Lindenhof Rodersdorf

Fotos: Christian Jaeggi

Mit drei Standbeinen auf der Erfolgsstrasse

Wer von Rodersdorf auf der Mühlestrasse Richtung Norden unterwegs ist, kommt am neueren Wohnhaus mit grosszügigem landwirtschaftlichem Umschwung, dem Lindenhof, vorbei. «Hier bin ich aufgewachsen und hier lebe ich seit 43 Jahren», erklärt Stefan Peter lachend. 

 

Er, gelernter Landwirt, hat festgestellt, dass ein herkömmlicher Landwirtschaftsbetrieb mit 27 Hektaren Land kaum mehr rentiert. Stefan Peter und seine Partnerin Maya Herzog haben ihren Betrieb deshalb auf drei Standbeinen aufgebaut: Pension für Pferde, Gartenpflege mit Brennholzaufbereitung und Ackerbau mit extensivem Wiesland. Eine gute Mischung, wie die beiden Lebens- und Geschäftspartner feststellen. «Es läuft eben nicht immer alles gleich gut», meint Stefan Peter, «und mit dieser Diversifizierung haben wir gute Erfahrungen gemacht.»

 

Lindenhof Rodersdorf

 

Pferde sind hier gut aufgehoben

Maya Herzog liebt Pferde. Sie selber besitzt seit 16 Jahren einen imposanten Friesenhengst, den sie täglich pflegt und reitet. Die 43-jährige Ökonomin promovierte von 2006 bis 2009 am Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich. Sie arbeitet heute Teilzeit im Bereich Marketing / Controlling in einem Basler Grossbetrieb und macht die Administration für den Hof. Zudem führt sie seit einigen Jahren die Pferdepension, die der Besitzer Stefan Peter vor bald zwanzig Jahren aufgemacht hat. Vor kurzem haben die beiden einen Teil der Pferdeboxen in Offenställe umgewandelt und den aktuellen Kundenbedürfnissen angepasst. Zurzeit seien die Pferdeboxen wieder gut belegt, erklärt Maya Herzog. Trotz grosser und preisgünstigerer Kon­kurrenz aus dem nahen Elsass setzten die Pferdehalterinnen gerne auf die Stallungen auf dem Lindenhof, weil nicht nur die Pflege erstklassig sei, sondern auch Futter und Stroh aus der hofeigenen Produktion stamme, erklärt sie. 

Ackerbau und Gartenpflege 

Stefan Peter bestellt seine 27 Hektaren Land in der näheren Umgebung mit Ge­treide – Mais, Weizen, Gerste und Raps. Seine rund 160 Hochstamm-Obstbäume, vorwiegend Äpfel und Kirschen, bewogen ihn, den Bereich Obstbaum- und Gehölzschnitt während seiner Ausbildung am Wallierhof zu ver­tiefen. Eine ausgezeichnete Grundlage für sein drittes Standbein, die Gartenpflege, welche Stefan Peter heute nebst Aufträgen aus der Wohngemeinde in zahlreichen Gärten in und um Rodersdorf ausübt. Die Aufbereitung gebrauchsfertigen Brennholzes inklusive Lieferung gehört ebenfalls in das vielfältige Angebot des innovativen Landwirts. Als Freund der Natur und Nachhaltigkeit beteiligt sich der Betrieb Lindenhof seit Beginn an Landschaftsprojekten, welche sich unter anderem dem Erhalt von Hochstammbäumen und Hecken in offenem Wiesland verschrieben hat. Die Teilnahme am neusten Ressourcenprogramm «Humus» sichert die Fruchtbarkeit der Ackerböden.
 

Text: Martin Staub, Fotos: Christian Jaeggi