Für einmal fand Jazz & Soul Afterwork im Innenhof mit «Skins, Strings & Winds» statt und begeisterte. Foto: Christian Jaeggi

Für einmal fand Jazz & Soul Afterwork im Innenhof mit «Skins, Strings & Winds» statt und begeisterte. Foto: Christian Jaeggi

Wie alles begann 

Vor 20 Jahren hat der Solothurner Regierungsrat das Kloster an die Stiftung Kloster Dornach übergeben. Grund genug, einen Blick zurück zu wagen. 

 

Nachdem die letzten Kapuziner 1990 aus dem Kloster Dornach ausgezogen waren, begann die Gruppe «Pro Kloster Dornach» dem Kloster neues Leben einzuhauchen. Mit viel Liebe kümmerte sich eine Gruppe um das Kaffi Klösterli, wo frische Wähen unter der Ägide von Elfriede Hefti gebacken wurden und jeweils für gute Stimmung sorgten. Mit dem verdienten Geld wurden die ersten notdürftigen Renovationen in die Wege geleitet. Viele Ideen geisterten umher, wie das Kloster zukünftig verwendet und belebt werden könnte. Schliesslich wurde die Stiftung Kloster Dornach gegründet mit Vertretern der Einwoh­ner- sowie der Bürgergemeinde Dornach, der katholischen und reformierten Kirche von Dornach, der röm.-kath. Landeskirche Baselland sowie den Freunden des Klosters Dornach. Alt-Bundesrat Otto Stich amtete als erster Stiftungsratspräsident. Der Regie­rungsrat übergab das Kloster in einer fei­erlichen Zeremonie vor 20 Jahren an die Stiftung mit dem Auftrag, das Kloster als historische Klosteranlage zu erhalten. Dabei sollen religiöse, soziale und kulturelle Komponenten Berücksichtigung finden. 

Studierende arbeiten im Garten

Die ersten Jahre waren von finanziellen Problemen und verzweifelten Spendenaufrufen geprägt. Nun hat sich das Kloster dank eines rentablen Gastronomie- und Hotelbetriebes sowie einer Erbschaft stabilisiert. Die bisher umfassendste Renovation und Sanierung der Klosteranlage hat im Herbst vor einem Jahr ihren Abschluss gefunden. 2,5 Millionen Franken wurden 
in die Klosteranlage investiert, damit das Klos­­ter rollstuhlgängig ist, die Sicherheit der Gäste vor einem möglichen Feuer gewährleistet ist oder die herrlichen Keller­räum­lichkeiten der Bevölkerung wieder zur Verfügung stehen. Die Bibliothek und der In­nenhof des Kreuzgangs erstrahlen in neu­­em Glanz. Im Garten hat der Einsatz von Studierenden der HGK FHNW diesen Frühling sichtbar positive Spuren hinterlassen. 

Kostenloses Kulturprogramm

Weiterhin finden die unterschiedlichsten Menschen im Kloster Halt. Neben Sozialgästen, welche vorübergehend im Kloster beherbergt werden, arbeiten andere ihre Bussen in Form eines Arbeitsein­satzes ab. Bewusst werden für die kultu­rellen Anlässe keine Eintritte erhoben, damit eine breite Bevölkerungsschicht ein Konzert über Mittag geniessen oder an einer Lesung teilnehmen kann. Die Kunstwerke der aktuellen Ausstellung können jeweils gratis während den Öffnungszeiten des Klosters bestaunt werden. Beim «Aussteigen auf Zeit» können sich jährlich fast 30 Kunst- und Kulturschaffende für 10 Tage im Zimmer «Auf­atmen» zurückziehen. In der Kirche finden zudem unterschiedliche Gottesdienste der drei Landeskirchen sowie der Missione 
Cattolica statt. Dank den drei Standbeinen Gastronomie, Kultur und Kirche steht das Kloster Dornach auf einem soliden Gerüst und ist auch für die weitere Zukunft gewappnet.

 

Text: Jay Altenbach-Hoffmann, Foto: Christian Jaeggi