Raphael Amport,  Foto: Christian Jaeggi

Raphael Amport: Velokurier 

Einen Filmpreis abholen, der möglichst schnell nach Hollywood geliefert werden muss? Oder für eine Hungrige beim Metzger ein Gnagi mit Doppelbürli besorgen? Der Velokurier-Job hält nicht nur in Bewegung, sondern sorgt definitiv für Abwechslung. Raphael Amport, Geschäftsführer eines IT-Unternehmens, hat eine Abwechslung zu seiner ausschliesslichen Bürotätigkeit gesucht und sich bei der Kurierzentrale beworben. Seit 10 Jahren strampelt er pro Schicht rund 50 Kilometer und möchte diesen Ausgleich nicht mehr missen. Keine Mails, keine Telefonate: Trotz hohem Tempo ist die Kurier-Tätigkeit enorm entschleunigend. 

 

Wird bei der Zentrale die Auftragsvariante «Superschnell» gewählt, klingelt der Kurier innerhalb von 15 Minuten. Die Lieferzeit hängt dann natürlich auch von der Verkehrslage ab. Amports persönliche Bestmarke ist die Strecke von der Basler Hauptpost bis zum Euroairport in 12,36 Minuten. Entscheidend für die zügige Lieferung sei nicht nur das Tempo, sondern vor allem die Kenntnis der Wege, so Amport. (sfe)

 


 

Corinne Fasnacht, Foto: zVg

Corinne Fasnacht: Hebamme

Der Lockdown hat vieles stillgelegt oder zumindest ungewollt entschleunigt. Tröstlich, dass sich die Neuankömmlinge auf unserem Planeten keinen Deut um das Virus scheren: Es wird munter geboren in der Nordwestschweiz! Aufgrund des Babybooms ist auch die Münchensteiner Hebamme Corinne Fasnacht zurzeit rund um die Uhr im Einsatz. Viel Flexibilität ist denn auch eine der wichtigsten Anforderungen, die eine Hebamme erfüllen muss, neben Einfühlungsvermögen und auch Humor. Als Beleghebamme begleitet Fasnacht die werdenden Familien von der Schwangerschaft über die Geburt bis ins Wochenbett. Sie ist praktisch pausenlos auf Pikett und muss innerhalb von 20 Minuten bereit sein, wenn die Geburt bevorsteht. 

 

Innert zehn Jahren durfte Corinne Fasnacht dabei behilflich sein, über 400 Kinder auf die Welt zu bringen. Im Durchschnitt vergehen vom Einsetzen der Wehen bis zur Geburt rund acht Stunden. Die längste von ihr betreute Geburt nahm 18 Stunden in Anspruch, die kürzeste gerade mal 10 Minuten nach Eintritt ins Spital. (sfe)

 


 

Jana Siroka, Foto: Christian Jaeggi

Jana Siroka: Notfallärztin

Eng mit Menschen zusammenarbeiten, wichtige Entscheide gemeinsam mit Patientinnen und Patienten treffen und sich mit der Medizin auseinandersetzen? Jana Siroka, Notfallärztin in der Klinik Arlesheim, ist überzeugt, den schönsten Beruf überhaupt auszuüben. Darum hat sie auf ihre Ausbildung zur Pflegekraft ein Medizinstudium folgen lassen. Gesunden Menschenverstand stuft sie als wichtigste Eigenschaft auf der Notfallstation ein. Und Einfühlungsvermögen: Wer sich mit dem Hammer den Daumen gequetscht hat, benötigt eine andere Betreuung als jemand, der gerade von einem Tumor erfahren hat. 

 

Wird es brenzlig, ist eine klare Teamstruktur absolute Pflicht. Die Aufgaben müssen eindeutig verteilt sein, jede Beobachtung zählt. Das Thema Zeit beschäftigt die Ärzteschaft: Einerseits wird die bestmögliche Behandlung gewünscht, andererseits soll der Anstieg der Gesundheitskosten gebremst werden. Der Lösungsansatz von Jana Siroka: Die Zeit, in der man für die Patientin bzw. den Patienten da ist, hochkonzentriert und gezielt nutzen. (sfe)

 


 

Fabian Waldvogel, Foto: Christian Jaeggi

Fabian Waldvogel: Feuerwehrkommandant

Es klingt nach Klischee, aber ja: Feuerwehrmann zu werden, war ein Bubentraum von Fabian Waldvogel. Die faszinierenden Fahrzeuge und Gerätschaften sind das eine, sich zu integrieren, zu engagieren und Gutes zu tun, das andere. Fabian Waldvogel entwickelte sich vom Rekruten zum Soldaten, Korporal, Wachtmeister, Leutnant, Hauptmann und somit zum Kommandanten der Münchensteiner Feuerwehr. Er bezeichnet die Organisation als eine zweite grosse Familie, in der jeder für jeden einsteht, sei es beim Einsatz oder auch in privater Hinsicht.

 

Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Geht ein Alarm per Pager ein, rückt im Durchschnitt fünf Minuten später das erste Fahrzeug an das Ereignis aus – also in rund der Hälfte der Zeit der kantonalen Vorgabe. Weitere Mittel und weitere Alarmgruppen, die durch den Pikettoffizier aufgeboten werden, folgen rund ein bis zwei Minuten später. Mit jeder Minute, die eingespart werden kann, werden grössere Schäden, Verletzungen oder gar Todesfälle verhindert – und dies an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. (sfe)