Buntes Treiben im Schwimmbad Laufen, Foto: Martin Staub

Schwimmbad Laufen  Foto: Martin Staub

Die Badesaison ist in vollem Gange

Willkommen zur schönsten Jahreszeit! Der Sommer hält Einzug. Die einen haben es zwar lieber etwas kühler, andere laufen bei Hitze erst zur Hochform auf. Möglicherweise aber genau deshalb, weil man sich ab 25 Grad aufwärts eh in einem der zahlreichen Schwimmbäder trifft, um sich im kühlen Nass zu tummeln.

 

Möglichkeiten gibt es in der Region genügend. Allein im Verteilgebiet des BirsMagazins gibt es – zählt man das Sonnenbad St. Margarethen in Binningen dazu – acht Möglichkeiten, dem wärmenden Sommerwetter zu entfliehen. Dazu kommen 15 Rhein-, Schwimm- und Erlebnisbäder in Basel-Stadt und dem restlichen Baselbiet. Wenn das nicht eine Herausforderung ist, ab und zu ins kühle Nass zu springen, sich ein paar hundert Meter weit schwimmend fit zu halten oder seine Freundinnen und Freunde im Schatten von kühlenden Bäumen in einem der schön gestalteten Gartenbäder zu treffen. Zwei Perlen dieser regionalen Schwimmbadlandschaft seien hier herausgehoben.

Naturbad Breitenbach

Wie schon der Name andeutet, sind hier Naturliebhaber besser bedient als Spitzensportler. «Klein, aber fein» präsentiert sich das 25-Meter-Schwimmbecken, das ganz ohne Chemikalien auskommt. Für sauberes, besonders weiches Wasser sorgt die Bepflanzung am, im und ums Bassin, was zudem zur Gestaltung einer angenehmen, schönen und natürlichen Umgebung beiträgt. Das Naturbad Frohmatt in Breitenbach wird vor allem von Familien mit Kindern (Planschbecken mit Wasserfall), von Ruhesuchenden und Schwimmerinnen und Schwimmern besucht, die sich schon mit kürzeren Schwimmeinsätzen zufrieden geben. Ein Kiosk mit kleinen Snacks und eine schöne Liegewiese bereichern das Angebot.

 

Naturbad Breitenbach – natürlich, sauber, samtweich: fast wie in einem Bergsee, Foto: Martin Staub

Naturbad Breitenbach – natürlich, sauber, samtweich: fast wie in einem Bergsee  Foto: Martin Staub

Gartenbad Reinach

Diese grosse Anlage wurde in den vergangenen Monaten vollständig umgebaut und erst vor wenigen Tagen, am 16. Juni, eröffnet. Ein 50-Meter-Olympiabecken mit acht Bahnen lädt ambitionierte Schwimmerinnen und Schwimmer (und solche, die es werden wollen) zum Training ein. Für jene, die sich lieber etwas gemächlicher im Wasser bewegen möchten, steht ein weiteres 25-Meter-Becken mit abgegrenztem Nichtschwimmerbereich zur Verfügung. Als neue Attraktionen besitzt das erneuerte Gartenbad unter anderen ein neues Sprung-becken mit einem 1-Meter-, 3-Meter- und sogar einem 5-Meter-Sprungturm, einen Strömungskanal, diverse Wasserdüsen und eine grosse Rutschbahn. Zudem ist es vollumfänglich behindertengerecht. Während der Saison 2018 gibt es auf die Einzeleintritte und Saisonkarten zudem einen Eröffnungsrabatt von 50 Prozent. Im renovierten Gartenbad Reinach finden auch «Trockensportler» Gelegenheit für ihren Lieblingssport (Fussball, Beachvolleyball, Basketball und Tischtennis). Auch Kinder sind willkommen und bestens aufgehoben (Kinderplanschbecken, teilweise mit Sonnenschutz). 

 

Schwimmbad Reinach: Wird im Moment vollständig renoviert. Hier eine Visualisierung, wie es aussehen soll. Bild: zVg

Schwimmbad Reinach: Wird im Moment vollständig renoviert. Hier eine Visualisierung, wie es aussehen soll.  Bild: zVg

 

«Ganzjährig tätig»

Das BirsMagazin besuchte Jörg Schumacher, Betriebsleiter und Badmeister im Schwimmbad Arlesheim. Der 59-Jährige arbeitet seit 18 Jahren, acht davon in Arlesheim, in dieser Funktion. Wenn Hochbetrieb herrscht, sind im Schwimmbad 12 bis 13 Beschäftigte im Einsatz. 

 

Jörg Schumacher, Foto: Martin Staub

Jörg Schumacher  Foto: Martin Staub

 

BirsMagazin: Wie sieht bei idealem Badewetter ein Tag des Badmeisters aus?

Jörg Schumacher: Zuerst kontrolliere ich am Morgen mit meinen Mitarbeitenden die ganze Technik in der Schwimmbadanlage. Dazu gehört auch das Herausnehmen der Reinigungsroboter aus den Bassins, welche die Nacht über aktiv waren. Bereits um 9 Uhr kommen die ersten Gäste. Nun beginnt der eigentliche Badmeisterjob: Auskünfte geben, Dienst als Sanitäter, manchmal an der Kasse aushelfen und den Badebetrieb beaufsichtigen. Ein solcher Tag dauert mit den Aufräum- und Bereitmacharbeiten für den Folgetag oft bis 21 Uhr. 

 

In welchen Situationen muss der Badmeister eingreifen?

Das Schwimmbad Arlesheim ist ein typisches Familienbad. So werden wir nur mit wenigen Disziplinarkonflikten konfrontiert. Wenns hoch kommt fünf Mal pro Saison. Aber klar, dann sind meine Mitarbeitenden und ich sehr streng. So ein Zwischenfall, beispielsweise mit einem Badverweis, vor allem anfangs Saison, zeigt Wirkung. 

 

Mussten Sie auch schon lebensrettend eingreifen?

Zum Glück nicht so krass. Aber es kommt vor, dass ein Kleinkind ins tiefe Wasser springt, obwohl es noch nicht schwimmen kann. 

 

Wird das Schwimmbad auch bei schlechtem Wetter besucht?

Klar. Richtige Schwimmer kommen bei jeder Witterung. Notfalls auch mit Neoprenanzügen.

 

Und was macht der Badmeister, wenn kaum Leute da sind? 

Dann gibts Gelegenheit, die Anlage zu pflegen, kleine Reparaturen vorzunehmen, die Gartenarbeit zu erledigen, die bei grossen Besucherzahlen – bis zu 2500 pro Tag – nicht möglich ist. 

 

Wie viele Besucher erwarten Sie während der ganzen Badesaison?

Wir haben von Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. Wir zählen in einer durchschnittlichen Saison rund 75 000 Gäste. 

 

Und dann geht der Badmeister in den Winterschlaf?

Ich bin hier ganzjährig tätig. Im Winter sind Servicearbeiten, Gartenpflege, Reparaturen und vieles mehr auf dem Programm. Und wenn der Badmeister seine Überzeit abgebaut und seine verdienten Ferien eingezogen hat, steht bereits die nächste Saison vor der Türe. Also nichts mit Winterschlaf!

 

Text : Martin Staub