlich gibt. Damit lag er richtig. Denn es sind die Unternehmen selber, welche die Fachkräfte ausbilden, die sie selber so dringend benötigen. Kein Wunder, liegt die Arbeitslosenquote in der Schweiz sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den gestandenen Berufsleuten um Welten unter jener im benachbarten Ausland.

Welche Bedeutung messen Sie dem dualen Berufsbildungssystem zu?

Es ist eine Stütze der Schweizer Wirtschaft – zusammen mit dem relativ liberalen Arbeitsmarkt und unseren Tausenden innova­tiven KMU.

 

Interview: Jay Altenbach-Hoffmann, Fotos: zVg