Martin Jenni, Redaktionsleitung. Foto: Christian Jaeggi

Martin Jenni, Redaktionsleitung. Foto: Christian Jaeggi

Was schreiben in diesen eigenwilligen Zeiten? Sicher nichts zur Lage der Nation, zu Verboten, Vorschriften, Lockerungen und Wellen. Und obwohl mein Sommerhemd und meine Sonnenbrille perfekt zum Strand von Rimini passen würden, mit mir in der ersten Reihe im Liegestuhl sitzend, mit einem Campari in der linken und der Gazzetta dello Sport in der rechten Hand, werde ich mir wohl Rimini nur via Tonträger von Büne Huber nach Hause singen lassen. Ob ich allerdings bereits wieder «im Winter am Schtrand vo Rimini» flanieren werde, weiss ich erst, wenn sich die Schweiz und Italien bezüglich einer gemeinsamen Grenzöffnung geeinigt haben. Egal. Denke ich zuhause an Sommer und Sonne, kommen mir Boccia und Nostrano und Pétanque und Pastis in den Sinn. Vielleicht noch Brissago Blauband und Gitanes maïs, aber in diesen politisch so korrekten Zeiten lasse ich das mit den Rauchzeichen. Unser neuer redaktioneller Mitarbeiter Daniel Aenishänslin ist diesen zwei Sportarten auf den Grund ge­gangen, während Sabina Haas die Erde zweier Schrebergärten sinnbildlich aufgewühlt und beim Oelisten Simon Müller alles über ein perfektes Sonnenblumenkernöl erfahren hat. Jürg Erni wiederum weiss so einiges über das Luft-, Licht- und Sonnenbad in Binningen und über die Hinterhofkultur von Pelati Delicati zu berichten, während sich Simon Eglin mit den zahlreichen kulinarischen Sonnen der Region und im O-Ton mit Stephan Krähenbühl über den Energielieferanten Sonne unterhalten hat. Und sonst? Niggi Ullrich hat sich mit dem Heimatstern Sonne befasst, wie sich auch unsere fünf Kolumnisten, Anita Fetz, Heidy Happy, Andreas Thiel, Rudolf Trefzer und Jürg Seiberth, mit dem Fokus Sonne auseinandergesetzt haben, während Sarah Ganzmann die vierzehnjährige Enya besucht hat, die an der Lichtkrankheit EPP leidet und sich dadurch vorwiegend im Schatten aufhält, was sie mit viel Pragmatismus meistert. So wünsche ich Ihnen gute Zeiten, mit einem «Sunnereedli» in der linken und einem Glas Chasselas in der rechten Hand, was mich wohl über den fehlenden Spaziergang am «Schtrand vo Rimini» hinwegtrösten wird. 

 

Martin Jenni, Redaktionsleitung