Eins sein mit der Winterlandschaft in den jurassischen Freibergen Foto: Jura Tourisme

Eins sein mit der Winterlandschaft in den jurassischen Freibergen Foto: Jura Tourisme

Winter in der Jura-Arena

Auch wenn die Tage kürzer und kälter sind, bietet die Nordwestschweiz einiges an originellen Ausflugsmöglichkeiten. Schnee ist bei uns ein rares Gut geworden – aber wenn das Weisse Gold liegt, gibt es gleich mehrere Pisten in der Umgebung zu entdecken. Auch ohne Schnee kann man sich bei uns aufs Glatteis wagen oder – im positiven Sinne – auf den Hund kommen.

Ab auf die Piste!

Zeglingen ist eine Oberbaselbieter Gemein­de, wie sie im Bilderbuch steht: 500 Einwohner, 500 Meter über Meer, nördlich der Jurakette gelegen. Es gibt eine weitherum gelobte Dorfbeiz, eine Primarschule und umrundet wird der malerische Dorfkern von Bauernhöfen. Steht allerdings einer der seltenen Schneetage an, hebt sich dieser typische Flecken ländliches Baselbiet von seinen Nachbarn ab. Dann nämlich sorgt die örtliche Skiriege dafür, dass der Schlepplift Fahrt aufnimmt. «Der Zeglinger Berg 
ist bei Gross und Klein sehr beliebt. Lassen es die Verhältnisse zu, herrscht hier ab Dezember bis Mitte März Betrieb», sagt Urs Schaub, Präsident der Skiriege Zeglingen. 
In den letzten Jahren war die Anlage zwischen 5 und 20 Wochenenden in Betrieb.Der Schlepplift befördert die Skifahrer auf eine Höhe von 750 Meter über Meer, von wo es dann 250 Meter nach unten geht. Keine alpinen Werte, aber gerade für Anfänger ideal, um in Schwung zu kommen. Geboten wird auch eine Langlaufloipe. Die Benutzung ist kostenlos, dafür freuen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer über eine Einkehr in der urchigen Skihütte. «Unser traditionelles Fondue am Samstag ist ein Geheimtipp», so Urs Schaub. Auch ohne Schnee ist die Skihütte am Wochenende jeweils geöffnet und erfreut sich auch bei den zahlreichen Wanderern einer grossen Beliebtheit. 

 

Vier verschiedene Pisten gibt es am Passwang zu entdecken.

Vier verschiedene Pisten gibt es am Passwang zu entdecken.

 

Auf 1100 Metern im Schwarzbubenland

Fällt das Weisse Gold in unseren Breitengraden vom Himmel, ist man auch im Schwarzbubenland alarmiert: Das Gebiet Hohe Winde in Beinwil am Passwang bietet vier verschiedene Pisten mit unterschied­lichem Schwierigkeitsgrad. Der Skilift führt über eine Länge von 1,3 Kilometern von 800 auf 1100 Höhenmeter. Anfängern steht zudem ein kurzer Schlepplift kostenlos zur Verfügung. Das Winge-Beizli versorgt Hung­rige und Durstige mit Speis und Trank – auch wenn kein Schnee vorhanden ist. 300 Gratisparkplätze und ein Shuttle von der Postautostation zum Lift sorgen dafür, dass auch ein grösserer Ansturm bewältigt wird. «In der Regel haben wir von Dezember bis März am Mittwochnachmittag sowie samstags und sonntags geöffnet, ­sofern es genügend Schnee hat. In den Schulferien ist der Lift täglich in Betrieb», sagt Pascal Grolimund, Verwaltungsrat der Skilift Hohe Winde AG. Die letzte Saison war rar an Schneetagen, in der Saison 2016/2017 wurden hingegen über 20 Betriebstage sowie die Rekordzahl von mehr als 700 Besucherinnen und Besuchern an einem Wochenende gezählt. Seit der Eröffnung im Jahr 1975 garantieren auch hier eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern den Betrieb der Anlage. Klimawandel hin oder her: In der über 40-jährigen Geschichte des Skilifts musste dieser nur in drei Saisons aufgrund von Schneemangel komplett ruhen.

 

Beliebt vor allem bei der jüngeren Generation: der Zeglinger Berg

Beliebt vor allem bei der jüngeren Generation: der Zeglinger Berg

 

Top of Baselland

Zwei Skilifte von 1200 und 450 Metern Länge finden sich in Langenbruck, das in den 1960er-Jahren noch eine bekannte Touristendestination mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten war. Wenn der Schnee kommt, verwandelt sich die Passgemeinde zwischen Baselbiet und Solothurn mit dem Slogan «Top of Baselland» auch heute noch in eine beliebte Destina­tion für Schneehungrige. Der grosse Gratis­parkplatz und die nahe Postautohaltestelle machen die Anreise einfach. Günstige Tages-, Halbtages- und Abendkarten ermöglichen den Skiplausch für die ganze Familie zu fairen Konditionen. «Durch die Klimaveränderung haben sich die Betriebstage stark vermindert. Waren es in den 1990er-Jahren noch rund 60 Tage, gingen die Lifte in den letzten Jahren noch rund 10 bis 20 Tage in Betrieb», sagt Peter Hammer. Gerne erinnert sich der Hauptaktionär der Skilift AG an den Januar 2017 zurück: «Wir hatten die 40 bis 60 cm Schnee schnell und hervorragend präpariert und durften während 14 Tagen enorm viele Gäste begrüssen.» Nach dem trockenen Sommer hofft Hammer wie seine Kolleginnen und Kollegen in der Region auf viel Niederschlag im Winter – und dies natürlich möglichst in der flockigen Form.

 

Langenbruck bietet neben Skiliften auch eine Langlaufloipe.

Langenbruck bietet neben Skiliften auch eine Langlaufloipe.

 

Text: Simon F. Eglin, Fotos: zVg