«Bad Schauenburg»-Gastgeberin und -Direktorin Stéphanie Häring Ruch auf ihrem täglichen Rundgang mit Haus-Collie-Dame Chanel

«Bad Schauenburg»-Gastgeberin und -Direktorin Stéphanie Häring Ruch auf ihrem täglichen Rundgang mit Haus-Collie-Dame ChanelFoto Christian Jaeggi

 

Komfort in der Naturzone

Wer sich von der Region wieder einmal gefangen nehmen lassen will, der fährt mit dem Auto via Arlesheim über die Schönmatt in Richtung Liestal zum Bad Schauenburg, kommt an, lehnt sich zurück und bleibt.

 

Die Autos bleiben diskret auf den Parkplätzen unter den Bäumen. Die Natur, die parkähnliche Anlage, der Kräutergarten und das Haus beeindrucken. Der moderne Nebenbau hebt sich ab und gliedert sich doch ein. Nach der Renovation besticht Liestals erste Adresse durch Innovation und Tradition. Die Terrasse wird bespielt, die Gäste freut es, die Lokalprominenz gibt sich ein Stelldichein: «Habe die Ehre», «Guten Abend, und zum Wohl», was sich natürlich im Dialekt nicht so aufgesetzt anhört. Mehr behäbig, freundlich distanziert – in diesen Zeiten sicher nicht das Schlechteste. Im Haus treffen sich Künstler, Städter, Touristen, die dem «Bad» die Ehre erweisen, hier in der Einsamkeit nächtigen, und eines der Komfortzimmer beanspruchen, die nicht mit Holzböden, sondern mit dicken Spannteppichen ausgelegt sind. Diskretion und Ruhe sind wichtige Faktoren, da stört das Klappern der Sohlen auf dem Eichenparkett, also bleibt das Holz aussen vor. Wer die Romantik sucht, findet sie da und dort, aber nicht zwingend in den Zimmern, wird das Haus doch nicht nur für rauschende Hochzeiten, sondern auch für Seminare genutzt. Da gilt es verschiedene Bedürfnisse elegant und mehrheitsfähig abzudecken. Der Erfolg des Hauses hat auch mit der Gastgeberfamilie Häring zu tun. Mit Altpatron Fredi, der das Fundament für eine nachhaltige Geschichte gelegt hat. Und mit seiner Tochter Stéphanie, die ihren Vater mit viel Frauenpower abgelöst hat und das Traditionshaus erfolgreich mit Vizedirektorin Florence Gigliotti weiterführt. Aber auch mit den langjährigen Mitarbeitenden, wie Vivien Voelckel, Urs Hischier und Küchenchef Francis Mandin, der im Restaurant mit einer hochstehenden französischen und im «Zum Schauenegg*» mit einer bürgerlichen Küche nicht nur die Gastro-Kritiker, sondern auch die Genussmenschen der Region überzeugt. Höchste Zeit für eine Auszeit im Bad Schauenburg. Bei viel Natur, Kräutern, Wein und regionalem Schaffen.

 

* Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen bleibt das «Zum Schauenegg» vorübergehend weiterhin geschlossen. Für spezielle Anlässe öffnet es seine Türen ab zehn Personen.

 

Text: Martin Jenni, Foto: Christian Jaeggi