Einzigartig – die Zwetschgenwochen im Leuen Waldenburg

Einzigartig – die Zwetschgenwochen im Leuen Waldenburg  Fotos: zV

Grenzenloser Genuss

Seit dem 1. September sind die Baselbieter Genusswochen 2018 in vollem Gange. An über 150 Veranstaltungen stehen alle Zeichen auf genüssliches Schlemmen. Vom Wurstseminar bis zum Gin-Menu – und vom Dreigänger mit Knigge-Kurs bis zur Genusswanderung.

 

So viel Kulinarik hat Baselland noch nie gesehen. Denn die bisherigen fünf Auflagen der Baselbieter Genusswoche fanden derart grossen Anklang, dass diese zu den Baselbieter Genusswochen entwickelt wurden. Und das bedeutet: sechs genüssliche Wochen mit über 150 Veranstaltungen. Der Startschuss fiel am 1. September mit der Baselbieter Weinstrasse, die den wöchentlichen Liestaler Genussmarkt ergänzte.
Der nächste Höhepunkt folgte auf dem Fuss: Am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach fand am 2. September der Ebenraintag erstmals im Rahmen der Genusswochen statt. Er schlug quasi den Bogen von der Genusstheorie über den Produzenten hin zum Geniesser oder: vom Austausch mit Experten über den Bauernmarkt und den Blick in das Hofgeschehen bis auf den Teller. Wer ihn verpasst hat: Er findet immer am ersten Septembersonntag statt, so auch 2019.

Miniblätter als Maskottchen

 

Spezialität des Jahres – Micro-Leaves aus Füllinsdorf

Spezialität des Jahres – Micro-Leaves aus Füllinsdorf

Spezialität des Jahres – Micro-Leaves aus Füllinsdorf

 

Erstmals gibt es heuer eine «Spezialität des Jahres»: Micro-Leaves. Die Pak-Choi, Rettich oder Erbsen im Miniformat sind die Maskottchen der Baselbieter Genusswochen – und strotzen nur so vor Aroma, Vitaminen und Mineralstoffen. In der Spitzengastronomie haben sich die kleinen, dekorativen Blättchen bereits durchgesetzt – nun folgt der Sturm in die Hausmannskost. 
Genuss hat zahllose Facetten. Er reicht vom Bio-Plättli bei akustischer Musik regionaler Musiker (Kulturhotel Guggenheim Liestal, z. B. 15./22. September) bis zu feinen Krea­tionen von Hochstamm-Zwetschgen bei den Zwetschgenwochen im Leue Waldenburg (1.–30. September). Und vom Truten-Essen (Hof­beizli Spittel Langenbruck, 6./7. Oktober), dem Spitzenbühler Käsefest (Lies­berg, 15./16. September) bis zum Erlernen des Wursthandwerks am Wurstseminar (Jenzer Fleisch und Feinkost Arlesheim, 21. September).

 

Einige weitere Beispiele:

Ricola-Menu auf Basis der Kräutermischung

Für ihr exklusives Vier-Gang-Menu verwen­det das Team vom Simply im Rössli Laufen die 13 weltbekannten Ricolakräuter, die in verschiedenen Formen ins Menu eingebun­den werden. 
Daraus entsteht eine spannende Gau­menfreude von Orangenminze über Zitronenmelisse bis zum Kräutercaramel. Vom 
1. September bis 14. Oktober, Reservation Tel. 061 761 61 60.
www.simplygastro.ch

Gin im Kochtopf

Rehschnitzel aus Buusner Jagd an einer Wacholder-Gin-Sauce. Entenbrustfilet an einem Marroni-Gin-Püree. Mehr muss hier nicht gesagt werden. Ausser, dass dies die Genusswochenmenus des Restaurants Rössli in Buus sind. Vom 10. bis 14. Oktober. Mit Degustation am 13. Oktober, Reserva­tion Tel. 061 841 12 31.
www.roessli-buus.ch

Knigge-Dinner mit Benimm-Profi

Hautnah lässt sich die heitere und nicht minder spannende Seite des gediegenen Speisens beim Knigge-Dinner im Hotel Engel in Liestal erleben (21. September). Bei ei­nem auserwählten Dreigang-Menu mit Baselbieter Spezialitäten entführt Knigge-Experte Cristian Moro in die Welt des kulinarischen Benehmens und vermittelt Wissenswertes mit vielen Praxisbeispielen und Anekdoten, Reservation Tel. 061 927 64 86. ■

Alle Anlässe:

www.baselbieter-genusswochen.ch

 

Text und Fotos: Baselland Tourismus/zVg

 


 

«Bewusstes Essen ist ein Abenteuer»

Bei den Genusswochen geht es um mehr als die Aufnahme von Nahrung. Michaela Picker ist Ernährungs-Psychlogische Beraterin am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain und als solche quasi Genussprofi. Ausserdem ­leitet sie diverse Kurse. Etwa den Kochkurs «Abenteuer – Essen mit allen Sinnen» (4. Ok­tober), anlässlich der Genusswochen.

 

Michaela Picker

Michaela Picker

 

Frau Picker, was bedeutet Essen mit allen Sinnen?

Das Essen mit allen fünf Sinnesorganen voll­umfänglich wahrzunehmen. Ein Beispiel: Ein Kursteilnehmer stellte einmal nach einer Genussübung fest, dass er gar nicht die ganze Tafel Schokolade brauche: «Mich befriedigt ein halbes ‹Reiheli›, wenn ich es mit allen Sinnen geniesse.»

Und wie mache ich das, das sinnliche Ge­niessen?

Wenn ich achtsam und mit allen Sinnen einkaufe, fängt der Genuss für mich schon beim Einkauf an. Beim sinnlichen Essen oder auch bewussten Geniessen entstehen innere Bilder, Erinnerungen und gute Gefühle, die Freude auslösen. Das lässt einen kurzen Ausstieg aus dem «Hamsterrad» zu, sind Momente zum Auftanken. Eine angenehme Gesellschaft ist für meinen Essgenuss ausserdem das Tüpfelchen auf dem i.

Was dürfen Teilnehmende von Ihrem Kurs er­warten?

Bewusstes Essen und Trinken ist wie ein kleines Abenteuer. Wir entdecken scheinbar bekannte Lebensmittel neu. Experimente und gemeinsam gekochte Gerichte lassen auf lustvolle Weise neue Geschmackserlebnisse aufkommen. Das Abenteuer wird oft im Grossen, in der Ferne gesucht. Aber wir finden es genauso hier, im Kleinen – und können es immer wieder neu erleben.