Frauenpower: Die vier Inner Wheel-Frauen vom Club Laufen: Susanne Schlegel (mit Spaten), Eveline Lenherr (mit Giesskanne), Monique Eckenstein (mit Schlauch) und Josy Nussbaumer pflanzen neue Weinreben.

Frauenpower: Die vier Inner Wheel-Frauen vom Club Laufen: Susanne Schlegel (mit Spaten), Eveline Lenherr (mit Giesskanne), Monique Eckenstein (mit Schlauch) und Josy Nussbaumer pflanzen neue Weinreben.

 

Fortschritt trotz Stillstand

Während der Bund die Kirchen, Kulturevents und die Gastronomie ins künstliche Koma versetzte, lief der Hotelbetrieb im Kloster weiter. Im Klostergarten wurde unter Einhaltung der Abstandsvorschriften emsig gearbeitet, Reben ersetzt, Bewässerungsleitungen verlegt und Heilkräuter gepflanzt.

 

«Zwischen fünf bis sieben Gäste haben jeweils während den letzten Wochen im Kloster übernachtet», weiss Petra Maier, Leiterin der Administration im Kloster. Neben Stammgästen, die gerne auf Geschäftsreisen die Herberge nutzen, gibt es schon seit Jahren regelmässig Gäste, welche auf Anmeldung durch die Sozialberatung für einige Zeit im Kloster Unterschlupf finden. Ihnen stand für einmal das ganze Kloster exklusiv zur Verfügung. 

 

Für Jonas Rapp und seinem Team begannen die sechs Wochen im Lockdown trotz Kurzarbeit mit diversen Aktionen, sei es die Haltbarmachung von Lebensmitteln, Ordnen oder Putzen. Dann wechselten sich Petra Maier, Gastgeber Rapp und Martin Hülsemann, Leiter Restauration, mit der Präsenz an der Rezeption und Büroarbeiten ab. Zimmer-Reservationen, Bankette und Familienfeiern mussten laufend verschoben oder storniert werden. «Für einmal hatten wir auch mehr Zeit, uns mit den Gästen zu unterhalten und ihnen zuzuhören», erzählt Rapp, dem die bewegenden Lebensgeschichten der Sozialgäste nah gingen. Und zu Hause verbrachte er viel Zeit mit seinen Töchtern und mit seiner Frau. «Langeweile kam nie auf», gesteht Rapp lachend. 

 

Für die Sinne

Währenddessen arbeitete Gärtner Samuel Salm mit seinem Team der Gärtnerei Anklin im Klostergarten und setzte nach dem Konzept der Gartengruppe unter der Leitung von Barbara van der Meulen mehrere Projekte um. Ein neues Blumenbeet wurde gestaltet, Gräben für zusätzliche Wasserleitungen geschaufelt, die Baumkathedrale in Form geschnitten und der Boden für das neue Spielgerät wie auch für den Heilkräutergarten vorbereitet. Die sehr engagierten Damen Rosemarie Champion, Barbara Hug und Ursula Hänggi jäteten die Rosenrabatten und ihr Blumenbeet, welches im Jahresverlauf mit wechselnder Farb- und Blütenpracht seit bereits mehreren Jahren in Unterstützung des Vereins der Freunde des Klosters die Gäste erfreut. Hans Abt kümmerte sich um die Tafeltrauben und war stets mit Rat und Tat zur Stelle. In einem weiteren Beet pflanzte die neu gegründete Gruppe mit Barbara van der Meulen, Barbara Keusch, Cathrin Gysin, Susanne Walser, Thomas Hodel mit 4-jähriger Tochter Elin und Sandra Löwe nach den Vorgaben der Phytotherapeutin Francesca Holzhauser einen traditionellen Klosterheilkräutergarten nach Organen. Die verschiedenen Gartenteams freuen sich, die Gäste bald mit allen Sinnen zu betören. 

 

Neue Rebenspenderinnen und -pflegerinnen

Einen grosszügigen Einsatz unter der Leitung von Josy und Kurt Nussbaumer leistete der Inner Wheel Club Laufen. «Aufgrund des Versammlungsverbots musste ein Teil der vielen potentiellen Helferinnen wieder ausgeladen werden», erzählt Josy Nussbaumer. Trotzdem konnten alle 90 gesponserten Reben der Sorte Souvignier Gris auch dank der tatkräftigen Unterstützung von Seppi Lenherr eingepflanzt werden. Die noch jungen Reben gedeihen wunderbar und werden in drei Jahren die ersten Trauben für einen herrlichen Klosterwein liefern. Wir dürfen gespannt sein.

 

Text und Foto: Jay Altenbach-Hoffmann