Im Gespräch mit der Schulleitung. Foto: ZvG

Im Gespräch mit der Schulleitung. Foto: ZvG

Der suncube produziert Energie für Afrika

Bereits vor zwei Jahren wollten die Tüftler den suncube (einen Solarwürfel) in Mali installieren. Sie mussten dann aber nochmals über die Bücher. Jetzt stehen zwei völlig andere suncubes in Mali und produzieren erfolgreich Energie für zwei landwirtschaft­liche Schulen. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des suncubes ist geschafft.

 

Tüftler und Initianten des Projekts sind Jan Hoffmann und Harry Schaffer, welche diesen Sommer mit Daniel Wagner endlich zwei suncubes in Mali zusammen mit der Bevölkerung installieren konnten. Jan Hoffmann, der Daniel Düsentrieb des Trios, erklärte kürzlich an einer Präsentation des suncube 3.0, dass die Herstellung des suncubes nur eine der Herkulesaufgaben darstellte. Viel schwieriger sei der Transport nach Mali gewesen und das Beschaffen aller nötigen Bewilligungen und Formulare. Als sie vor zwei Jahren mit dem ersten suncube nach Mali aufbrechen wollten, wurde ihnen mitgeteilt, dass dies mit Schweizer Holz, auf dem die Solarpanels befestigt waren, gar nicht möglich sei. Im Laufe der Zeit lernten sie dann, dass es eine reine ­Metallkonstruktion benötigt. So stand die Produktion wieder am Anfang. Was andere zum Aufgeben veranlasst hätte, war für die beiden Tüftler zusätzlicher Ansporn. 

 

Suncube


Architekt Harry Schaffer, der in seiner Freizeit immer wieder grosse Kunstwerke aus Metall hergestellt hat, machte sich an die Arbeit, die Pläne des Ökonomen Jan Hoffmann umzusetzen. 

Verlässliche Stromproduktion

 

Instruktion des suncube 2.0 für die angehenden Landwirte

Instruktion des suncube 2.0 für die angehenden Landwirte.

 

Diesen Sommer war es nun endlich soweit und die suncubes konnten ihre erste Reise antreten. Sie stehen nun an zwei Ausbildungsstätten für junge Landwirte im Südwesten Malis. Mit der Energie werden die Wasserpumpen für das Bewässerungssystem angetrieben und weitere Geräte mit Strom versorgt. Begleitet wurden die drei Initianten von Ruud van Soelen, der für die Gesellschaft für Internationale Zusammen­arbeit in Mali engagiert ist. Er sieht das grosse Potential des suncubes für entlegene Dörfer. Durch die Stromproduktion können die Menschen in ihren Dörfern arbeiten und bleiben eher da, statt in die nächs­te grössere Stadt zu gehen, um nach Arbeit zu suchen. Er sieht im suncube auch einen gros­sen Schritt in Richtung dezentraler, verlässlicher, kosteneffektiver und nachhal­tiger Stromproduktion für entlegene Gebie­te in Afrika, Asien und für die ganze Welt.

Viele Möglichkeiten

 

Die beiden Initianten Jan Hoffmann und Harry Schaffer vor dem Prototypen des suncube 3.0

Die beiden Initianten Jan Hoffmann und Harry Schaffer vor dem Prototypen des suncube 3.0

 

Prototyp des suncube 3.0

 

 

Vom ersten suncube ist heute nur noch die Idee geblieben. Er ist kein Würfel (cube) mehr, sondern gleicht eher einem Container, der in etwa einem Tag aufgestellt werden kann. Die acht Solarpanels liegen auf dem Dach. Architekt Harry Schaffer hat schon weitere Ideen entwickelt. Zum Beispiel könnte er sich vorstellen, dass die gewonnene Sonnenenergie für den Betrieb eines Nähateliers mit elektrischen Näh­maschinen eingesetzt werden könnte. Auch könnte die Energie zur Kühlung von Medikamenten oder eines Kühlraums für Produkte aus der Landwirtschaft genutzt werden. Nachdem der erste Meilenstein geschafft ist, haben die Initianten nun die suncube-foundation gegründet, um den suncube zu einem selbsttragenden Erfolgs­modell weiterzuentwickeln. Stiftungsrat Mathis Wackernagel, Gründer des Global Footprint, ist begeistert vom suncube und sagt: «Speziell in den Händen von Frauen ist diese stabile und kostengünstige Elektrizität fundamental, um ländliche Gebiete wirtschaftlich zu stärken und eine nachhaltige Zukunft aufzubauen.»

 

Text: Jay Altenbach-Hoffmann, Fotos: zVg