Im Fluss, Foto: © Samuel Bramley

Fotos: © Samuel Bramley

Im Fluss – das Musikfestival auf dem Rhein

Während 20 Tagen spielen 17 verschiedene Bands am Musikfestival «Im Fluss». Das Ambiente ist einzigartig und die Stimmung fantastisch. Und die Musik gibt es erst noch gratis zu hören. Allerdings sind freiwillige Spenden sehr willkommen. 

 

«Im Fluss»! Der Name sagt es schon, wo dieser Event stattfindet: Mitten im Rhein vor der Mittleren Brücke steht es, das Floss. Jahr für Jahr wird es 20 Meter vom Kleinbasler Rheinufer verankert und dient als Bühne für die Musiker. Eine einmalige Atmosphäre, sicherlich schweizweit, wenn nicht gar in ganz Europa. Ein Anlass, der den Basler Musik-Sommer seit bald 20 Jahren prägt. Dieses Jahr spielen vom 23. Juli bis 11. August jeden Abend regionale, nationale und internationale Künstler für das buntdurchmischte Musikvolk am Kleinbasler Rheinufer, vor der wohl schönsten Skyline der Welt. Der Organisator und Kapitän, Tino Krattiger, nahm sich die Zeit für ein kurzes Interview. 

BirsMagazin: Tino Krattiger, wie reagieren die Künstler auf diese einmalige Bühnen-Konstellation?

Tino Krattiger: Ganz unterschiedlich. Gewisse haben Panik. Aber die meisten, die darauf gespielt haben, waren begeistert und staunten, wenn während des Konzertes ein riesiges Tankschiff den Rhein hinauffuhr oder vor der Bühne ein Rheinschwimmer oder eine Schwanenfamilie vorbeischwamm. Es ist eine sehr spezielle Stimmung.

Weshalb Panik?

Ja, da gab es in den ersten Jahren mal einen Künstler. Er wollte nicht kommen aus Angst vor einem Blitzeinschlag. Und wir konnten ihm auch nicht erklären, dass das Floss eine Stromabnahme mit Erdung hat und absolut kein Risiko für ihn besteht.

Apropos Blitzen, was ist, wenn es regnet?

Es ist Sommer, da bewährt es sich, einen Regenschutz mitzubringen. Wenn ein Musiker wie Stiller Has spielt, ist das Ambiente dermassen einmalig, dass man sich so einen Abend nicht entgehen lassen darf, auch wenn es zwischendurch mal etwas nass wird. In den letzten Jahren regnete es höchsten an zwei bis drei Abenden.  

Und wie ist es an einem «normalen» Abend? 

Dann ist es Genuss pur. Man kann einfach mal hingehen, es kostet ja nichts. Die Leute chillen, zum Glück gibt es dieses neue Wort. Chillen heisst: Nichts machen – ein Glas in der Hand halten, Musik hören und geniessen. Basel ist zu dieser Zeit sehr relaxed und sehr mediterran mit einem guten Lebensgefühl. Einfach toll!

Wer kommt dieses Jahr auf das Floss?

Es fängt mit 2Raumwohnung aus Berlin an – eine tolle Eröffnungsband. Dann haben wir viele Schweizer Musiker wie Crimer, James Gruntz, Anna Aaron, Halunke. Wenn Roli Frei das Floss entert, beginnt jedes Mal ein besonders stimmungsvoller Abend. Weiter kommen die Original-Musiker der Blues Brothers. Und als krönender Abschluss Stiller Has, in schöner Tradition. 

Was ist dein schönster Moment? 

Grundsätzlich ist es einfach toll zu sehen, wie sich dieser Event entwickelt hat. Unser Publikum von damals ist uns erhalten geblieben und neues ist dazugekommen. Und wenn ich mich mittlerweile recht anonym durch diese Massen von 3000 Leuten bewege: Das Ambiente ist einmalig. Die Leute feiern und geniessen die Musik, und das ist einfach ein schönes Gefühl.

 

Text: Tiziano Bloch