Sarah Rohner und Dusan Petkovic sind die sympathischen Gastgeber im «Dornacherhof».

Sarah Rohner und Dusan Petkovic sind die sympathischen Gastgeber im «Dornacherhof»Foto Christian Jaeggi

 

Mangia bene

Wer im «Dornacherhof» einkehrt, kommt mit Zeit oder lässt es bleiben. «Presto e bene non vanno insieme». Schnell und gut passen nicht zusammen. Eben! 

 

Der «Dornacherhof» verkörpert ein Stück Italien mitten in Dornach. Aus den Boxen schmettert Pavarotti seine Arien und die Stammgäste summen mit. Die Gastgeber Sarah Rohner und Dusan Petkovic begrüssen ihre Gäste herzlich und auf Augenhöhe, mixen Gin, Wermut und Campari zu einem Negroni, empfehlen italienische Provenienzen und überlassen das Feld ihrem sardischen Küchenchef Matteo Meloni, der mit Fisch umzugehen weiss und dem neugierigen Gast erzählt, was er heute Abend so alles aufschneidet, auf den Grill legt oder in die Pfanne haut. Da gibt’s Schwertfisch-Carpaccio, Thunfisch-Tatar, Calamarata allo Scoglio con le Cozze, Vongole, Scampi e Bottarga – Pasta mit Mies-muscheln, Venusmuscheln, Scampi und Fisch-Rogen und noch so einige andere wundervolle Gerichte. Frisch und perfekt zubereitet, schlicht angerichtet und mit Grandezza serviert. Der Tag geht, die Stimmung kommt und das Resultat im Glas und auf dem Teller macht Freude und stillt den Drang nach Süden. Die Bambini der Gastgeberfamilie setzen sich, bevor es zu Bett geht, mit Spaghetti und panierten Schnitzeln auseinander, lachen mit Papa Dusan, während Mama Sarah den Gästen Polpo alla griglia su crema di piselli e mousse di burrata e rape rosse – grillierter Tintenfisch auf Erbsencreme mit Burrata und Randenmousse auftischt. Noch ein Primo vor dem Secondo? Klar doch, denn da wartet die hausgemachte Pasta mit Salsiccia und danach das Secreto vom Pata-Negra-Schwein. Und was sagt Dusan Petkovic zu Beginn: «Una cena senza vino è come un giorno senza sole». Ein Abendessen ohne Wein ist wie ein Tag ohne Sonne. Recht hat er.

 

Text: Martin Jenni, Fotos: Christian Jaeggi