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Der lauschige Innenhof ist ein Bijou.

Der lauschige Innenhof ist ein Bijou.

Fokus – die demokratische Schule

Seit 2013 gibt es die demokratische Schule und seit einem Jahr ist sie in Arlesheim mit eigenem Schulcampus im Tal zuhause. Der erste Anblick ist beeindruckend und auch die Art und Weise, wie diese Schule im Inneren funktioniert, ist bemerkenswert. 

 

Gegen den Malsmattweg ist die Fokus gut abgeschirmt. Nur ein Blick durch das Gittertor gibt die aussergewöhnliche Szenerie auf den grossen Garten frei. Die tiefer gesetzte Turnhalle wird von einer Arena eingerahmt, die für Schulfeste und Theater genutzt werden kann. Die Bepflanzung wurde an der Schulversammlung gemeinsam festgelegt, welche ein bis zweimal pro Woche stattfindet. An dieser treffen Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichberechtigt Entscheide über die Schulorganisation. Gemeinsam wurde ein Regelbuch erarbeitet, welches den Alltag an der Fokus regelt. Zum Beispiel darf nur im Essraum gegessen werden. Wer in einem anderen Zimmer mit Nahrungsmitteln erwischt wird, begeht einen Regelverstoss, der geahndet werden kann – egal ob bei Jung oder Alt. «Die Einhaltung dieser Regeln ist für alle verbindlich und alle fühlen sich in der Gemeinschaft gleich verantwortlich», betont Schulleiterin Brigitte Wechsler. Die gelernte Betriebswirtin ist eine der Gründerinnen der demokratischen Schule, welche nach den Prinzipien der Sudbury Valley School in den USA funktioniert. Sie hat eine Betriebsbewilligung des Kantons. Eine gemeinnützige GmbH bildet die Trägerschaft der Schule. 

 

Trotz Freiwilligkeit wird gelernt.

Trotz Freiwilligkeit wird gelernt.

 

Vom Alltag lernen

Seit 40 Jahren gilt die Sudbury Valley School weltweit als Vorbild für die Idee der demokratischen Schule. Die Schülerinnen und Schüler haben keinen vorgegebenen Stundenplan und ausser dem Mittagessen und ihren selbst gewählten Verpflichtungen auch keine fixen Zeitvorgaben für ihren Tagesablauf. Gelernt wird freiwillig in altersdurchmischten Gruppen oder alleine ohne Zeit- und Leistungsdruck. An der Fokus bieten Lehrpersonen offene Lernräume an, die besucht werden können. Diese sind aber nicht einem Fach gewidmet, sondern als Hilfe gedacht, wenn ein Kind sich in eine Materie vertiefen will oder ganz einfach Unterstützung braucht. Sich mit Fachwissen bedienen zu lassen, ist an der Fokus nicht üblich, da der Stoff selbst erarbeitet wird. Deshalb kann das Kind auch im eigenen Rhythmus arbeiten und Wissen auf seine eigene Art und Weise aneignen. Die jüngeren Kinder wollen möglichst schnell schreiben und lesen lernen, damit sie auch wissen, was an Informationen und Angeboten an den Wänden steht oder dass sie auch einmal den Vorsitz an der Schulversammlung übernehmen können. Die Jugendlichen setzen sich mit ihren Berufszielen auseinander und wissen, was es für welche Berufe braucht und welches Wissen noch fehlt. Die Lernbegleiter sind da, um alle Schülerinnen und Schüler in ihren Zielen zu unterstützen und durch den Alltag zu begleiten. So wird an der Fokus zeitweise auch gemeinsam eingekauft, gekocht oder der Abfall entsorgt. 
Bei der Wahl des Gemüses wird auf saisonales Angebot geachtet, wobei die Kinder auch gleich lernen, was wann wächst. Bei der Auswahl der Bäume für die Umgebung mussten die Kinder Bäume aussuchen, die nach Vorschrift einheimisch sind und eine Krone bilden.

 

Achtsamkeitsübungen ...

Achtsamkeitsübungen ...

 

Fachliche Beratung 

Unterstützung erhalten die Lernbegleiterinnen und -begleiter regelmässig von Fach­personen vom Familylab aus den Fachbereichen der Pädagogik und der Psychologie. Das Familylab ist ein weltweites Netz von Fachleuten, die eine Ausbildung nach den Grundsätzen des dänischen Familientherapeuten Jesper Juul absolviert haben. Jesper Juul hat über 30 Bücher zu Themen rund um Kinder, Eltern und Familien geschrieben und ist zurzeit der angesagteste «Familienflüsterer». «Fragen zum Umgang mit den digitalen Medien besprechen wir zudem mit dem Diplompsychologen Georg Milzner. Er ist Verfasser der Bücher Digitale Hysterie und Wir sind überall, nur nicht bei uns», erzählt die Schulleiterin, welche selbst auch bei Jesper Juul eine Ausbildung abgeschlossen hat, die ihr ein ganz neues Verständnis im Umgang mit Menschen aufgezeigt hat. 

 

... und Werken ...

... und Werken ...

 

... gehören ebenso zum Schulalltag wie Turnen.

... gehören ebenso zum Schulalltag wie Turnen.

 

Gelebte Demokratie

Zurück zur Schule. Bei einem Rundgang durch das Schulhaus wird immer klarer, dass es sich hier nicht um eine Schule im herkömmlichen Sinn handelt. Die Schulzimmer sind thematisch aufgeteilt und die Kinder werden altersübergreifend geschult. So helfen die älteren den jüngeren Kindern je nach Wissensstand. Manchmal hilft diese Unterstützung auch einem älteren Kind, den Stoff selbst besser zu verstehen. «Dank der Durchmischung der Jahrgänge fällt zudem der Stress weg, etwas können zu müssen, da der direkte Vergleich fehlt», erklärt Brigitte Wechsler. Die Zimmer sind voller Lernmaterial, um einen Stoff selbstständig erarbeiten zu können. Falls Material fehlt, kann das Manko bei der Schulversammlung eingebracht werden. Auch dort lernen Kinder demokratische Prozesse kennen, denn bei einer Abstimmung kann man «auf die Nase fallen». Deshalb muss ein Kind eventuell vorher für sein Anliegen Unterstützer suchen und falls der Wunsch das Budget übersteigt auch Möglichkeiten, wie das Geld dafür beschafft werden kann. Demokratie steht also nicht nur im Titel der Schule, sondern wird in der Praxis ganz konkret gelebt. Das Team und die Kinder der Fokus freuen sich auf weitere Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Sekundarschule, welche das Leben in einer demokratischen Gemeinschaft gestalten wollen. (jah)