Susanne Hueber, Foto: zVg

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«Das Wetter hat immer zwei Seiten»

Ohne gutes Wetter keinen Sommer. Doch Gnade jenen, die uns Regen, Wind und Wolken prognostizieren! Das BirsMagazin unterhielt sich mit der Wetterfee Susanne Hueber von Telebasel, die auch schlechtem Wetter etwas abgewinnen kann.

Susanne Hueber, welches ist Ihr Lieblingswetter?

Das ist bei mir von der Laune und der Situation abhängig. Aber grundsätzlich mag ich den Mix aus Sonne und Wolken bei etwa 22 Grad. Im Winter liebe ich Schnee! Was ich nicht mag, ist Dauerregen und starker Wind macht mir Angst. 

Nervt Sie als Wetterfee das Klischee vom «guten» und vom «schlechten» Wetter?

Ich ertappe mich manchmal selber, dass ich von schlechtem Wetter rede, wenn es regnet. Aber wenn es lange heiss war und die Pflanzen durstig sind, ist ein «Regengutsch» willkommen und eben auch «gutes Wetter». In den Ferien ist schönes – also trockenes, sonniges – Wetter aber schon ein wichtiger Faktor, egal, ob man in die Berge fährt, eine Städtereise macht oder zuhause bleibt. 

Wenn in den Sommerferien, an langen Wochenenden oder an Weihnachten das Wetter nicht mitspielt – ist das für Sie als Wetterfee schwierig?

Ich hoffe – wie sicher viele andere Menschen – jedes Jahr auf weisse Weihnachten. Bei uns ist das aber selten und es tut mir jedes Mal leid, wenn ich dieses Wunschwetter nicht verkünden kann. Aber auch hier gibt es zwei Seiten: Kälte und Nässe bringen auch Matsch und Eis. Für die Feiertage im Frühling wünscht sich wohl jedermann schönes Wetter. Doch auch verregnete Pfingsten können ihren Reiz haben: Man kann das Zuhause geniessen oder längst fällige Sachen anpacken. Statt sich die Laune verderben zu lassen, kann man die Pläne einfach dem Wetter anpassen.

Geraten Sie manchmal in Versuchung, schlechte Prognosen zu beschönigen?

Natürlich muss ich bei den Fakten bleiben, aber ich versuche immer, bei schlechten Wetterprognosen auch die positive Seite zu zeigen. Ich mache zum Beispiel das Daheimbleiben schmackhaft oder erinnere daran, wie schön es als Kind war, in eine Pfütze zu hüpfen.

Achten Sie als Wetterfee auch im Alltag mehr auf das Wetter?

Seit ich Wetter moderiere, blicke ich viel öfter in den Himmel. Ich schaue, woher die Wolken kommen, ob sie sich verdichten, wie sie sich verformen, wohin sie sich verschieben könnten. Ich kann so besser beurteilen, ob ich den Regenschirm mitnehmen muss, wenn ich aus dem Haus gehe.

Welches ist Ihr denkwürdigstes Erlebnis mit dem Wetter?

Das war meine Hochzeit. Mitten im August, da könnte man schon erwarten, dass das Wetter mitspielt. Aber als wir aus der Kirche traten, fielen die ersten Tropfen, die Hochzeitsfotos mussten bei leichtem Regen und bewölktem Himmel geknipst werden und am Fest selber regnete es in Strömen. Das fand ich irgendwie witzig. Die Hochzeit der Wetterfee im August: verregnet! Andrerseits blieben wegen des Regens alle Gäste im grossen Festzelt, man war zusammen. Bei schönem Wetter hätten sich die Gäste auch im Freien aufgehalten – also hatte auch das etwas Positives.

 

Text: Sabina Haas