Wow, so grosse Formen! Vom Herz bis zum Tannenbaum platzieren die Kinder alle Guetzliförmli kreuz und quer auf dem Teig. Foto: Christian Jaeggi

Wow, so grosse Formen! Vom Herz bis zum Tannenbaum platzieren die Kinder alle Guetzliförmli kreuz und quer auf dem Teig. Foto: Christian Jaeggi

Stimmungsvolle Mehlschlacht

Gegen Weihnachts-Hektik gibt es ein Hausmittel: Kinder. Wer mit ihnen guetzlet, braucht zwar einen guten Staubsauger, aber lustig wirds bestimmt. Man leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kinder und es entstehen Geschenke, die von Herzen kommen.

 

Mehl, Eier, Zucker, Butter und Zitrone – alles steht bereit. Die Schlacht kann beginnen. Aber die Kinder im Alter von drei Jahren starten verhalten. Obwohl sie dürfen, möch­te keines mixen oder Eier aufschlagen. Viel lieber nehmen sie die Guetzliausstecher unter die Lupe, vom Stern bis zum Weihnachtsbaum. 
«O Tannenbaum, o Tannenbaum», singt ein Bub. Und jetzt wandert ein Finger in den Zucker, anschliessend in den Mund. Schelmisches Grinsen. Langsam tauen die Jungs auf, die Kita Windredli in Muttenz wird zur Weihnachtsbäckerei. 
Etwa fünf Minuten später spritzt das Ei aus der Schüssel und die Masse wird zum Teig. Mit Hilfe der Kita-Betreuerinnen getrauen sich die Kinder nun doch zu mixen – und finden daran Gefallen. Natürlich wird fortwährend gekostet, das gehört zum Backen schliesslich dazu.

 

Backen mit Kindern

Backen mit Kindern

Vor dem Abwasch wandert die Zunge blitzschnell an das Rührwerkzeug. Kosten gehört zum Backen einfach dazu.

 

Backen mit Kindern

Erst das Ei in den Teig, ...

 

Backen mit Kindern

... dann auswallen und ausstechen, ...

 

Backen mit Kindern

... noch bepinseln und ab in den Ofen!

 

Bevor aber ein Kind die Zitrone raffeln will, erledigt dies Rahel Gerber selbst. «Sobald es gefährlich wird, hört das Selbermachen auf», begründet die Co-Leiterin der Kita. Doch grundsätzlich dürfen die Kinder in der Kita Windredli eigene Erfahrungen sammeln. 
Das Konzept sieht vor, die Kleinen in ihren Fähigkeiten zu stärken. Wichtige Programmpunkte sind auch das freie Spiel, Selbermachen, Basteln und Naturerlebnisse. «Es ist halt einfach ein Bedürfnis des Kindes, selber etwas zu machen», so Rahel Gerber. Und welches Fest würde sich besser dazu eignen als Weihnachten?

«Uuuuuuu», «mmmmmmh»

Kreuz und quer landen die Guetzliförmli auf dem Teig. Zuerst der Stern, dann das Herz, dann der Tannenbaum. Hier entsteht ein Fladen, dort ein nicht ganz perfekter Pfefferkuchenmann. «Es spielt doch keine Rolle, wie es ausschaut, ob rund oder eckig. Hauptsache, es schmeckt», sagt Rahel Gerber. Aber viele der Exemplare sind wirklich hübsch geworden – Mami, Papi und Grosseltern werden sich freuen. Schnell noch mit Ei bepinseln und ab in den Ofen! Neugierig versammeln sich die drei Kleinkinder vor der Ofentür, als wäre es ein Fernseher.
Spätestens jetzt liegt Weihnachtsduft in der Luft. Nach sieben Minuten und noch ein bisschen Warten dürfen die Bäcker ihre Kreationen kosten. «Uuuuuuu», freuen sie sich. Augen leuchten, Händeklatschen, leises Schmatzen, «mmmmmmh». Hats Spass gemacht? Alle nicken. Dann das Mehl von den Kleidern klopfen, Händewaschen und ab gehts wieder zum Spielen.
www.kita-muttenz.ch