Der Burger-Truck aus der Region

Der Burger-Truck aus der Region

«Meat & Greet», Synonym für richtig geile Burger. Der Aescher Bojan Hofmann und der Arlesheimer Manuel Eberle leisten einen Beitrag zu einem neuen Lifestyle. Sie möchten mit ihrem Burger-Food-Truck die Leute zum Umdenken bewegen. Essen auf der Strasse – Street-Food – schnell, hochwertig, gut.

 

Wie auch immer man gegenüber dem Militär eingestellt ist, manchmal entstehen in der Rekrutenschule ganz schöne Geschichten, zum Beispiel die von «Meat & Greet». Die beiden Jungunternehmer Manuel und Bojan lernten sich während ihres Dienstes in der Luftwaffe kennen und merkten schnell, dass sie gut als Team funktionieren. Anfangs träumten sie von einer gemeinsamen Bar, doch seit ihrer Begegnung mit der Street-Food-Szene im englischsprachigen Raum hatten sie nur noch ein Ziel: ein eigener Burger-Food-Truck.

Doch Schritt für Schritt

Die beiden gelernten Mechaniker hatten genug von der monotonen Alltagsarbeit. Die Welt hat doch mehr zu bieten, man muss doch mehr gemacht und gesehen haben. Deswegen fassten sie im November 2014 den definitiven Entschluss, ihr eigenes, schon lang ersehntes Business zu starten. Im Mai 2015 wurde es dann ernst. Nach der Firmengründung musste ein Truck her und da wurden sie bei der deutschen Post fündig. Ein gelber Sprinter wurde in Eigenarbeit – logisch für gelernte Mechaniker – zu einem stylischen Food-Truck umgebaut. Es wurde Rindfleisch aus verschiedenen regionalen Metzgereien auf Geschmack und Qualität getestet. Eine Metzgerei aus Flüh machte das Rennen. Auch Crowd-Funding wurde aus reiner Neugier und zu Marketingzwecken ausprobiert. Auf dieser Online-Plattform wurde auch der Schweizer Privat-TV-Sender 3+ auf sie aufmerksam. Im Frühjahr 2016 werden die beiden mit dem Schweizer Sterne-Koch Daniel Buhmann auf 3+ zu sehen sein. Buhmann begleitete sie in der Anfangsphase und konnte ihnen hilfreiche Gastro-Tipps geben.

Der operative Startschuss für den Meat & Greet-Truck war dann am diesjährigen Basler Street-Food-Festival anfangs Oktober. Bereits nach wenigen Stunden waren die beiden mit ihren Burgern bereits völlig ausgeschossen. Sie wurden richtig überrannt und es gab riesige Warteschlangen. Zum Glück kam aber auch schon bald wieder Nachschub. Es blieb aber nicht beim einmaligen Nachschub. Es musste noch dreimal nachgeliefert werden. Ihr Kommentar: «Es war richtig geil!»

Zukunftsmusik

Der Food-Truck muss aber nicht nur an einzelnen Events funktionieren, nein, er sollte voll ausgelastet sein, Tag und Nacht, und auch am Wochenende. Manuel und Bojan möchten von ihrem Truck leben können und haben auch schon sehr klare Vorstellungen von ihrer Zukunft, es ist ihnen aber auch klar, dass noch viel aufregende Arbeit vor ihnen steht. Das Meat & Greet soll jeden Mittag in einer anderen Gewerbegegend der Region stehen und das Mittagsangebot für Arbeiter und Angestellte erweitern. Es soll am Abend Privat-Events bedienen und am Wochenende die Anlaufstelle für hungrige Ausgänger sein. Bis es aber so weit ist, gehen die beiden Jung-Gastronomen nebenbei weiterhin ihrer Arbeit als Mechaniker nach. Ganz so einfach ist dieses ambitionierte Ziel nämlich nicht zu erreichen. Die Standplatzsuche bereitet den mobilen Köchen zum Beispiel im Moment grosses Kopfzerbrechen, da ist viel Bürokratie zu überwinden. Aber sie sind bereits fündig geworden. Sie werden fortan jeden Dienstagmittag im Arlesheimer Gewerbegebiet vor der Abfallentsorgung Vogelsanger stehen und mittwochs den Hunger der Allschwiler Arbeiter auf dem Areal der alten Ziegelei stillen. Auch mit den Verantwortlichen des St. Jakob-Sport­areals sind die Gespräche weit fortgeschritten. Man kann damit rechnen, dass das Meat & Greet auch an den FCB-Spie-len sowie an verschiedenen Events in der St. Jakobshalle zu finden sein wird. Weiter planen sie, am Wochenende vor dem Balz-Klub im Steinenbachgässlein zu stehen. Hier fehlt allerdings noch die Bewilligung der Stadt Basel. Die Klubbesitzer sind begeistert von der Idee. «Unser nächstes Ziel ist es, jeden Mittag ausgelastet zu sein», erklärt Bojan, «dafür setzen wir uns in nächster Zeit mit voller Energie ein.»

Hinter dem Meat & Greet steht ein schöner Gedanke: Die Jungs wollen die Street-Food-Szene, welche in Ländern wie England und USA total angesagt ist, in der Schweiz aufleben lassen. Sie wollen einen neuen Lifestyle kreieren und möglichst viele Leute aus verschiedenen Altersgruppen und aus verschiedenen sozialen Schichten für den Street-Food begeistern. Zum einen möchten sie den Leuten eine grössere und flexiblere Verpflegungsmöglichkeit bieten, zum anderen möchten sie mit ihrem Food-Truck so erfolgreich sein, dass vielleicht irgendwann einmal weitere Food-Trucks ein Thema werden. Dann könnten sie auch Jobs anbieten. «Sei es für Studenten oder auch für einen pensionierten Koch, was wir wollen, sind Leute, die die Begeisterung für Street-Food mit uns teilen.»

 

Text: Tiziano Bloch, Fotos: LightWav3r