Die Jagdgründe von «Savoir Faire». Foto: Christian Bieri / fotolia.com

Die Jagdgründe von «Savoir Faire». Foto: Christian Bieri / fotolia.com

Von nichts kommt nichts 

Jung, sportlich, ehrgeizig, gutaussehend. Das sind die Jungunternehmer von heute. Sie wollen ihr eigenes Ding durchziehen. Was ihnen Spass macht und womit sie sich identifizieren können. Koste es, was es wolle. Alles für den Erfolg. Einer von ihnen ist Claude Schmidlin, mit seinem Concierge Service «Savoir Faire» erfüllen er und sein Team den Kunden alle Wünsche, die ethisch und rechtlich vertretbar sind.

 

«Ja, es hat sich schon einiges geändert», erwidert er trocken auf die Frage, was sich geändert hat, seit er sich in jungen Jahren selbstständig gemacht hat. Und er holt aus: Immer auf Abruf, jeden Abend ausgebucht mit Studium und Sport, Nachtschichten 
im Büro nach den abendlichen Tätigkeiten, mentaler Druck und vieles mehr. Ja, so ist es nun einmal, das Unternehmerleben. Nicht jeder ist dafür gemacht und nicht jeder hat den Wunsch, einen solchen Lifestyle zu füh­ren. Claude schon: Für ihn ist es kein Stress. «Savoir Faire» ist sein Ding. Sein Beruf macht ihm Spass, es ist trotz Stress ein Vergnügen für ihn, zur Arbeit zu gehen. Während andere in den Ferien total abschalten, beantwortet er halt vielleicht morgens noch kurz seine E-Mails. Doch wenn er sieht, dass seine Kunden mit seiner Arbeit – die er unter anderem auch in den Ferien erledigt – zufrieden sind, ihm Dankbarkeit entgegenbringen, für das, was er für sie organisiert hat, dann gibt ihm das viel mehr als alles andere. Er kann sich nach seinem Gusto ­etwas aufbauen und viel Tolles bewirken, seinen Traum verwirklichen. Auch wenn er immer wieder betont, dass ohne sein hervorragendes Arbeitsumfeld mit treuen und guten Mitarbeitenden das Unternehmen «Savoir Faire» gar nicht funktionieren würde. Neben der absoluten Zufriedenheit der Kunden, legt er besonderen Wert darauf, dass seine Mitarbeitenden zufrieden sind, denn ohne diese Grundvoraussetzung kann man auch den Kunden keine guten Dienstleistungen anbieten. Hin und wieder lässt sich auch im Unternehmerleben noch ein Nachmittag oder Abend finden, an dem man wieder mit Freunden etwas unternehmen kann und all das schätzt er an seinem Leben.

Dienstleistungen à la carte

«Savoir Faire» ist ein persönlicher Concierge-Service. Was bedeutet das? Claude nennt es eine Zentralisierung verschiedenster Dienst­leistungen. Man kriegt bei «Savoir Faire» alles, was man braucht, oder sagen wir fast alles. Natürlich nur ethisch und rechtlich ver­tretbare Dinge. Vom Event Management, Facility Management über Babysitting und Reinigung bis hin zum Einkaufen oder der Versicherungsvermittlung. Es ist eine komplette Dienstleistungspalette für alle. Das Ziel ist es, den Leuten Zeit zu verschaffen. Zeit ist in der heutigen Welt zu einem sehr raren Gut geworden. Dadurch, dass das Team von «Savoir Faire» seinen Kunden ­viele Arbeiten abnimmt, bleibt ihnen mehr Zeit für andere Dinge im Leben. Claude legt mit «Savoir Faire» auch viel Wert auf Persönlichkeit. Es soll keine Plattform sein, wo man gewisse Dienstleistungen einfach buchen kann, sondern er will, dass hinter der Arbeit, die verrichtet wird, auch ein Gesicht steht. Darum wird grossen Wert auf die Kundenbetreuung gelegt.

Jetzt als Inhaber

Angefangen hat das Ganze im Jahr 2011. Damals wurde das Unternehmen «Savoir Faire» von der Vorbesitzerin gegründet. Claude wurde gleich zu Beginn als Assistent eingestellt. Er erinnert sich noch gut an die Anfangszeit, als er damals noch bei der Vorbesitzerin zuhause auf einem kleinen wackeligen Barhocker, mit kleinem Klapptisch und Laptop, die ganze administrative Arbeit für das Unternehmen verrichtete. Schon bald stieg die Zahl der Aufträge und es konnten neue Partner gewonnen werden, sodass er nach einem halben Jahr den Barhocker loswurde, da das Unternehmen in die heutigen Räumlichkeiten am Wettsteinplatz in Basel zog. Es ging dann einige Jahre im gleichen Stil weiter, bis die Vorbesitzerin im Februar 2016 Claude das Geschäft zum Kauf anbot. Er überlegte nicht lange, im Mai 2016 gehörte das Geschäft ihm. Er kannte das Geschäft und sein Potential, deshalb fiel ihm der Kaufentscheid nicht schwer. Jetzt war es an Claude, etwas daraus zu machen. Schon bald leitete er den Optimierungsprozess ein. Er wollte die internen Abläufe verbessern und mehr Partner und auch Neukunden dazugewinnen. Das erste Jahr war harte Arbeit, erinnert sich Claude. Mit dem Rollenwechsel vom Geschäftsleiter zum Geschäftsinhaber, kamen neue Aufgaben auf ihn zu, für die er viel Zeit und Fleiss aufwenden musste. Er will die Anfangszeit als Inhaber aber nicht missen, denn er konnte viel Positives aus dieser Zeit mitnehmen. Er hat «Savoir Faire» zu dem gemacht, was es heute ist.

 

Text und Portraitfoto: Tiziano Bloch