Die MS Evolutie dient im Prozess nicht nur als Bühne, sondern ist auch Transportmittel für das Publikum. Foto: zVg, TheaterFalle

Die MS Evolutie dient im Prozess nicht nur als Bühne, sondern ist auch Transportmittel für das Publikum.  Fotos: zVg, TheaterFalle

Die Schlange auf der Anklagebank

Ein spektakulärer Prozess wird ab August die Region Basel in Atem halten. Am Strafgericht Basel wird die Urmutter der Gesetzesverstösse verhandelt: der Sündenfall. Das Ensemble der TheaterFalle Basel inszeniert diesen Prozess. Schon kurz nach Spielbeginn keimen die ersten Zweifel und bald ist nichts mehr, wie es scheint. 

 

In vier verschiedenen Inszenierungen haben sich die Theatermacherinnen und -macher dem Thema des Sündenfalls angenähert, um in einer fünften zum Showdown einzuladen. In «Der Prozess» werden nun alle Beteiligten des Sündenfalls angehört und es kommt endlich zu einer scheinbar fairen Verhandlung. Angeklagt ist die Schlange, welche Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben hat. Kläger sind Adam und Eva. Die Zuschauerinnen und Zuschauer bilden die Geschworenen, welche über Schuld oder Unschuld zu urteilen haben. Die Klägerschaft fordert für die Schlange die Todesstrafe. Doch im Verlauf der Verhandlung zeigt sich, dass die Indizien für einen Schuldspruch nicht ausreichen. In zwei Gruppen begleiten die Geschworenen Adam und Eva oder die Schlange. Zu Fuss, per Bus und per Schiff geht es auf der Suche nach Spuren in den Botanischen Garten, durch die historische Altstadt, zu entlegenen Waldlichtungen und zu geheimnisumwitterten Industriebrachen. Auf der Kraftwerkinsel in Birsfelden kommt es unter freiem Himmel schliesslich zum Showdown. 

Grosses Theater-Spektakel

Die Jubiläumsproduktion zum dreissigjährigen Bestehen der TheaterFalle bildet einen krönenden Schlussakkord und den Abschied der künstlerischen Leiterin Ruth Widmer. Ein wichtiger Aspekt ist in dieser Inszenierung die Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Kunstschaffenden verschiedener Sparten, die ihre eigene Handschrift in die Produktion einbringen. Ebenfalls wollen die Leute von der TheaterFalle mit «Der Prozess» ein breites Publikum ansprechen. Dass ihnen dies gelingen wird, ist sowohl dem Ensemble als auch dem Publikum bei dem zu erwartenden Spektakel zu wünschen. Also nichts wie hin und ein Ticket unter www.theaterfalle.ch reservieren! Der Vorverkauf ist bereits angelaufen. 

Abschied und Neuanfang

Die freischaffende Theaterpädagogin Ruth Widmer gründete 1986 in Basel die TheaterFalle und erweiterte das Angebot 2003 durch die MedienFalle, mit welcher Workshops zu aktuellen Themen durchgeführt werden. Der Name TheaterFalle steht für Theater für alle. So hat sie in den letzten 30 Jahren freches, aufklärerisches und unterhaltendes Theater für alle angeboten. Sie ist Trägerin diverser Kulturpreise und seit 2015 Laienrichterin am Strafgericht. Nach 30 Jahren wird sie sich nun aus der aktiven Theater-Szene zurückziehen.

 

Text: Jay Altenbach-Hoffmann