Mittendrin im Mittelalter

Wenn heuer der Juni in den Juli übergeht, wird auf dem Schloss Gilgenberg die Zeit wieder um 800 Jahre zurückgedreht. Das grosse Mittelalterfest rund um das beliebte Ausflugsziel ist ein Publikumsmagnet für die ganze Familie.

 

Es ist ein magischer Moment, wenn nach dem kurzen Aufstieg das Schloss Gilgenberg ins Blickfeld rückt. Es ist jener Augenblick, in dem die Zeit sich von der Moderne mit Smartphones, Social Media und Internet mit einem Schlag ins Mittelalter verwandelt, wo Feuer, Handwerk, Rüstungen und klirrende Schwerter dominierten. Es ist auch jener Moment, auf den sich Walter Stebler freut, wenn am Vormittag des Samstag, 30. Juni 2018, das bereits dritte Mittelalterfest Gilgenberg seinen Anfang nimmt. «Wenn man unser Fest besucht, begibt man sich in eine komplett andere Welt. Das Schloss Gilgenberg liefert hierzu den perfekten Schauplatz», sagt der Präsident des Organisationskomitees. 

Feste rund um das vermeintlich düstere Zeitalter zwischen Antike und Neuzeit erleben seit Jahren einen Boom. Doch nur wenige zeichnen sich durch einen solch authentischen Standort wie die Burg Gilgenberg aus. Ausserdem spielt der Kommerz hier eine untergeordnete Rolle und das Gesellige und Familiäre stehen klar im Vordergrund. Dafür sorgen unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die mit viel Herzblut bei der Sache sind.

 

Buntes Markttreiben

Entstanden ist der Anlass aus der Idee heraus, in der Burg ein mittelalterliches Festmahl zu veranstalten. «Wir haben das mit weiteren mittelalterlichen Attraktionen erweitert, um mehr Publikum anzuziehen», erinnert sich Walter Stebler. Daraus resultierte das erste Mittelalterfest im Jahr 2012, dem die Organisatoren noch mit einer gehörigen Portion Nervosität entgegenblickten. Doch die Skepsis wich schnell der Begeisterung: Über 2000 Besucher wurden gezählt. Viele davon kamen in mittelalterliche Kluft gewandet und die Stimmung war schlichtweg einzigartig. Drei Jahre später erlebte das Fest seine zweite Auflage und zog bereits 5000 Leute an, die den grossen Markt besuchten, den zeitgemässen Handwerkern auf die Finger schauten, die omnipräsente mittelalterliche Musik genossen und sich natürlich auch mit dem grossen Angebot an Speisen und Getränken verpflegten. «Natürlich erhoffen wir uns auch in diesem Jahr wieder einen ähnlichen Publikumsaufmarsch. Am erfolgreichen Konzept halten wir fest. Wir haben den Anlass aber noch stärker auf die ganze Familie ausgerichtet», sagt Walter Stebler. 

 

Ochs am Spiess

Und so wird die Burg Gilgenberg in Zullwil am 30. Juni und 1. Juli nun zum dritten Mal Schauplatz eines rauschenden Festes. Rund 30 mittelalterliche Marktstände laden zum Staunen, Degustieren und Einkaufen ein. Neben Vorführungen des Handwerks längst vergangener Tage ziehen Musiker, Gaukler, Feuerkünstler und Geschichtenzähler umher und werden Jung und Alt in ihren Bann ziehen. Ebenfalls wird wieder ein Heerlager eingerichtet, in dessen Umfeld in der Arena Schaukämpfe ausgetragen werden. Ein weiterer Höhepunkt ist das Konzert im Schloss am Samstagabend. Natürlich widmet sich auch der kulinarische Teil ganz dem mittelalterlichen Motto. Die Zullwiler Dorfvereine sorgen unter anderem mit Ochs am Spiess und Bohneneintopf dafür, dass das Mittelalter auch durch den Magen geht. 

 

Ein Kind der ersten Stunde des Mittelalterfestes ist das Forum Schwarzbubenland, das bei der ursprünglichen Konzeptionierung mit an Bord war und auch dieses Jahr das ehrenamtliche Komitee und die vielen Vereine primär bei Sponsoring und Kommunikation tatkräftig unterstützt.

 

Alle Informationen zum Mittelalterfest:

www.mittelalter-gilgenberg.ch

 

Text: Simon F. Eglin, Fotos: zVg, Silver Hängg