Gianna Jost in einem Wickelraum der Klinik

Gianna Jost in einem Wickelraum der Klinik

Auf die Beziehung kommt es an!

Gianna Jost absolvierte eine der vielen verschiedenen Ausbildungen an der Klinik Arlesheim: Vor wenigen Wochen schloss sie ihr Pflegestudium an der Höheren Fachschule ab. Sie wählte den Ausbildungsschwerpunkt Psychiatrie.

 

Gianna, zunächst einmal herzliche Gratulation zum Abschluss! Warum hast du dich für den Schwerpunkt Psychiatrie entschieden?

An der Psychiatrie hat mich besonders die intensive Begleitung des Patienten mit dem Fokus auf die Beziehungsarbeit gereizt. Man kann über eine längere Zeit einen Prozess mitgestalten, man steigt tief in die Beziehungsebene ein. Das finde ich sehr spannend. Ein Schwerpunkt in der Aus­­bil­dung war auch die lösungsorientierte Gesprächs­arbeit, ei­ne ganz bestimmte Art, Fragen zu stellen. Mein Schwerpunkt in der Ausbildung war die lösungsorientierte Gesprächs­führung, ein Therapieansatz, der auf einer positiven Grundhaltung aufbaut.

Worin siehst du das Besondere in der Psychiatrie?

Als Erfolgsrezept für die Behandlung gilt, eine vertrauensvolle Beziehung zum Patienten aufzubauen. Das habe ich in dieser Ausbildung sehr intensiv gelernt. In der Psychiatrie wird viel unternommen, um eine solche Beziehung aufzubauen. Nur so können wir den Patienten unterstützen, damit er sich selbst helfen kann, sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe anregen. Es geht immer um den Aufbau von Ressourcen beim Patienten – wo ist er stark, was unterstützt ihn, die Herausforderungen im Leben anzugehen? In der Klinik gehören Begriffe wie Achtsamkeit und Salutogenese zum Alltag mit den Patienten. 
Die Bezugspflege in der Psychiatrie ist für mich sehr besonders und bereichernd. Ich bin Bezugspflegende für vier bis sechs Pa­tienten, bin von Anfang bis zum Ende für den Prozess mitverantwortlich, Ansprechperson für die Hauptthemen, natürlich immer im Behandlungsteam.

Was hat dich für die Ausbildung besonders motiviert?

Psychologie, Resilienzfragen, Entwicklungs­psychologie sind Themen, die mich sehr beschäftigen und über die ich in der Aus­bildung viel erfahren habe. Wir haben die ganzen psychiatrischen Krankheitsbilder vertieft besprochen. Das fand ich sehr eindrücklich. Da habe ich viel Rüstzeug für meine Arbeit erhalten. 

Was hat dich bei der Ausbildung in der ­Klinik Arlesheim überzeugt?

Es ist ein Ort, an dem ich mich frei entfalten kann. Mir ist sehr viel Offenheit begegnet. Ich habe hier die Möglichkeit erlebt, selbstständig zu arbeiten. Das entspricht mir sehr. Die Zusammenarbeit im interprofessionellen Behandlungsteam ist sehr angenehm, ich kann mich als Pflegende einbringen. Es ist ein echtes Miteinander für den Patienten. Regelmässig tauschen wir uns im gesamten Behandlungsteam aus, um individuelle Massnahmen und Ange­bote für den Patienten zu planen oder auch zu evaluieren. 

Bist du in deiner Ausbildung gut begleitet worden?

Es gibt Berufsbildner und Lernbegleitungen an der Klinik. Das ist alles gut organisiert. Ich habe mir immer geholt, was ich gebraucht habe. Alle sind sehr offen und bereit, einander zu helfen und voneinander zu lernen. Das ist mir positiv aufgefallen. Die Anthroposophische Medizin und Pflege habe ich als eine enorme Bereicherung erlebt. Die Vielschichtigkeit zu entdecken, die Einreibungen und andere äussere Anwendungen zu erlernen – es war sehr toll, noch solch zusätzliches Handwerkszeug mitzubekommen. Ich konnte ja bei den Patienten auch die Wirkung dieser Äusseren Anwendungen erleben!

Gianna – herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in deiner weiteren Arbeit!

 

Text und Foto: Verena Jäschke